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Ein Dampfschiff meldet sich zurück zum Dienst auf dem See

Das Dampfschiff Stadt Rapperswil stand nach einer Havarie vor dem Seedamm fast zwei Jahre still. Am 2. April gibt der Raddampfer sein Comeback als Kursschiff.

Ein Wahrzeichen des Zürichsees ist endlich einsatzbereit...
Ein Wahrzeichen des Zürichsees ist endlich einsatzbereit...
Patrick Gutenberg
...das 103 Jahre alte Dampfschiff Stadt Rapperswil kann zur Freude von ZSG-Direktor Roman Knecht wieder Passagiere über den Zürichsee befördern.
...das 103 Jahre alte Dampfschiff Stadt Rapperswil kann zur Freude von ZSG-Direktor Roman Knecht wieder Passagiere über den Zürichsee befördern.
Patrick Gutenberg
Für ZSG-Direktor Knecht ist das eine gute Investition: «Die Dampfschiffe sind unser historisches Erbe, sie sind eine Bereicherung für unsere Seeflotte».
Für ZSG-Direktor Knecht ist das eine gute Investition: «Die Dampfschiffe sind unser historisches Erbe, sie sind eine Bereicherung für unsere Seeflotte».
Patrick Gutenberg
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Mit Volldampf läuft die weisse Flotte der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) am Sonntag zur Sommersaison aus. Darunter befindet sich auch der Raddampfer Stadt Rapperswil. In den letzten beiden Jahren war die 103-jährige Dame das grosse Sorgenkind der ZSG. Am 17. Juli 2015 erfasste sie kurz nach der Durchfahrt des Seedamms eine plötzlich aufgetretene Sturmbö und setzte das Schiff auf Grund. Die «Stadt Rapperswil» fiel das ganze restliche Jahr aus. Die nächste Enttäuschung folgte nach der Reparatur des verbogenen Schaufelrads im letzten Frühling. Kaum losgefahren traten Spätfolgen der Havarie zu Tage. Der Schlag auf die Antriebsräder hatte sich auf die Dampfmaschine übertragen, diese war nun nicht mehr dicht.

Alles läuft wieder rund

ZSG-Direktor Roman Knecht beschreibt den Schaden: «Dampfverlust hätte bei Wendemanövern zum Blockieren der Maschine führen könnne.» Um die Sicherheit und das kostbare technische Kulturgut nicht zu gefährden, wurde das Schiff für die restliche Saison ausser Betrieb gesetzt. «Die Maschine wurde komplett zerlegt, die Zylinder ausgespindelt», erklärt Knecht. Diese Methode bezeichnet im Metall- und Maschinenbau die Bearbeitung mit Bohr- und Schleifwerkzeug. Damit lassen sich präzise Bohrungen herstellen, die höchste Rundheit, Lagertoleranz und Oberflächengüte aufweisen. Dies wiederum sorgt für einen Betrieb der riesigen Maschine ohne Unwucht sowie grösstmögliche Dichtigkeit. «Ausserdem wurden die Kolbenringe ersetzt und die Zwangspause genutzt, um verschiedene Wartungsarbeiten auf dem Dampfschiff vorzunehmen», sagt Knecht.

Da für die über hundert Jahre alten Dampfschiffe keine Ersatzteile ab Lager erhältlich sind, mussten diese von Spezialfirmen nachgefertigt werden. Für den Einbau und die Wartung hingegen besitzt das Personal in der ZSG-Werft in Zürich-Wollishofen das nötige Knowhow.

Stolz auf historisches Erbe

Nun kehrt die «Stadt Rapperswil» zurück als fahrendes Wahrzeichen vom Zürichsee. Die Reparatur kostete rund 300 000 Franken. Für ZSG-Direktor Knecht ist das eine gute Investition. «Die Dampfschiffe sind unser historisches Erbe, sie sind eine Bereicherung für unsere Seeflotte», schätzt er den Imagewert der Raddampfer. Er bezeichnet es als «ein Privileg», die beiden alten Damen im normalen Fahrplan einsetzen zu können.

Dort kann man neuerdings sehen, an welchen Tagen «Stadt Zürich» und «Stadt Rapperswil» wann genau wohin fahren. So lassen sich Fahrten mit den technischen Zeitzeugen vom Zürichsee planen. Auf die «Stadt Zürich» muss man sich aber noch bis Ende April gedulden. Ihre Wartung ist erst in einem Monat abgeschlossen.

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