Richterswil

Die ausgeglichene Donata gewinnt die Miss-Wahl

An der Viehprämierung wurde die schönste Kuh der Gemeinde gekürt.

Landwirt Franz Schuler und seine Donata – die schönste Kuh aus Richterswil.

Landwirt Franz Schuler und seine Donata – die schönste Kuh aus Richterswil. Bild: André Springer

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Nur mit Anstrengung kann die grosse Kuh vom Landwirt gehalten und auf den rechten Weg gebracht werden. Widerwillig reiht sie sich wieder in die kleine Parade auf dem Schauplatz Haseln in Samstagern ein. Die Landwirte führen ihr Tier einmal im Kreis und präsentieren ihr Vieh den Schaurichtern und Besucher Schritt für Schritt. Die Szenerie ist untermauert vom lauten Muhen der Kühe und Glockengeläut.

Am Dienstagnachmittag wird bei der Misswahl die schönste Kuh aus Samstagern und Richterswil gekürt. Grösstenteils zu Fuss haben sechs Landwirte aus der Umgebung mit ihrem Vieh den Weg zur Viehprämierung gefunden. Insgesamt 225 Jungtiere, Stiere und Kühe stehen auf dem Platz. Kurz vor 12 Uhr werden sieben Kühe für die Miss-Wahl der Reihe nach aufgestellt und müssen sich dem prüfenden Blick der Experten unterziehen.

Insgesamt 225 Jungtiere, Stiere und Kühe wurden im Haslenzopf in Samstagern zur Schau gestellt.

Harmonisches Tier ist die neue Miss

Rasch verkünden die Schaurichter die diesjährige Siegerin der Viehprämierung Richterswil: ein behorntes Brown-Swiss Rind. Donata die neue Miss-Richterswil und Landwirt Franz Schuler dürfen den Preis für die schönste Kuh, eine Glocke, entgegen nehmen. Schaurichter Martin Haab bezeichnet die Sieger Kuh als ausgeglichenes und fehlerfreies Tier ohne Extreme. «Das oberste Ziel ist eine funktionale Kuh zu küren. Das heisst, sie soll einem Bauern an 365 Tagen im Jahr nützen», erklärt Haab.

Dazu gehören gesunde Beine, eine gute Kapazität des Leibes und als wichtigstes Kriterium: ein gesundes und wohlgeformtes Euter. Donata, die frisch gekürte Miss, erfüllt diese Kriterien. «Sie ist weder die grösste, älteste noch die längste Kuh. Sie hat aber ein hervorragendes Euter und ist ein sehr harmonisches Tier weswegen ihr den Missen-Titel gehört», verkündet Speaker und Schaurichter Haab.

Alle Kühe an der Viehschau wurden entweder in Richterswil oder in Samstagern geboren.

Landwirt Franz Schuler vom Hof Seeli am Hüttnerseeli und Besitzer von Donata sagt: «Donata ist 2013 geboren. Ich habe gehofft, dass sie gewinnt und es macht mir grosse Freude, dass ich zum vierten Mal einen Preis mit nach Hause nehmen darf». Er ist mit insgesamt 35 Tieren angereist und bezeichnet die Viehschau als eine Möglichkeit, wo sich die Bauern der Bevölkerung präsentieren können. «Natürlich ist die Prämierung aber auch ein schönes Fest für uns und die Bevölkerung», ergänzt er. Und tatsächlich sind die Festbänke trotz des grauen Wetters gut besetzt. Viele Kinder sind vor Ort, nähern sich vorsichtig den grossen Kühen und zeigen umso weniger Berührungsängste im Streichelzoo, wo sich kleinen Kaninchen streicheln lassen. Auch Besucher die nicht mit dieser Schweizer Tradition vertraut sind, lassen sich unter den Zuschauern finden. Marlies Müller aus Unterägeri meint lachend: «Ich habe keine Ahnung von Kühen, wir sind zum ersten Mal an einer Viehprämierung».

Es gibt immer weniger Landwirte

Im Vergleich zu früher, so die gängige Meinung, sind die heutigen Viehschauen nicht mehr ein Anlass für Züchter, sondern ein wichtiges Schweizer Kulturgut und eine Plattform, wo sich die Bauern präsentieren dürfen. «Haltet an dieser Tradition fest», mit diesen Worten wendet sich Haab zum Abschluss der Siegerehrung an die Landwirte. Ok-Präsident Jörg Hottinger sagt, dass die Organisatoren stolz seien, das Fest weiterführen zu können, auch wenn es immer weniger Landwirte in der Gemeinde Richterswil gibt. Vor 20 Jahren hätten sich noch rund 20 Bauern auf dem Platz eingefunden. Heute sind es nicht einmal mehr die Hälfte. Speziell an der Viehprämierung in Richterswil sei, dass es hier nicht genügend Kühe der jeweiligen Rassen gebe und man daher Brown Swiss, Fleckenvieh und Original Braunvieh miteinander vergleichen muss. «Das macht es nicht ganz einfach», erklärt Schaurichter Haab.

Erstellt: 08.10.2019, 16:52 Uhr

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