Kilchberg

In Kilchberg kommt es zu Kampfwahlen

Drei Kandidaten stellen sich im Frühling 2018 für zwei frei werdende Sitze im Kilchberger Gemeinderat zur Verfügung. Ob es zu einem Angriff aufs Gemeindepräsidium kommt, ist noch nicht klar.

Frischer Wind im Kilchberger Gemeindehaus: Gleich zwei langjährige Mitglieder des Kilchberger Gemeinderats treten am 4. März 2018 nicht mehr zu den Wahlen an.

Frischer Wind im Kilchberger Gemeindehaus: Gleich zwei langjährige Mitglieder des Kilchberger Gemeinderats treten am 4. März 2018 nicht mehr zu den Wahlen an. Bild: Archiv zsz

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Gleich zwei langjährige Mitglieder des Kilchberger Gemeinderats treten am 4. März 2018 nicht mehr zu den Wahlen an: Bildungsvorstand Lorenz Felder (CVP) und Bauvorsteherin Judith Bellaiche (GLP). Die anderen vier Gemeinderäte und der Gemeindepräsident wollen sich alle für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellen. So wie es momentan aussieht, schicken mit der CVP, der GLP und der SVP drei Parteien Kandidaten ins Rennen um die beiden Sitze.

Guter Zeitpunkt für Wechsel

Lorenz Felder ist seit zwölf Jahren im Gemeinderat, amtet als Vizepräsident und Bildungsvorstand. Der Arzt und Vater führt insbesondere familiäre Gründe für seinen Entscheid an: «Meine drei Söhne sind in einem Alter, in dem ich wieder etwas mehr planbare Freizeit mit der Familie verbringen möchte.»

Felder erachtet zudem den Zeitpunkt für seinen Rückzug als geeignet. Erstens hat er mit dem Campus Moos – der gemeinsamen Sekundarschule mit Rüschlikon – und der Umnutzung des Schulhauses Brunnenmoos wichtige Etappen in grossen Projekten abgeschlossen. Zweitens hat die CVP mit dem Architekten Max Charles Schneble einen Kandidaten in den eigenen Reihen, mit dem sie zu den Gemeinderatswahlen antritt.

Auch Judith Bellaiche, Juristin und Mutter, spricht von einem günstigen Zeitpunkt für einen Wechsel. Die Bauvorsteherin ist seit acht Jahren im Amt. In ihre Amtszeit fielen unter anderem der Abschluss der Neuausrichtung des Stockenguts und die Instandstellung des Meierhüsli, oder die Erstellung des Kunstrasens in der Sportanlage Hochweid. Im Zentrum ist zwar noch nichts Sichtbares umgesetzt worden, doch die Verhandlungen mit dem Grossverteiler Coop sind auf gutem Weg.

Wie die GLP mitteilt, hat sie einen Kandidaten für den Gemeinderat nominiert: Christian Benz, einen 43-jährigen Betriebsökonom und Familienvater.

«Bin eigenständige Partei»

Wie Judith Bellaiche sagt, habe ihr Entscheid nichts damit zu tun, dass sie vor vier Jahren nicht als Gemeindepräsidentin gewählt worden ist. Ganz verlässt sie übrigens die politische Bühne nicht. Kantonsrätin – und Vizepräsidentin der GLP-Fraktion – bleibt sie weiterhin, ebenso Vizepräsidentin der kantonalen Partei.

Martin Berger (ohne Partei), der 2014 als Quereinsteiger zum Gemeindepräsidenten gewählt worden ist, erachtet es als Teil seiner Verpflichtung, sich für eine zweite Legislatur zur Verfügung zu stellen. Er, der aus der Privatwirtschaft kommt, musste sich laut eigener Aussage zuerst an die demokratischen Prozesse gewöhnen. Er sagt aber, er habe die Lehre nun hinter sich.

Dass er keine Partei hinter sich weiss, erachtet er als Vor- und Nachteil: «Ich kann neutral die verschiedensten Meinungen und Bedürfnisse aufnehmen. Ich bin sozusagen eine eigenständige Partei und keiner Parteileitung Rechenschaft schuldig.» Ohne Partei dazu stehen, sei aber gelegentlich auch eine Herausforderung.

Keine FDP-Gegenkandidatur

Ob eine Partei sich entscheidet, eine Gegenkandidatur fürs Gemeindepräsidium zu lancieren, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist, dass die FDP, in deren Hand das Amt traditionellerweise ist, darauf verzichtet. Partei-Präsident Eric Widmer sagt: «Unsere drei Bisherigen, Barbara Baruffol, Dieter Lehner und Tina Neuenschwander, treten alle wieder an. Sie aspirieren aber nicht aufs Präsidium.»

Offen lässt sich diese Möglichkeit die Vereinigung der Parteilosen. Katharina Stucki sagt auf Anfrage, der Entscheid sei noch nicht gefallen. Die Vereinigung stellt zur Zeit mit Remo Moser einen Gemeinderat.

Die SVP, die seit acht Jahren nicht mehr in der Kilchberger Exekutive vertreten ist, möchte dort ab kommendem Frühling wieder Einsitz nehmen. Die Partei hat mit ihrem Vizepräsidenten Nik Kunz einen Kandidaten für den Gemeinderat nominiert, nicht aber fürs Präsidium.

Erstellt: 19.09.2017, 15:32 Uhr

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