Adliswil

Echte Bubengeschichten aus dem Adliswil von 1950

Der EVP-Politiker und ehemalige Schulpfleger Theo Meier hat zehn Bubengeschichten aus dem Adliswil der 1950er-Jahre geschrieben. Mit seinen Erzählungen unterhielt er die Zuhörer im Haus Brugg.

Theo Meier erzählte den rund 70 Zuhörern im Haus Brugg aus seiner Jugendzeit in Adliswil.

Theo Meier erzählte den rund 70 Zuhörern im Haus Brugg aus seiner Jugendzeit in Adliswil. Bild: Sabine Rock

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Weder das schöne Wetter noch die Fussball-WM mochte die rund 70 Adliswiler Zuhörer am Dienstagabend davon abhalten, den Worten von Theo Meier im alten Brückenschulhaus zu lauschen. Eloquent und mit viel Sprachwitz erzählte er von der Entstehungsgeschichte seines Buches «Paradiesvögel», in welchem es um zehn Bubengeschichten aus den 1950er-Jahren geht. Adliswil war in der Nachkriegszeit eine eher ärmliche Gemeinde. Doch für den Buchautor mit Jahrgang 1942 war es ein spannendes Eldorado mit Naturnähe.

Organisiert hatte den Abend der vierköpfige Verein «Leben in Adliswil», insbesondere Stephanie Hermann, die auch massgeblich an der Entstehungsgeschichte des Buches beteiligt war.

Auf Eisschollen in der Sihl

Die Einleitung zum Abend machte Theo Meiers langjähriger Weggefährte Thomas Stucki, welcher in unterschiedlichen Anekdoten sehr detailliert über den Werdegang des Autors berichtete. Musikalisch untermalt wurde die Lesung von Akkordeonspieler Daniel Rusterholz, welcher passend zum Abend ältere Lieder wie«S Träumli» spielte und die Zuhörer in Erinnerungen schwelgen liess.

Bevor die Lesung losging, betonte Theo Meier, dass es sich bei allen Geschichten um echte Adliswiler Geschichten handelt, die sich genau so zugetragen haben. Und fügte lachend an, dass sich auch einige der damals Beteiligten heute im Raum befänden, was bei verschiedenen Zuhörern ein Schmunzeln auslöste.

Danach überliess Meier das Lesepult seinem 14-jährigen Enkel Silvan Burkhardt, welcher als Erstes die Titelgeschichte «Paradiesvögel» vortrug. Er erzählte von vorwitzigen Buben und ihrem Vorhaben, aus ein paar langweiligen Spatzen mithilfe von hellrotem Rostschutz «ein paar bunte Paradiesvögel» zumachen. Die lebhaften Schilderungen amüsierten die Zuhörer sichtlich.

In der nächsten Geschichte ging es um die Winterzeit, um Kohlenheizungen, selber gestrickte Handschuhe und vor allem darum, wie aufregend die gefrorene Sihl als Spielfeld war. Meiers Enkel nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die kalte Jahreszeit und schilderte, wie die Adliswiler Jugend sich damals bei der Sihlau für ihre eigene Version von «Holidays on Ice» traf und auf Eisschollen versuchte, auf der Sihl vorwärtszukommen – mit allen möglichen Tücken und Pannen.

Für die Abschlusspointe des Abends sorgte Theo Meiers Zugabe zu den Geschichten. Er erzählte, wie er als Teenager beim Brunnen an der Kronenstrasse friedlich eine Hefeschnecke ass, welche er für 40 Rappen in der Bäckerei erstanden hatte. Doch der Frieden war vorbei, als ein etwa zehnjähriger Junge kam, der ihn nass spritzte. Es folgte eine kurze verbale Auseinandersetzung, welche später durch die Mutter des Jungen unterbrochen wurde. Im Raum brach Gelächter aus, als Meier erzählte, dass es sich bei diesem Lausejungen um den heutigen Stadtpräsidenten Harald Huber gehandelt hatte.

Erhältlich ist das Buch unter: www.lebeninadliswil.ch/ (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.06.2018, 15:30 Uhr

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