Wädenswil

Die Werkstadt Zürisee ist weiter auf Kurs

Am Wochenende fand die feierliche Einweihung der Werkstadt Zürisee und ihrer Zufahrtsstrasse statt. Mit der Eröffnung der Rütihof genannten Strasse hat der Gewerbepark beider Autobahn eine weitere Hürde genommen.

Nach sieben Jahren Planen und Bauen weiht die Stadt die Werkstadt Zürisee ein. Im Bild von links nach rechts: Kurt Furrer, Martin Schwendimann,  Beat Ritschard, Philipp Kutter, Heini Hauser, Werner Füchslin und Rainer Bossert.

Nach sieben Jahren Planen und Bauen weiht die Stadt die Werkstadt Zürisee ein. Im Bild von links nach rechts: Kurt Furrer, Martin Schwendimann, Beat Ritschard, Philipp Kutter, Heini Hauser, Werner Füchslin und Rainer Bossert. Bild: Patrick Gutenberg

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«Heute am 18. August soll ja ein gutes Datum zum Heiraten sein. Zwar feiern wir hier keine Hochzeit, aber wir weihen etwas ein – das ist auch ein Grund zu feiern.» Mit diesen Worten eröffnete Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) die Festlichkeiten zur Einweihung der Werkstadt Zürisee und die damit verbundene Eröffnung der Zufahrtsstrasse des Rütihof-Areals.

Auch den Namen der neuen Strasse gab Kutter bekannt: Rütihof. Damit lebe der alte Flurname der ehemaligen Wiese weiter, begründete der Stadtpräsident die Wahl. Nun fehlt einzig der Deckbelag, also die oberste Belagsschicht, der Strasse. Dieser wird aus bau­technischen Gründen erst in zwei Jahren eingebaut.

«Sportlicher Zeitplan»

Die Arbeiten zur Erschliessung des 40 000 m2 grossen Rütihof-Areals hatten letzten September begonnen. Der Zeitplan sei knapp gewesen, sagte Kutter. So mancher habe daran gezweifelt, ob das «sportliche» Ansinnen von acht bis zehn Monaten Bauzeit überhaupt einzuhalten sei. «Doch wir haben nicht nur den Zeitplan eingehalten, sondern haben auch den Baukredit von acht Millionen Franken nicht ganz ausgeschöpft.» Grund für die Einsparung sei, dass man die Erde von den Aushubarbeiten habe­ an Gärtnereien und Bauern verkaufen können, erklärte Martin Schwendimann, der verantwortliche Projektleiter von den Geozug Ingenieuren.

Zusammen mit der Lötscher Tiefbau AG waren sie mit den Erschliessungsarbeiten betraut. Schwendimann gab auch einige Zahlen zu den Bauarbeiten bekannt: So hätten zwischen September und Mai 36 Bausitzungen stattgefunden, jedes mit einem 17-seitigen Protokoll. «Das sind 400 Seiten schriftliche Pendenzen. Also etwa die Hälfte aller anstehenden Aufgaben.» Im Schnitt sei somit alle zwei Stunden etwas Neues dazugekommen, sagte der Projektleiter schmunzelnd. Ganze 13 Kilometer Leitungen wurden seit dem Baustart verbaut. «Aneinandergelegt würden die Leitungen vom Gewerbepark bis nach Baar reichen.»

Rund 100 Gäste hatten sich für den Anlass am Samstagvormittag auf dem Neubühl-Areal nahe der Autobahn eingefunden. Unter den Gästen waren auch Gemeinderatspräsidentin Bea Gmür (SP), der Stadtrat Heini Hauser (SVP), die Gemeinde- und künftige Kantonsrätin Christina Zurfluh (SVP), sowie Vertreter verschiedener Firmen, die sich auf dem Areal ansiedeln wollen. Die Verantwortlichen der Stadt zeigten sich erfreut über das grosse Interesse an dem Anlass. Schliesslich sei die Werkstadt Zürisee auch auf Gegenwind gestossen, sagte Kutter und verwies auf die langwierige Vorbereitungsphase des Projekts. Diese hatten 2011 mit einer ungewöhnlichen Idee begonnen: Die Stadt solle die an den Lidl angrenzende Wiese zwischen Steinacher- und Zugerstrasse kaufen und damit den Standort Wädenswil für regionale Firmen attraktiver machen. Kritiker stellten die Frage, ob es denn die Aufgabe der Stadt sei, für das Gewerbe Land zu kaufen. Doch Gewerbeland sei rar in der Region. Dies habe in den letzten Jahren einige Firmen dazu gezwungen, «ins Exil zu gehen», argumentierten die Befürworter. Genau solchen Firmen sollte mit dem Gewerbepark eine Möglichkeit gegeben werden, wieder nach Wädenswil zurückzukehren.

«Ein Elefantenrennen»

Diese Chance hat beispiels­weise die Füchslin AG genutzt, eine Parzelle erstanden und den eigenen Werkhof projektiert. Eine zweite bereits erteilte Baubewilligung ist die der in Wädens­wil ansässigen Haab-Bossert GmbH. Das Grüngut- und Landwirtschaftsgeschäft plant auf seinem Baubereich eine Werkstatt. Zudem soll eine Zentrale für einen Wärmeverbund entstehen. Zwischen den beiden Firmen habe sich gar ein kleines Elefantenrennen um den Baustart ent­wickelt, welches die Füchs­lin AG vorletzte Woche gewann. Mittlerweile seien bis auf eines alle der acht Baufelder entweder reserviert oder verkauft, sagte Stadtrat Heini Hauser gegenüber der ZSZ. «Die Reservationsverträge lassen den Interessenten noch Zeit, um die Bauten sorgfältig zu planen und die Finanzierung zu klären.» Dies sei insbesondere für die grossen Baufelder anspruchsvoll und brauche Zeit. «Ich gehe davon aus, dass bis in zwei Jahren mehr als zwei Drittel der Baufelder überbaut oder im Bau sind.»

Nach dem obligaten Durchschneiden eines roten Bandes zur Strasseneröffnung gab es neben dem einprägsamen Datum gar noch eine zweite Parallele zu einer Hochzeit, nämlich die von der Geozug Ingenieure AG gesponserte Torte mit weisserGlasur.

Erstellt: 20.08.2018, 09:28 Uhr

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