Rüschlikon

Ein Ensemble, das Gegensätze vereint

Das Ensemble La Partita spielt am Karfreitag in der reformierten Kirche Bach-Kantaten. Als roter Faden dienen Gegensätze, die gleichzeitig symbiotisch sind.

Das Ensemble La Partita tritt seit über 20 Jahren regelmässig am Karfreitag in Rüschlikon auf – so auch am Freitag.

Das Ensemble La Partita tritt seit über 20 Jahren regelmässig am Karfreitag in Rüschlikon auf – so auch am Freitag. Bild: zvg

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«Was ich an unserer Musik so schätze, ist die Symbiose von alt und jung: alte Musik in der Gegenwart, alte und neue Instrumente, alte und junge Musikerinnen und Musiker», äussert sich Rolf Laubi, Herz und Seele des Ensembles La Partita. «Die alten Musiker bringen Erfahrung, die jungen neue Impulse.»

«La Partita» bedeutet auf Italienisch Suite, eine Spielart der Musik mit einer Folge von Tanzstücken, entstanden in der Barockzeit. 44 Jahre gibt es La Partita schon. Seit über 20 Jahren musiziert das Ensemble regelmässig am Karfreitag in Rüschlikon - ohne Dirigent. Laubi erklärt: «Dass wir ohne Dirigent spielen, gibt allen Mitwirkenden zusätzliche Verantwortung.» Konzertmeisterin ist Sylvie Chopard.

Der Text ist wichtig

Die Gegensätze, die gleichzeitig symbiotisch sind, ziehen sich wie ein roter Faden durchs Programm und durchs Ensemble. So meistert zum Beispiel Cellist Laubi zusammen mit der jungen Cellistin Alexandra Iten-Bürgi die anspruchsvollen Solopartien in den Kantaten 6 und 68.

«Was ich an unserer Musik so schätze, ist die Symbiose von Alt und Jung.»
Rolf Laubi, Ensemble La Partita

Alt ist die Musik, die Laubi für den aktuellen Karfreitag ausgewählt hat, und der Text aus der Barockzeit passt zum hohen kirchlichen Feiertag. «Am Karfreitag geht es um Gegensätze: einerseits um Tod und Sterben, andererseits um Licht und Auferstehung - Ostern», führt Laubi aus. «Daher lautet das Motto «Finsternis - Licht». Für Johann Sebastian Bach, Kantor in Leipzig und sehr religiös, war der Text sehr wichtig. Laubi legt daher Wert darauf, «dass das Tempo stimmt, damit der Text der Kantaten vom Publikum verstanden wird.»

Dichterin mit Flinte

In der Kantate BWV 6 «Bleib bei uns, denn es will Abend werden» wird Gott um Hilfe angefleht. Ein hoffnungsvolles Gebet ist »Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ» (BWV 177), mit Geigensolo und Oboen. Um Auferstehung dreht es sich in der dritten Kantate «Also hat Gott die Welt geliebt» (BWV 68); gedichtet hat den tiefreligiösen und gleichzeitig fröhlichen Text Christiane Mariane von Ziegler im Jahre 1728, laut Überlieferung eine liebreizende junge Frau, die stets mit der Flinte umherging und bei Tumulten Warnschüsse in die Luft abgab.

Weitere Hintergründe zum Komponisten, seinen Werken und seine Zeit wird Roland Wächter vermitteln, Musikredaktor bei Radio SRF 2 Kultur im Ruhestand. Als Solisten dabei sind Carmela Konrad (Sopran) Julia Husmann (Alt), Holger Marks (Tenor) und Florian Schmitt-Bohn (Bass) - für einen besinnlichen Abend erfüllt von Bachs Musik.

Freitag, 30. März, 17 Uhr,reformierte Kirche Rüschlikon. Karten für 40 Franken an der Abendkasse.

Erstellt: 28.03.2018, 15:19 Uhr

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