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Die Rechnung nimmt die Gemeinderatshürde

Der Gemeinderat Wädenswil zeigte sich ­erleichtert darüber, dass die Rechnung 2016 besser als ­budgetiert abgeschlossen hat. Den Mahnfinger erhoben ­dennoch einige Fraktionen.

Die Sparübungen haben Wirkung gezeigt: Statt einem Defizit von 10 Millionen Franken resultierte in Wädenswil 2016 lediglich ein Minus von 400'000 Franken.
Die Sparübungen haben Wirkung gezeigt: Statt einem Defizit von 10 Millionen Franken resultierte in Wädenswil 2016 lediglich ein Minus von 400'000 Franken.
Sabine Rock

Als eine positive Überraschung bezeichnete SVP-Gemeinderätin Christina Zurfluh, Präsidentin der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) die Rechnung 2016 der Stadt Wä­denswil. «Allerdings muss man sich schon die Augen reiben», fügte sie an. Denn budgetiert war ein Minus von 4 Millionen Franken. Im Herbst habe der Stadtrat ein Defizit von fast 10 Millionen Franken vorausgesagt. Schliesslich resultierte ein Minus von 0,4 Millionen Franken. «Es ist ­erfreulich, dass der Sparappell angekommen ist», bilanzierte sie. Sparanstrengungen brauche es auch in Zukunft.

«Glück gehabt», sagte FDP-Gemeinderat Thomas Koch zum fast ausgeglichenen Ergebnis. Zum einen Teil hätten die Sparanstrengungen des Stadtrates und der Verwaltung zum besseren Ergebnis geführt. «Dies ist vor allem ein Verdienst der FDP im Verbund mit den anderen bürgerlichen Parteien», sagte er.

Rita Hug von den Grünen sieht das Sparen nicht nur positiv. ­Personalstellen seien lange Zeit nicht besetzt gewesen. «Bei Un­terbesetzung wird zwar gespart, aber es besteht die Gefahr, dass das Personal ausbrennt und Aufgaben hinausgeschoben werden.» Sparmassnahmen würden unter Umständen mehr schaden als nützen.

SP-Gemeinderat Christian Gross wies auf einen anderen Grund für den verbesserten Rechnungsabschluss hin, die Mehreinnahmen. Es sprudelten mehr Quellen- und Nachsteuern als budgetiert – ein einmaliger Effekt. Er monierte, dass der Selbstfinanzierungsgrad der Stadt zu tief sei. Nur etwa die Hälfte der Investitionen bezahle sie selber.

Klippen umschiffen

Pierre Rappazzo (GLP) sagte, die Stadt habe bei der IT Nachholbedarf. Die GRPK sorge sich, dass die Software auf den neusten Stand gebracht werde. Lukas Wiederkehr von der CVP ging auf die Präventionsarbeit ein. «Sie hat die Ziele erfüllt», sagt er. Dies, weil die verschiedenen Akteure wie Polizei, SIP und Jugendarbeit gut zusammenarbeiteten.

Finanzvorstand Peter Schuppli (FDP) bemerkte, ein Budget ­werde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Es seien aber unzählige Klippen zu umschiffen. Beispielsweise wirke sich die Konjunktur direkt auf die Steu­ereinnahmen aus. Die Ausgabenseite könnte wegen einer notfallmässigen Reparatur bei einer städtischen Anlage unerwar-tet ansteigen. Er bezeichnet den Rechnungsabschluss als eine ­«rote Null» und er hoffe, dass sich dies fortsetze. Der Stadtrat halte am Ziel einer ausgeglichenen Rechnung fest.

Der Gemeinderat hat am Montagabend die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht des Stadtrates 2016 einstimmig gutgeheissen. Er genehmigte ebenfalls einstimmig die Bauabrechnungen für die Erneuerung des Lehrschwimmbeckens im Schulhaus Steinacher sowie für die Fotovoltaikanlage Untermosen. Die Kosten seien unter Kredit, was erfreulich sei, sagte Christine Merseburger (EVP).

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