Richterswil / Einsiedeln

Die Spitäler Paracelsus und Einsiedeln stärken gemeinsam die Chirurgie

Dank der Zusammenarbeit der beiden Spitäler in Richterswil und Einsiedeln gewährleistet ein Chirurgenteam neu eine Betreuung des chirurgischen Notfalls rund um die Uhr.

Das neue regionale chirurgische Netzwerk übernimmt ab 1. Dezember auch den chirurgischen Notfall am Paracelsus-Spital.

Das neue regionale chirurgische Netzwerk übernimmt ab 1. Dezember auch den chirurgischen Notfall am Paracelsus-Spital. Bild: Manuela Matt

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Insbesondere kleine Spitäler geraten immer stärker unter ökonomischen Druck. «Eine quantitativ und qualitativ gute Versorgung rund um die Uhr anzubieten, kann sich ein kleines Spital kaum mehr leisten», sagt Urs Birchler, Direktor des Spitals Einsiedeln mit 65 Betten.

Dies sei jedoch nicht der einzige Grund, weshalb das Spital Einsiedeln ab dem 1. Dezember mit dem Paracelsus Spital in Richterswil eine Kooperation eingeht, um ein überregionales chirurgisches Versorgungsnetzwerk aufzubauen. Koordiniert wird dieses von Lukas Krähenbühl, Professor und Leiter der Klinik Chirurgie am Spital Einsiedeln. «Es gab verschiedene Faktoren, um beiderseits eine Kooperation zu suchen», sagt Birchler.

Team aus fünf Ärzten

Zu einem dieser, für die Patienten der Onkologie, wichtigen Faktor zählen die Bauchoperationen. Bekannt ist das Paracelsus Spital für seine integrative Onkologie. Es habe eine grosses Netzwerk und zudem ein Tumorboard, sagt Lukas Krähenbühl. Dieses bietet einen Ansatz der Behandlungsplanung bei bösartigen Erkrankungen.

Eine Reihe von Ärzten, die Experten in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen sind, prüfen und diskutieren in diesem Rahmen den medizinischen Zustand und die Behandlungsmöglichkeiten eines Patienten. Anschliessend wird der Patient über die Möglichkeiten informiert und kann dann selbst entscheiden, ob er operiert werden möchte und wo die Operation durchgeführt werden kann.

Als Viszeralchirurg – also Chirurg des Bauchraums – war auch Lukas Krähenbühl bereits beim Tumorboard involviert. «Da jedoch das Paracelsus Spital keinen Leistungsauftrag in Viszeralchirurgie besitzt, in der Onkologie jedoch häufig Bauchoperationen durchgeführt werden müssen, hat das Paracelsus-Spital oft komplexe Fälle verloren», sagt Krähenbühl und ergänzt: «Dank der neuen Kooperation könnten Patienten, die eine intensivmedizinische Betreuung benötigen, im Spital Einsiedeln operiert werden.» Noch komplexere viszeralchirurgische Eingriffe können zudem am Universitätsspital Zürich durchgeführt weden, wo Krähenbühl akkreditiert ist.

«Wir sind grundsätzlich offen für weitere Kooperationen auch mit anderen Spitälern»Jürgen Robe

Zum Team des Netzwerkes gehören neben Lukas Krähenbühl zwei weitere Ärzte des Spitals Einsiedeln und zwei Viszeralchirurgen mit jeweils einer Praxis in Thalwil. Damit übernimmt das neue regionale chirurgische Netzwerk auch den chirurgischen Notfall am Paracelsus-Spital. «Mit dieser Manpower können wir sowohl in Richterswil als auch in Einsiedeln rund um die Uhr für unsere Patienten da sein», sagt Krähenbühl.

Die Kosten teilen sich die beiden Spitäler. Die drei in Einsiedeln fest angestellten Ärzte werden vom Spital Einsiedeln finanziert und für Ihre Leistungen in Richterswil erhält das Spital Einsiedeln Geld vom Paracelsus-Spital. Die Belegsärzte werden vom jeweiligen Spital für ihre Leistungen bezahlt, wie Birchler sagt.

Seit Oktober nutzen die Spitäler auch Synergien im Bereich Küche. Das Spital Einsiedeln beliefert das Paracelsus Spital mit Essen für die Patienten. Letzteres hätte sonst seine Küche ausbauen müssen.

«Wir sind grundsätzlich offen für weitere Kooperationen auch mit anderen Spitälern» sagt Jürgen Robe, Arzt und CEO der NSN Medical AG, der Besitzerin des Paracelsus-Spitals. Gespräche dazu gäbe es aber derzeit keine. Das Spital Einsiedeln ist derweil weiterhin in Verhandlungen mit einem möglichen strategischen externen Partner.

Erstellt: 14.11.2019, 17:29 Uhr

Lukas Krähenbühl, Chefarzt Chirurgie, Einsiedeln. (Bild: pd)

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