Horgen

Ein Duo, das Musik lebt

Auf Einladung der Musikschule Horgen gab «Giovivo» ein abwechslungsreiches Konzert. Fabian Bloch und Muriel Zeiter spielten auf sage uns schreibe sechs verschiedenen Instrumenten.

Fabian Bloch und Muriel Zeiter begeisterten am Sonntag in der Horgner Villa Seerose.

Fabian Bloch und Muriel Zeiter begeisterten am Sonntag in der Horgner Villa Seerose. Bild: André Springer

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Als überraschende «Wundertüte» kündete Gabriela Burch, Leiterin der Musikschule Horgen, das Konzert von Fabian Bloch und Muriel Zeiter an. Sie versprach nicht zuviel: Das Duo Giovivo spielte am Sonntag im Konzert in der Seerose vor rund 50 Personen auf verschiedenen Instrumenten und in vielen Stilrichtungen. Zeiter griff auf dem Klavier bravurös in die Tasten. Bloch, der in der Musikschule «tiefes Blech», also Euphonium und Tuba, unterrichtet, brillierte insbesondere auf dem Euphonium.

Mit Herzblut musizieren

Jung und dynamisch startete das Künstlerpaar mit der Musik zum Film von Alexis Sorbas, komponiert von Mikis Theodorakis, in den Abend. In diesem Stück bespielte Muriel Zeiter die Geige, Fabian Bloch das Klavier. Der Funke sprang schon bei der ersten Darbietung auf das Publikum über, weil der Plausch der beiden Künstler am hochkarätigen Musizieren sofort spürbar war. Die Zuhörer glaubten Bloch, als er mit glänzenden Augen auch im Namen von Zeiter verkündete: «Viele machen Musik – wir leben sie».

Mit lustigen Show-Einlagen gelang es Giovivo, auch die Mundharmonika in Szene zu setzen.

In den folgenden Stücken wechselte Bloch auf das Euphonium, auf das er sich schon in seinem Musikstudium spezialisiert hat. In schöner Harmonie mit seiner Partnerin spielten die beiden nun einige klassische Werke. Die meisten hatten sie neu arrangiert: Sie kommentierten dies mit Anspielung auf den Titel von Frank Sinatra mit «I did it my way». Zu hören waren etwa der türkische Marsch von Mozart und das erhabene und bekannte Bach-Präludium in C-Dur.

Überraschungen inklusive

Mit dem langsamen und gefühlvollen «Song till Lotta» wurden die Gäste nach Skandinavien entführt. Doch bald wurde die Musik wieder rassig und schnell: Das Künstlerpaar am Klavier und am Euphonium spielte einen Volkstanz mit Jazz-Einschlag.

Im Laufe des Abends wechselte Fabian Bloch noch mehrere Male das Instrument. So griff er auch zum Wunderhorn: Die Basstrompete wird in Orchestern wegen ihrem wunderbar weichen Klang gern gehört. Witz und Unterhaltung zugleich bot auch der Einsatz der Melodica: Die abgewandelte Mundharmonika wird zwar durch das Hineinblasen zum Klingen gebracht, aber durch Tasten bedient. Mit lustigen Show-Einlagen gelang es Giovivo, auch dieses alte Instrument in Szene zu setzen.

Klänge für die Bergwelt

Den Schlittschuh-Walzer von Émile Waldteufel kündigte die Walliserin Muriel Zeiter an, indem sie eine Aufforderung ans Publikum richtete: Im abgedunkelten Raum sollten sich die Gäste die weissen Bergspitzen, den hell glitzernden See und die Pirouetten drehenden Eiskünstlerinnen in ihrer Heimat vorstellen. Die Worte fielen auf fruchtbaren Boden: Mitwippend klopfte Gross und Klein des Takt des eingängigen Stückes. Folgerichtig holte nun Fabian Bloch das Alphorn aus der Ecke, das auch in die Schweizer Alpenwelt gehört. Er spielte ein Arrangement des bekannten Alphorn-Komponisten Hans-Jürg Sommer.

Gegen Schluss des Konzertes spielten Bloch und Zeiter Musik aus Osteuropa: Der bulgarische Marsch war aber nicht wie angekündigt das letzte gespielte Stück. Der begeisterte Applaus des Publikums veranlasste die Musiker zu zwei Zugaben. Nochmals waren aufregend andere Klänge zu hören, denn in Karachi in Pakistan tönt Musik eben anders als hierzulande in der Schweiz.






Erstellt: 13.01.2020, 14:31 Uhr

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