Horgen/Rüschlikon

Die tanzenden Ladys und Gentlemen des Schulhauses Bergli

Das Programm «Dancing Class­rooms» entführt Schülerinnen und Schüler auf eine zehnwöchige Reise in die Welt des Tanzens. Dabei lernen sie nebst Rumba und Merengue auch den respektvollen Umgang mit dem jeweils anderen Geschlecht.

Tanzen im Klassenzimmer:
Die Schülerinnen und Schüler sind unter der Anleitung und Mitwirkung von Tanzlehrerin Janine Bredanger mit Begeisterung dabei.

Tanzen im Klassenzimmer: Die Schülerinnen und Schüler sind unter der Anleitung und Mitwirkung von Tanzlehrerin Janine Bredanger mit Begeisterung dabei. Bild: Michael Trost

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Statt Mathematikgleichungen und Französischvokabeln stehen für die Schüler der fünften Klasse im Horgner Schulhaus Bergli momen­tan jeden Montagmorgen und Donnerstagnachmittag Chop­stick-Füsse und Poulet­flügeli-Arme auf dem schulischen Menü. Das Ganze hat ­jedoch nichts mit Kochunterricht, sondern vielmehr mit dem Programm «Dan­cing Class­rooms» zu tun. In 18 Lektionen lernen die Schüler sieben Gesellschaftstänze wie beispielsweise Merengue, Foxtrott und Swing sowie verschiedene Line-Dances.

Die pädagogische Tanzleh­rerin Ja­nine Bre­danger erklärt: «Es geht bei diesem Unterricht nicht nur um das Erlernen der Tanz­schritte. Sondern vor allem auch darum, dass Jungen und Mädchen in diesem Alter auf spielerische Weise einen Bezug zum respektvollen Umgang mitein­ander erhalten.»

Das Programm ist speziell auf Zehn- bis Zwölfjährige ausgerichtet und soll das soziale Bewusstsein, die Toleranz und das gegenseitige Vertrauen zueinander fördern. Klassenlehrerin Nadia Graber ergänzt: «Ich hatte von einer Kolle­gin von diesem Tanzprojekt gehört und freue mich, dass wir dies hier durchführen können. Für mich persönlich sind die Standardtänze auch Neuland. Ich lerne die Tanz­schritte also zusammen mit meinen Schülern – und ganz viel Spass.» Das Programm wird aktuell nicht nur im Schulhaus Bergli, sondern auch in zwei weiteren Klassen in den Schulen Moos und Dorf in Rüschlikon durchgeführt.

Mit Reimen zum Gesellschaftstanz

Heute steht die Polka als erster neu zu erlernender Tanz auf dem Programm. Tanzlehrerin ­Janine Ber­danger zeigt die Schritte ­zuerst im Detail vor: «Ferse, ­Spitze, Ferse, Spitze – und jetzt ­alli abe­flitze.» Die Reime helfen dabei, die Schrittabfolgen im Gedächt­nis zu behalten.

Der respektvolle Umgang mitein­ander wird im Tanzsaal schon mit der gegenseitigen Anspra­che zelebriert: Die Mädchen werden alle ­Lady genannt und von den Gentle­men zum Tanz aufgefordert. Dank eines Rotationssystems kommt es ­immer wieder zu neuen Paarkombinationen beim Gesellschaftstanz. «Wettsch du mit mir tanze?», ist die Einstiegsfrage, bevor die Grundposition eingenommen wird. Das Tempo ist ­zackig, und die Schüler müssen viele Informationen verarbeiten. Dies ist auch das Spezielle am Konzept der Dancing Class­rooms, welche in New York ihren Ursprung ­haben: Mit Vorzeigen, laut mitsprechen und selber mittanzen werden alle Lernsinne ange­regt.

Schlussaufführungen im Juni und Juli

Man sieht es den tanzenden ­Ladys und Gentle­men an: Sie sind zum einen hoch konzentriert, zum anderen auch mit viel Freude dabei – immer wieder gibt es etwas zu kichern. Zum Beispiel dann, wenn die Tanzleh­rerin die korrekte Fusshaltung als Chop­stick-Füsse bezeichnet oder die Schüler dazu auffordert, ihre Arme in der Poulet­flü­geli-Haltung hochzunehmen und diese nicht hängen zu lassen. «Wir kommen sehr gerne in ­diese Lektion», erzählt der elfjährige Ramón, und seine zehnjäh­rige Klassenkollegin Jaan ergänzt: «Vor allem der Gruppentanz macht immer mega Spass.»

Die Tänze werden übrigens nicht nur fürs Klassenzimmer ­geübt: Als krönender Abschluss des Programms finden im Juni und Juli in beiden teilneh­menden Schulhäusern fest­liche Schlussaufführungen statt, bei welchen die Schülerinnen und Schüler ihr tänzerisches Können zum Besten geben werden.


Weitere Infos zum Programmunter www.dancingclassrooms.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.05.2017, 10:33 Uhr

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