Zürichsee

Die Panta Rhei benötigt einen neuen Motor

Das einstige Problemschiff Panta Rhei muss im kommenden Jahr zurück in die Werft. Es benötigt einen neuen Motor. Bei der ZSG betont man: Die Wartung läuft nach Plan.

Die Panta Rhei erhält nach 10 Jahren einen neuen Motor.

Die Panta Rhei erhält nach 10 Jahren einen neuen Motor. Bild: Archiv Manuela Matt

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Das Flagschiff der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) benötigt einen neuen Motor. Nur zehn Jahre nach ihrer ersten Fahrt muss die Panta Rhei voraussichtlich 2018 in die Werft zur Operation am offenen Schiffsherzen.

Der schwimmende Glaskoloss hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Panta Rhei war zu Beginn ihrer Karriere mehrmals ungeplant zu Gast in der Werft. 2008 mussten Probleme mit dem Rumpf ausgemerzt werden, der einen zu hohen Wellengang verursachte. Kurz darauf mussten undichte Stellen repariert werden. Es folgten ein Zusammenstoss mit der Hafenmauer und ein Getriebeschaden, 2012 lief das Schiff wegen des tiefen Wasserstandes vor Herrliberg auf Grund.

Diesmal, das versichert die ZSG, handle es sich allerdings um einen geplanten Aufenthalt in Wollishofen.«Die Lebensdauer eines Schiffsmotors kann je nach Motor und Einsatz stark variieren und liegt bei der Linth und Panta Rhei in der Grössenordnung von ca. 25’000 Betriebsstunden», sagt ZSG-Sprecherin Conny Hürlimann auf Anfrage. Bei der «Panta Rhei» müsse beachtet werden, dass sie Sommer wie Winter im Einsatz stehe und damit wesentlich mehr Kilometer absolviere als andere Schiffe. «Sie wird Ende 2018 ca. 23’000 Betriebsstunden aufweisen», meint Hürlimann.

Sparpotenzial gefunden

Die ZSG hat den Zuschlag für die Wartung vergangene Woche vergeben, gleich zwei Schiffe sollen profitieren. Der Preis von 585000 Franken beinhaltet die beiden Antriebsmotoren, die Getriebe und die Motorsteuerung für die Linth und die Option zur Neumotorisierung der «Panta Rhei». Dass die ZSG gleich zwei Schiffe aufrüsten will, hängt mit dem Wartungsaufwand zusammen. «Nach der derzeitigen Planung für die Panta Rhei wird diese das gleiche Motormodell wie die Linth erhalten», sagt Hürlimann.

Durch die Vereinheitlichung der Wartung an baugleichen Motoren könne Sparpotenzial erzielt werden. Synergien nutzen könne man in Bezug auf die Ersatzteilhaltung, den Wartungsplan und die Ausführung der Arbeiten. Zur Höhe der finanziellen Entlastung machte die ZSG keine Angaben. Der Einsatz baugleicher Motoren in der ZSG-Flotte sei nur dann möglich, wenn die betreffenden Neumotorisierungen zeitlich kurz hintereinander liegen, da die technische Weiterentwicklung der Motoren stetig voranschreite, heisst es beim Unternehmen.

Die Linth ist neu saniert

Mit dem MS Linth wird in diesem Winter ein Schiff neu motorisiert, das bereits 2015/2016 ein halbes Jahr nicht im Einsatz stand. Damals wurde die Innengestaltung komplett erneuert. Hätte man diese Arbeiten nicht zusammenfassen können und so noch mehr Sparpotenzial gefunden? Nein, sagt Hürlimann. «Das wäre zeitlich nicht machbar gewesen.» Für den Innenausbau seien die ganzen Wintermonate gebraucht worden, das Schiff wurde ab Juni 2016 wieder eingesetzt.

Die Neumotorisierung ihrerseits startet jetzt im Oktober mit den Vorbereitungsarbeiten. Nach der Expovina gegen Ende November wird die Linth ausgewassert und laut Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft voraussichtlich ebenfalls auf die Hauptsaison im Juni wieder einsatzbereit sein. Die Revision über die Wintermonate wird mehrheitlich von ZSG eigenen Mitarbeitern durchgeführt, die im Sommer auf dem See unterwegs sind. Letztmals wurde der Motor der Linth Ende 2000 ersetzt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.10.2017, 15:34 Uhr

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