Politik

Die Stimmbürger am Zürichsee sind bester Schweizer Durchschnitt

Das Abstimmungsverhalten in den Bezirken Horgen und Meilen weicht selten vom nationalen Ergebnis ab. Dies zeigt eine exklusive Auswertung von 322 nationalen Urnengängen.

Die meisten Seegemeinden stimmen fast immer gleich wie die Gesamtschweiz.

Die meisten Seegemeinden stimmen fast immer gleich wie die Gesamtschweiz. Bild: Symbolbild/Keystone

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Ein Resultat der Abstimmungen an diesem Wochenende kann jetzt schon verraten werden: Wohl kaum eine Gemeinde in der Region Zürichsee wird anders abstimmen als die gesamte Schweiz. Diese Prognose ist keine Hexerei, denn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den beiden Seebezirken verhalten sich extrem helvetisch-durchschnittlich. Soll heissen: Wenn die Schweiz Ja oder Nein zu einer nationalen Vorlage sagt, gilt das in der Regel auch in den Gemeinden der Bezirke Horgen und Meilen.

Dies beweist eine Analyse der Abstimmungsdaten des Teams Datenjournalismus von Tamedia AG, zu der auch diese Zeitung gehört. Es hat die Daten des Bundesamts für Statistik für alle nationalen Abstimmungen von 1981 bis 23. September 2018 untersucht.

Linker Bezirk «schweizerischer»

Spitzenreiter in der Region sind Adliswil und Wädenswil. Dort schwang in 302 von 322 Abstimmungen das Pendel auf dieselbe Seite wie in der Schweiz. Das ergibt eine Trefferquote von 93,8 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Die beiden Städte wichen nur in 20 Fällen (6,2 Prozent) vom Schweizer Volk ab. Am nächsten in der Region kommen Richterswil und Langnau (je 92.5 Prozent/ 298 mal Übereinstimmung) und Horgen (92,2 Prozent/297).

Der rechtsufrige Bezirk Meilen ist nicht ganz so «linientreu». Hier ist Uetikon Klassenbester mit 91,3 Prozent (294 Treffer) vor Meilen (90,7 Prozent/292) und Männedorf (90,4 Prozent/291). Dafür ist die rechte Seeseite wesentlich homogener, denn die Gemeinde mit der grössten Abweichung vom nationalen Resultat – Oetwil (87,3 Prozent/281) – liegt weniger als 4 Prozentpunkte hinter Uetikon. Anders im Bezirk Horgen: Dort fallen zwei Berggemeinden deutlich ab. Hütten (79,8 Prozent/257) verlor jede fünfte Abstimmung gegen die Schweiz. In Schönenberg sieht die eidgenössische Bilanz auch nicht viel besser aus (82,3 Prozent/265).

Das ist aber nichts im Vergleich zu Unteriberg, keine 25 Kilometer Luftlinie vom Zürichsee entfernt: Die Schwyzer Gemeinde hinter dem Sihlsee belegt mit nur 58,7 Prozent (189) Übereinstimmung mit der Schweiz den letzten Platz aller 2222 untersuchten Gemeinden. Zuoberst als «Schweizer Paradegemeinde» thront Ebikon. Die Stimmbürger in der Luzerner Gemeinde haben sich in 38 Jahren nationale Politik nur 15 Mal vertan und erreichen 95,3 Prozent Trefferquote.

Adliswil weicht jetzt ab

Auch Rapperswil-Jona ist in der Tabelle als 11. Mit 94,4 Prozent (304) weit oben vertreten. Der Rosenstadt gebührt sogar ein Titel: Es hat die letzten 55 Abstimmungen nicht mehr gegen die Schweiz verloren. Zuletzt falsch lag es am 3. März 2013 als es den Bundesbeschluss über die Familienpolitik ablehnte, das Schweizervolk mehrheitlich aber Ja stimmte. Und doch gewann damals Rapperswil-Jona, weil die Vorlage am Ständemehr scheiterte.

Apropos scheitern: Adliswil droht seine regionale Vorbildposition zu verlieren. Bei der ersten Abstimmung, die nicht mehr für diese Analyse zählte, hat es gegen die Schweiz gestimmt. Adliswil nahm nämlich im November die Hornvieh-Initiative an, während die Vorlage national verworfen wurde.

Erstellt: 17.05.2019, 14:46 Uhr

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