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Zürcher Retourkutsche für Schwyzer Autobahntafel

Schneller als die Politik erlaubt haben Spassvögel auf die Schwyzer Kantonstafeln auf Zürcher Boden reagiert. Nun heisst ein grosses Schild die Autofahrer noch tief im Kanton Schwyz bereits in Zürich willkommen.

Die «hausgemachte» Tourismustafel kurz vor der Raststätte Fuchsberg auf Schwyzer Boden.
Die «hausgemachte» Tourismustafel kurz vor der Raststätte Fuchsberg auf Schwyzer Boden.
PD

Die hochoffizielle Anfrage aus dem Zürcher Kantonsrat an den Regierungsrat von letzter Woche ist bereits überholt. Denn die Antwort, weshalb an der Autobahn A3 Richtung Chur schon in Wädenswil mit touristischen Grüssen aus dem Kanton Schwyz gewunken wird, haben bereits andere gegeben. Sie erteilten dem Nachbarn eine Retourkutsche. Seit diesem Wochenende heisst ein Plakat die Autofahrer im Kanton Zürich willkommen, obwohl sie noch rund zwei Kilometer auf dem Schwyzer Teil der Autobahn unterwegs sind. Die Tafel seht kurz vor der Raststätte Fuchsberg auf dem Gebiet der Gemeinde Freienbach.

Wer das zwei Meter breite und rund anderthalb meter hohe Plakat aufgestellt hat, ist unbekannt. Die massive Konstruktion auf dem Holzgerüst zeugt aber von Teamwork und Fantasie. Aus der Distanz wirkt das Plakat in Farbgebung, Grafik und Schriftart auch professionell. Es ist eine perfekte Replik auf die Schwyzer Tafel, einfach verzürchert. Erst ein Blick aus der Nähe entlarvt die Improvisation: Grobflächiger Druck auf Papier, das mit Bostitchklammern und Klebband am Gerüst festgemacht ist.

«Wir waren es nicht»

Die Urheberschaft riecht verdächtig nach Fasnächtlern. Dazu passt das Datum. Am Sonntag, 11.11., 11 Uhr 11 haben die Narren landesweit ihre Jahreszeit mit Konfetti und Guggemusig eingeläutet. Gut möglich, dass die vor einem Monat durch die Zürichsee-Zeitung bekannt gemachte Affäre um die Schwyzer Schilder auf Zürcher Boden Fasnächtler auf den Plan gerufen hat.

Die Richterswiler Fasnachtsclique Zürisee-Häxe habe nichts mit der Aktion zu tun, wie sie auf Anfrage beteuern. Auch Christoph Lehmann, Präsident der Neuen Fasnachtsgesellschaft Wädenswil, winkt ab. «Wir waren es nicht, die Idee ist aber saugut.» Der Angriff auf die Zürcher durch die Schwyzer Willkommenstafeln sei deshalb schon fix als Sujet für die Wädenswiler Fasnacht eingeplant in Schnitzelbänken und in der Fasnachtszeitung «Anlüger vom Zürichsee».

«Humor ist immer gut»

Ebenfalls Anerkennung zollt Hans-Peter Brunner den Spassvögeln. Der Horgner Gemeinderat und Kantonsrat (FDP) hat vor einer Woche mit seiner Anfrage den Regierungsrat um Aufklärung gebeten, was es mit den Schwyzer Tafeln in Wädenswil auf sich hat. «Die Anfrage ist auch mit einem Augenzwinkern bedacht», sagt Brunner. Nicht umsonst sei diese mit «Fake News» und «Unfriendly Takeover» betitelt. Dennoch habe die Anfrage einen sachlichen Hintergrund, denn die Schilder suggerierten, sich bereits in Schwyz zu befinden.

Brunner freut sich über die Aktion in Freienbach, weil «Humor immer gut ist». Für ihn sei es auch ein Beweis, wie wenig es in der Politik brauche, um die Menschen zu bewegen. «Bei wichtigen Themen gelingt es uns oft gar nicht, die Öffentlichkeit zu erreichen. Das zeigt, wie lebendig unseres Demokratie ist.»

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