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Die Sanierung der Seeuferbauten könnte langfristig ins Geld gehen

Die Gemeinde Richterswil liess im Herbst den Zustand ihrer Bauten am See durch ein Ingenieurbüro beurteilen. Ein Sicherheitsrisiko besteht am Richterswiler Seeufer aktuell nicht. In den kommenden 20 Jahren könnten jedoch grössere Investitionen auf die Gemeinde zukommen.

Über 1,7 Kilometer verbaute Uferlänge verfügt Richterswil. Davon gehören 22 Prozent dem Kanton – und dazu zählt auch das Richterswiler Horn.
Über 1,7 Kilometer verbaute Uferlänge verfügt Richterswil. Davon gehören 22 Prozent dem Kanton – und dazu zählt auch das Richterswiler Horn.
Archiv Sabine Rock

Schadhafte Wasserbauten können schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Mit Wasserbauten sind Hafenanlagen, Stege, Ufersicherungen, Bootsrampen oder auch Flosse und Bojen gemeint. Richterswil hat deren viele. «Wir wollen unsere Bauten optimal instand halten», sagt Thomas von Atzigen, Leiter Tiefbau und Entsorgung der Gemeinde Richterswil. Aus diesem Grund beauftragte die Gemeinde das Ingenieurbüro Staubli, Kurath & Partner AG, den Zustand der gemeindeeigenen und kantonalen Seeuferbauten zu überprüfen. Das erstellte Werterhaltungskonzept des Ingenieurbüros ist jedoch keinesfalls verbindlich, sondern dient lediglich als Planungsinstrument für die kommenden Jahre und Jahrzehnte.

Nur geringe Schäden

«Viele Wasserbauten wurden vor 50 bis 100 Jahren erstellt», sagt Thomas von Atzigen. Schäden an solchen Bauten entstehen einerseits aufgrund des Alters oder wegen der dauernden Belastung durch das Wasser wie Strömung oder Wellenschlag.

Aktuell halten sich die identifizierten Schäden noch in Grenzen. Im laufenden Jahr investiert die Gemeinde darum erst einmal 200 000 Franken in die Instandstellung und Reparatur ihrer Seebauten. «Es handelt sich hierbei um Kleinmassnahmen», sagt von Atzigen. Beispielsweise brauche es Anpassungen bei der alten Mole. Im Seebad müssten ein paar Seile ausgetauscht und die Befestigungen beim Floss erneuert werden, sagt er. Zudem sei eine Treppe beim Horn unterspült. «Ein akutes Sicherheitsrisiko besteht allerdings nirgends».

Es könnte teuer werden

Orientiert sich die Gemeinde jedoch weiter an den empfohlenen Massnahmen des Ingenieurbüros, könnte es für Richterwil in den nächsten Jahren teuer werden. Die Gemeinde müsste für die Erhaltungsmassnahmen ihrer Seebauten in den nächsten zehn Jahren rund 6 Millionen Franken investieren. Davon müsste die Gemeinde rund 3 Millionen bis Ende 2019 für die Instandsetzung der Bauten ausgeben.

Die Gemeinde müsste für die Erhaltung ihrer Seebauten in den nächsten zehn Jahren rund 6 Millionen Franken investieren.

Von den untersuchten Wasserbauten gehören rund 78 Prozent der Gemeinde Richterswil sowie 22 Prozent dem Kanton Zürich. Dies alles bei einer verbauten Uferlänge von 1,7 Kilometern Länge. Im Besitz des Kantons befindet sich unter anderem das Richterswiler Horn.

Alle Objektschäden erfasst

Für die Analyse der Zustandes der Wasserbauten fuhren die Wasserbauingenieure das gesamte Ufer mit einem Boot ab und sind die Ufer abgelaufen. Zudem tauchten sie den gesamten Bereich ab, um den Zustand der Bauteile auch unter Wasser zu beurteilen.

Hierbei erfassten die Ingenieure die Objektschäden, definierten die möglichen Sanierungsmassnahmen und ermittelten den sogenannten Wiederbeschaffungswert jedes Bauwerkes. Dieser Wert beinhaltet in erster Linie die Kosten für den Abbruch der alten, wie auch den Neubau der neuen Konstruktion. Hinzu kommen die Kosten für die Planung und die Installations- und Fertigstellungsarbeiten – zuzüglich Mehrwertsteuer.

Der Wiederbeschaffungswert der kantonalen und gemeindeeigenen Uferbauten in Richterswil beläuft sich gemäss des Berichtes auf rund 22 Millionen Franken. Zählt man die Werte für Gebäude und restliche Bauten wie beispielsweise Stege, Hafenmolen und Bootsrampen dazu, ergibt sich in Richterswil ein totaler Wiederbeschaffungswert von 32,2 Millionen Franken für die gesamten Seeuferbauten. «Die Projekte, was wir konkret in den nächsten Jahren umsetzen, werden wir im laufenden Jahr erarbeiten», sagt Thomas von Atzigen. «Die erarbeiteten Projekte müssten dann jeweils noch durch den Gemeinderat und zusätzlich auch vom Kanton bewilligt werden», sagt der Richterswiler Werkvorstand Christian Stalder (SVP).

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