Diese Stationen litten am meisten unter dem Schiffszuschlag

Im Schnitt verlor die ZSG wegen des Schiffsfünflibers 30 Prozent ihrer Passagiere. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die Stationen unterschiedlich hart getroffen wurden.

Stationen mit Freizeitverkehr verloren mit dem Schiffszuschlag überdurchschnittlich viele Passagiere. Nun kommen sie zurück.

Stationen mit Freizeitverkehr verloren mit dem Schiffszuschlag überdurchschnittlich viele Passagiere. Nun kommen sie zurück. Bild: Michael Trost

Die Passagierzahlen auf dem Zürich­see haben sich schlagartig wieder erholt. Der abgeschaffte Schiffsfünfliber bringt das Publikum auf den Zürichsee zurück, wie an der gestrigen Generalversammlung der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) bekannt wurde. Dieser Aufschwung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ZSG im Jahr 2017 knapp 30 Prozent der Passagiere verloren hat. Die detaillierten Haltestellen-Zahlen zeigen allerdings auf, dass längst nicht alle Stationen gleich viele Fahrgäste verloren haben.Besonders hart getroffen hat es die Schiffsstationen im Zürcher Seebecken. Die Limmatboote verloren teils bis zu 50 Prozent der Passagiere.

Kein Wunder: Die Strecken sind kurz, der Aufschlag dafür war happig. Vielen Passagieren, die nur kurz vom Landesmuseum bis ans Zürichhorn fahren wollten, war der Zuschlag zu teuer. Für das Personal, so erzählen es ZSG-Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand, hatten die tiefen Frequenzen bei den Limmatbooten allerdings auch Vorteile. Im Vergleich zu anderen Sommermonaten mussten 2017 kaum Passagiere am Steg stehen gelassen werden. Anders als die Zürichseeschiffe verfügen die Limmatschiffe mit 51 Plätzen über eine sehr beschränkte Kapazität.

Grosse Stationen besser

Deutlich unterdurchschnittlich zurückgegangen sind die Passagierfrequenzen an den grossen Stationen Zürich-Bürkliplatz und Rapperswil. Dort lag der Rückgang bei rund 21 Prozent. Auch ein klassisches Schifffahrtsziel wie die Halbinsel Au verlor unterdurchschnittlich wenige Passagiere. Das zeigt deutlich auf, dass die Gäste von grossen Rundfahrten und Touristen wohl eher bereit waren, den Schiffsfünfliber zu zahlen.

Ziemlich genau im Schnitt lag der Rückgang der Fahrgastzahlen an den Stationen, die über Querschiffe miteinander verbunden sind. Das betrifft Wädenswil, Stäfa­ und Männedorf sowie Thalwil, Küsnacht und Erlenbach. Die Stationen Männedorf und Erlenbach verloren dabei etwas mehr Passagiere als die anderen beiden Haltestellen. Die Querschiffe werden von vielen Seependlern genutzt und diese hatten fast keine­ andere Wahl, als das Schiff trotz Zuschlag weiter zu nutzen. Allerdings profitierten die Pendler von einem vergünstigten Zu­schlags­abo.

Über 30 Prozent verloren

Überdurchschnittlich viele Passa­giere verloren nebst den Limmatboot-Haltestellen zudem mehr­heitlich jene Stationen, welche von Ausflüglern aus den Seegemeinden genutzt werden und Ausgangspunkt für eine kleine Seereise sind. Die meisten Gemeinden verloren über 30 Prozent der Fahrgäste.

Heftig traf es dabei die Ortschaften, die ohne­hin schon über wenige Kursschiffanbindungen täglich verfügen. In Altendorf brach die Zahl um über 50 Prozent ein, ebenso wie in Üri­kon. Auch Pfäffi­kon ist von einem Rückgang von über 50 Prozent betroffen. Allerdings könnte dort auch die im Jahr 2017 geschlos­sene Insel Ufenau für den überdurchschnittlichen Frequenzrückgang mitverantwortlich sein. (Conradin Knabenhans)

Für eine seitenfüllende Ansicht HIER klicken. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.06.2018, 09:21 Uhr

Sonderfall Kilchberg

Die Schiffsstation in Kilchberg liefert bei den Fahrgastzahlen einen unerklärbaren statistischen Ausreisser. Zwar verlor die Haltestelle wegen des Zuschlags fast 40 Prozent ihrer Einsteiger. Allerdings ging die Zahl der Aussteiger in Kilchberg nur um 5 Prozent zurück, an den übrigen Haltestellen hält sich das Verhältnis ungefähr die Waage. Ob es an Lindt & Sprüngli liegt? Auf der Gemeindeverwaltung von Kilchberg hat man für die Statistik keine Erklärung: Damit bleibt die Zahl wohl das Geheimnis des Schiffsfünflibers.

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