Thalwil

«Die Landsgemeinde soll das Interesse für die Politik wecken»

Märk Fankhauser (FDP) wird im Juni eine Gemeindeversammlung im Stil einer Landsgemeinde abhalten. Damit will der Gemeindepräsident nicht nur die Stimmberechtigten erreichen.

Wie hier in Glarus, soll die Gemeindeversammlung im Juni auch in Thalwil die Form einer Landsgemeinde nehmen.

Wie hier in Glarus, soll die Gemeindeversammlung im Juni auch in Thalwil die Form einer Landsgemeinde nehmen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Wozu braucht Thalwil an der Versammlung im Juni eine adaptierte Form der Landsgemeinde?
Märk Fankhauser: Wir wollen das Interesse für die Gemeindepolitik bei den Thalwilern wecken. Wenn die Versammlung im Freien stattfindet, ist der Zugang niederschwelliger, als wenn man einen offiziellen Raum betreten muss. Einerseits kommen dadurch vielleicht Personen vorbei, die sich sonst nicht für die Kommunalpolitik interessieren. Andererseits wollen wir die Versammlung für die nicht Stimm­berechtigten in Thalwil einfacher zugänglich machen. Bei einem Ausländeranteil von 28 Prozent ist das eine nicht zu unterschätzende Anzahl Personen. Diesen und auch den jüngeren Stimmbürgern möchten wir unser System der direkten Demokratie näher­bringen.

«Das Interesse für die Politik wecken» klingt, als wären die Thalwiler politisch verschlafen.
Die Thalwiler sind politisch äusserst mobil und stets kritisch. Das sieht man auch an der Debatte, die unter anderem in den Medien ausgetragen wird. Die Gemeinde ist der Hotspot von Leserbriefschreibern. In Thalwil wohnen keine verschlafenen, sondern debattierfreudige Bürger.

An der letzten Gemeindeversammlung gab es eine Beteiligung von 1,6 Prozent. Ist die Landsgemeinde ein Versuch, die Quote zu erhöhen?
Das Ziel ist wirklich, das Interesse zu wecken und auch künftig eine gute Beteiligung an unseren Gemeindeversammlungen zu erreichen. Da gleichzeitig noch die Kulturtage stattfinden, werden wir das sicher erreichen.

Eine höhere Beteiligungsquote würde die Argumente für ein ­Parlament entkräften.
Ich sehe da keinen Zusammenhang. Wir hatten je nach Traktanden auch schon 1000 Stimmbürger an einer Gemeindeversammlung.

Wie müssen sich die Thalwiler ­ihre Landsgemeinde vorstellen?
Rechtlich gesehen ist es natürlich eine normale Gemeindeversammlung, die jedoch wie die Landsgemeinden in Glarus oder Appenzell Innerrhoden draussen stattfinden soll. Im inneren Kreis werden die Stimmberechtigten sitzen. In einem äusseren Kreis können die Interessierten und nicht Stimmberechtigten der Versammlung beiwohnen. Die Details sowie die konkreten Geschäfte – ausser der Rechnung 2018 – und ein allfälliges Rahmenprogramm sind noch nicht geklärt. Auf jeden Fall beschliessen wir die Versammlung mit einem Apéro.

Und die Standortfrage?
Da sind wir uns noch nicht sicher. Ein möglicher Standort wäre direkt vor dem Gemeindehaus und dem Haus Sonnegg. Dort hätten wir die nötige Infrastruktur in der Nähe und könnten bei Regen trotzdem in den Saal dislozieren. Aber auch der «Eselipark» neben der ­reformierten Kirche wäre ein sehr geeigneter Versammlungsort.

Soll eine Gemeindeversammlung im Freien öfter stattfinden oder ist es ein einmaliger Anlass?
Wagen wir mal diesen Versuch. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir weitere Versammlungen draussen durchführen werden. Zuerst müssen wir aber jene im Juni abwarten und dann ein Fazit ziehen. Die bisherigen Reaktionen aus der Bevölkerung waren positiv.

Erstellt: 04.01.2019, 10:39 Uhr

Märk Frankhauser (FDP), Thalwiler Gemeindepräsident

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