Kilchberg

Ehemals umstrittenes «Turm»-Projekt steht vor der Vollendung

Für 7 Millionen Franken baut die Stiftung Alterszentrum Hochweid auf der Kilchberger Krete einen fünfstöckigen Neubau mit zehn Alterswohnungen. Der Innenausbau ist noch im Gang – die Vergabe doch schon fast abgeschlossen.

Noch ist er eingerüstet und in Plastik gehüllt, der Neubau des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg.

Noch ist er eingerüstet und in Plastik gehüllt, der Neubau des Alterszentrums Hochweid in Kilchberg. Bild: Moritz Hager

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Wohnlich ist er noch nicht, der fünfstöckige Neubau des Alterszentrums Hochweid (AZH), der unweit der Kilchberger Kirche auf dem Berg entsteht. Vor dem Gebäude herrscht ein Kommen und Gehen von Lieferwagen. Ist doch der Innenausbau in vollem Gang. Im Erdgeschoss wird zur Zeit die Lüftung installiert, in den zehn Wohnungen in den Obergeschossen werden die Küchen eingebaut, die Nasszellen sind zumindest schon geplättelt.

Charakteristisch für die Wohnungen im vieleckigen Gebäude, welches die Stiftung AZH auf eigene Kosten erstellt, sind die Grundrisse: ausser den Nasszellen ist kein einziges Zimmer klassisch rechteckig. Auch wenn man hinter den mit Plastik verhangenen Fenstern erst ahnt, wie die fertig ausgebauten Wohnungen einst werden: die meisten, nämlich acht von zehn, sind bereits vergeben. Das sagt Hans Ulrich Meier, Stiftungsratspräsident des AZH. Ab dem 1. November dürften alle zehn bewohnt sein.

35 Interessenten

Es sind je vier 1,5- und 2,5-, sowie zwei 3,5-Zimmerwohnungen, die auf dem ehemaligen Parkplatz des Alterszentrums entstehen. Sie kosten zwischen 1750 und 3400 Franken pro Monat. Sie sind damit teurer als die 48 bereits bestehenden Alterswohnungen des AZH in den Gebäuden aus den 1970-er Jahren. Diese kosten zwischen 1070 und 2280 Franken. «Der Ausbaustandard ist aber natürlich ein ganz anderer», sagt Meier.

Die neuen Wohnungen sind rollstuhlgängig und dank vieler Fenster hell, verfügen alle über eine Küche und mit Ausnahme der 1,5–Zimmerwohnungen zwei Nassräume – darunter eine Gästetoilette mit Waschturm – und bis auf eine über einen Balkon. Und eigentlich alle, ab dem ersten Stock, über mindestens einen Spickel schöne Aussicht – sei es gegen den See oder die Albiskette.

Laut Hans Ulrich Meier haben sich 35 Interessenten für die zehn Alterswohnungen gemeldet. Anfang Juni hat der Stiftungsrat diese empfangen und eine Vorselektion getroffen. «Die 2,5- und 3,5-Zimmerwohnungen, die wir vorzugsweise an zwei Personen vergeben, sind bereits alle weg», sagt Meier. «Wohnungen in dieser Grösse hätten wir wahrscheinlich noch einige vergeben können.» Noch nicht definitiv vermietet sind zwei 1,5-Zimmerwohnungen.

Auch Auswärtige hätten sich beworben. «Ihnen haben wir bereits abgesagt.» Wo es möglich gewesen sei, habe der Stiftungsrat Wünsche nach der Wohnungsgrösse – und allenfalls auch nach dem Stockwerk – berücksichtigt, sagt Meier. «Doch wo gleichwertige Bewerbungen vorlagen, haben wir das Los entscheiden lassen.» Die Idee sei, bis Ende Monat alle Wohnungen vermietet zu haben.

Kapazität für Notfälle

Die Befriedigung ist dem Stiftungsratspräsidenten anzumerken, während er durch den Neubau führt. Dass doch noch Form annimmt, was sich auf Grund eines rechtlichen Verfahrens gegen die Kilchberger Baukommission und heftigen Widerstands von Seiten der Bevölkerung um rund zwei Jahre verzögert hat. So dass der Stiftungsrat schliesslich, freiwillig, auf die ursprünglich vorgesehene sechste Etage verzichtet hat. Das AZH verfügt nun über je 58 Alterswohnungen und Altersheimplätze.

Mit den zehn neuen Wohnungen und den zehn Plätzen in der im Januar eröffneten Pflegewohngruppe habe das AZH die Kapazität so erhöhen können, dass die Wartelisten im Heim abgebaut worden seien. «Unsere Kapazität erlaubt es uns nun, auch auf Notfälle zu reagieren», sagt Meier. «Für solche finden wir nun meistens im Zeitraum von zwei bis drei Wochen eine Lösung.» Besonders freut den Stiftungsratpräsidenten zudem, dass den Bewohnern von Alterswohnungen, wenn sie auf mehr Betreuung angewiesen sind, ein Heimplatz garantiert werden kann. «Zum Glück nur fünf Etagen»

Und was sagen die Kritiker von ehemals? Jean-Marc Groh, Anwohner und ehemaliger Gemeindepräsident, sagt stellvertretend für verschiedene, er sei froh, dass das Gebäude nur fünf anstatt wie ursprünglich geplant sechs Stockwerke hoch sei. «Ich bin dem Stiftungsrat für sein Entgegenkommen dankbar.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.06.2018, 17:12 Uhr

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