Schönenberg

Ein Dorfverein kämpft gegen das Verschwinden der Bibliothek

Seit Anfang Jahr hat Schönenberg keine öffentliche Bibliothek mehr. Ein Dorfverein eröffnet am Samstag seine eigene.

Im alten Schulhaus Schönenberg hat der Dorfverein eine Bibliothek eingerichtet. Am Samstag wird sie eröffnet.

Im alten Schulhaus Schönenberg hat der Dorfverein eine Bibliothek eingerichtet. Am Samstag wird sie eröffnet. Bild: Natalie Wenger

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Nach der Bibliothek ist vor der Bibliothek. Kaum verlieren die Schönenberger ihre öffentliche Bücherei, erhalten sie eine neue. Die Gemeindebibliothek gibt es seit dem 1. Januar nicht mehr. Sie fiel dem Zusammenschluss mit Hütten und Schönenberg zum Opfer. Lediglich die Primarschule verfügt noch über eine Bücherei für die Schüler. Erwachsene können neu die Stadtbibliothek in Wädenswil benutzen.

Damit gab sich eine Gruppe Schönenbergerinnen aber nicht zufrieden. Sie haben sich im Oktober zusammengetan, um eine eigene Bibliothek zu gründen. Zeitgleich ist in Schönenberg ein Dorfverein entstanden.

Die Gruppe hatte sich im Sommer 2018 mit einer Umfrage bei den Schönenbergern erkundigt, was sich diese für den neuen Ortsteil von Wädenswil wünschen. «Auch darin wurde unter anderem der Wille nach einem Café und einer Bibliothek laut», sagt Daniela Rubin Feusi, die den Dorfverein sowie die Bibliothek mitgegründet hat. Es habe ein naher Treffpunkt gefehlt, an dem sich die Schönenberger über das Dorfleben unterhalten können.

Finanzierung durch Beiträge

Das Resultat ist eine kleine aber gemütlich eingerichtete Bibliothek mit Tischen und integriertem Café. Kaffee und Kuchen werden drei bis viermal in der Woche serviert, das Ausleihen von Medien ist an zwei Nachmittagen möglich.

Im Angebot stehen jene Medien, welche früher in der Gemeindebibliothek standen und von der Schulbibliothek nicht gebraucht werden. Damit leiht die neue Bibliothek vor allem Erwachsenenliteratur, Hörspiele, DVDs und Gesellschaftspiele aus. «Auch das Computersystem konnten wir übernehmen, in dem schon alle Medien erfasst sind. Das sparte uns einiges an Aufwand», sagt Daniela Rubin Feusi.

Finanziert wird die Bibliothek durch Mitgliederbeiträge. Diese betragen 40 Franken pro Jahr. Als Startkapital dient ein altes Bankkonto. Bis vor zwölf Jahren gab es in Schönenberg einen Gemeindeverein, der an der Besetzung des Präsidiums scheiterte. «Die Gemeinde Schönenberg hat uns letztes Jahr erlaubt, das Geld von damals in den neuen Verein zu übertragen», sagt Rubin Feusi. Um an weiteres Geld zu kommen, haben die neuen Bibliotheksbetreiberinnen die ehemaligen Kunden der Gemeindebibliothek angefragt und so bereits Zahlungen für erste Mitgliedschaften erhalten.

Die neue Bibliothek in Schönenberg soll ein Treffpunkt werden, um sich über das Dorfleben auszutauschen. Foto: Natalie Wenger

Als Standort hat der Verein das alte Schulhaus am Schulhausweg 1 gefunden. Bisher war dort eine Spitex eingemietet, für welche der Raum aber zu gross war. «Wir hatten sehr Glück, so schnell einen Raum an zentraler Lage zu finden», sagt Rubin Feusi. Die Miete übernimmt der Dorfverein, da dieser den Raum gleichzeitig als Vereinslokal nutzt. Die rund 25 Mitarbeiter im Café und der Bücherei arbeiten ehrenamtlich. Am Samstag wird die Bibliothek eröffnet. «Wir wollen der Bevölkerung unser Vereinslokal, das Café und die Bibliothek vorstellen und den Raum einweihen», sagt Rubin Feusi. Es wird ein Apéro offeriert, der Name des Lokals enthüllt und der Präsident des Dorfvereins, Ueli Landis, wird einige Worte an die Anwesenden richten.

Eröffnung: Samstag, 12. Januar, 11 bis 16 Uhr, Schulhausweg 1, Schönenberg. Öffnungszeiten Café: Dienstag bis Donnerstag sowie jeden ersten Samstag im Monat, 9 bis 11.30 Uhr. Bibliothek: Dienstag und Donnerstag, 15 bis 19 Uhr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.01.2019, 17:00 Uhr

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