Wädenswil

Schwinger planen eine neue Halle in Wädenswil

Der Schwingklub des linken Zürichseeufers ist seit zehn Jahren heimatlos. Nun hat er die Baueingabe für eine neue Trainingshalle eingereicht.

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Sägemehl in Gesicht und Haar, rote Wangen und hungrige Bäuche: So beenden die Jungschwinger am Mittwochabend ihr Training. Für eine Stunde haben sie gekämpft, Schwünge geübt und sich das Sägemehl vom Rücken geklopft.

Bevor anschliessend die erwachsenen Schwinger ihr Training beginnen, werden die rund dreissig Jungschwinger im Alter von sechs bis 16 Jahren im Schweizer Traditionssport gefördert.

Zweimal pro Woche trainieren die rund 50 Sportler in der provisorischen Schwinghalle im ehemaligen Heustock auf dem Bauernhof Neuhof in Schönenberg. Einige Jungschwinger sind an diesem Mittwochabend mit dem Velo da, viele müssen aber aufgrund der Lage des Hofes mit dem Auto hingefahren werden. Es ist nicht das einzige, das den Schwingern zu schaffen macht. Auch die Kälte in der Halle im Winter ist ein Problem. «Zum Teil war das Sägemehl gefroren», sagt Dario Wagner, Trainer der Jungschwinger. Ab und zu hätten sie Handschuhe und Kappe im Training anziehen müssen.

Pläne liegen auf

Nun scheint jedoch ein Ende dieser provisorischen Lösung in Sicht: Eine neue Trainingshalle für die Schwinger soll bei der Sportanlage Beichlen zwischen der Schiessanlage und einer Hundeschule zu stehen kommen. Die Schwinger haben bereits die Baueingabe bei der Stadt eingereicht.

Hier soll die neue Schwinghalle entstehen.

Geplant ist ein einfacher Holzbau. Die neue Halle soll rund 21 Meter lang und fünf Meter hoch werden. Dies zeigen die Pläne, die derzeit auf dem Bauamt aufliegen. Entstehen sollen unter anderem Duschen und Garderoben. Also das, was den Schwingern bisweilen dringend fehlt. Zurzeit müssen die Sportler jeweils ungeduscht nach Hause. Neben den sanitären Einrichtungen und einem Lagerraum soll der Innenraum des Neubaus aus einer grossen Halle bestehen. Könnte der Schwingklub das Projekt realisieren, stünde den Schwingern eine Fläche von 143 Quadratmetern mit Sägemehl zur Verfügung.

Sobald die Genehmigung eintrifft kann sich der Schwingklub auf die Suche nach Sponsoren machen. «Eine Halle würde die Trainingsbedingungen sehr verbessern und auch das Vereinsleben fördern», so Christian Bossart, Präsident des Schwingklubs. «Weil wir ein Bezirksverein sind, fühlte sich vor einigen Jahren einfach niemand verantwortlich für uns». Aus diesem Grund wurde vor zehn Jahren ein Schwingplatz nicht mehr mit eingeplant, als die alte Sporthalle Berghalden in Horgen einem Neubau weichen musste. Die Schwinger wurden an andere Gemeinden verwiesen oder versuchten in Provisorien Unterschlupf zu finden.

Schützen mit im Boot

Vor einem Jahr haben sich die Sportler nun nochmals zusammengetan, um einen geeigneten Standort zu finden. «Mit der Gemeinde Wädenswil haben wir ein gutes Verhältnis und der Standort Beichlen wäre optimal», so Vinzenz Bütler, Präsident des Trägervereins, welcher für die neue Schwinghalle kämpft. Unzählige Sitzungen hat der Schwingklub abgehalten, sich zusammen mit dem Trägerverein auf einen Standort geeinigt und dann zusammen mit einem Architekten ein konkretes Projekt geplant.

«Wir stehen auch in Kontakt mit dem Schützenverein», sagt Bütler. Wie die Pläne beim Bauamt zeigen, ist direkt beim Eingang ein Bereich für die Schützen angedacht. Die Zielscheiben sind auf der anderen Seite der Halle montiert. Doch vorerst müssen die Schwinger nun die Bewilligung abwarten. Die Pläne liegen noch bis am 13. Juni öffentlich auf.

In den Plänen sind Kosten von 800'000 Franken vermerkt. Die Stadt Wädenswil begrüsst das Vorhaben der Schwinger. «Die Halle passt ins Quartier», sagt Stadtrat Planen und Bauen Heini Hauser (SVP). Die Stadt Wädenswil könne sich auch vorstellen, das Projekt zu unterstützen. «Zwar nicht mit einer typischen Subvention aber mit einem fairen Baurechtszins», sagt er.

Am Ende des Trainings ist die Luft auf dem Heuboden beim Neuhof stickig. Bevor die Erwachsenen ihr Training beginnen wird eine Luke für frische Luft geöffnet. Die Kinder versuchen, so gut es geht, sich vom Sägemehl in Schuhe und Kleidern zu befreien, bevor sie sich auf den langen Heimweg machen.

Erstellt: 31.05.2019, 11:22 Uhr

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