Horgen

Die katholische Kirche wird für 3,4 Millionen Franken aufgefrischt

An der ausserordentlichen Kirchgemeinde­versammlung in Horgen wurde vorgestern über Baukredit, Neugestaltung des Kirchenraumes und Gesamtsanierung der katholischen Kirche abgestimmt. Die Mitglieder stimmten dem Ausführungskredit von 3,4 Millionen Franken zu.

Bald strahlt die katholische Kirche Horgen in neuem Glanz: Mit dem 3.4-Millionen-Franken-Kredit wird unter anderem der Sakralraum gestuft und neue Leuchten installiert.

Bald strahlt die katholische Kirche Horgen in neuem Glanz: Mit dem 3.4-Millionen-Franken-Kredit wird unter anderem der Sakralraum gestuft und neue Leuchten installiert. Bild: Visualisierung zvg

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Die geplante Erneuerung der Kirche St. Josef in Horgen interessierte: Bernhard Böttinger, Präsident der Kirchenpflege, konnte vorgestern an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung 119 Mitglieder und einige Gäste begrüssen.

Verschiedene Erneuerungen

Er erläuterte nochmals das Hauptprojekt: Die Kirche, die in den 30er-Jahren im Stil einer alten Basilika erbaut und in den 70er-Jahren umgestaltet wurde, soll nach Meinung der Kirchenpflege und der Stiftung St. Josef, der Eigentümerin der Kirche, modernisiert werden. Basis dafür ist das nach dem ausgeschriebenen Wettbewerb auserkorene Siegerprojekt Benvenuto, das vom Zürcher Architekturbüro unter Leitung von Miroslav Sik realisiert wurde.

Die vorgeschlagene Erneuerung basiert auf verschiedenen Strukturelementen: Dank dem gestuften Sakralraum soll der steinerne Altar betont werden, der in der katholischen Liturgie zentral ist. Weiter sind gebrochen weiss angestrichene Wände als dezenter Hintergrund für das Licht der Glasfenster und das Kunstlicht der neuen Leuchten geplant. Als visueller Schmuck und als Kontrapunkt zum kräftigen Steinmonolithen sind Elemente in Metall wie etwa die grossen Statuen von Maria und Josef vorgesehen. Zudem werde bei Zustimmung zum Projekt ein Wand-Sgraffito mit Zitaten aus dem Matthäusevangelium an die hintere Chorwand angebracht.

Neben Kirchenpflege, Pfarrer und Kirchenstiftung befürwortete auch die Rechnungsprüfungskommission den zur Debatte stehenden Ausführungskredit von 3,4 Millionen Franken. Die Finanzierung sei gesichert. Selbst bei Zusage zum Projekt müsse der Kirchensteuersatz von 12 Prozent nicht erhöht werden.

Hitzige Diskussionen

Die Neugestaltung regte vor der Abstimmung nochmals zu Diskussionen an: Toni Mächler, Mitglied der Katholischen Kirchgemeinde Horgen, sprach sich vehement gegen die Erneuerung aus, die er als «Verschwendung» sieht. Andere Votanten waren zwar für eine Sanierung, aber gegen eine Erneuerung. Kritisiert wurde weiter der vorgesehene alte Kirchenschmuck, der in der Kirche wieder seinen Platz finden soll.

Der Kirchenpflegepräsident informierte, dass Toni Mächler einen Rekurs gegen die Abstimmungsvorlage eingereicht habe, da nicht über die Folgekosten des Projektes informiert worden sei. Bernhard Böttinger informierte, dass zu diesem Thema nichts ausgesagt worden sei, da sich die Kosten in Zukunft im Vergleich zu heute nicht veränderten.

Befürwortend zum Projekt äusserten sich unter anderem Nadja Eigenmann, die früher als Pastoralassistentin in der Pfarrei tätig war, und auch Beat Jörger. In der darauffolgenden Abstimmung sprachen sich 108 Personen dafür und 7 gegen das Projekt aus.

Orgel und Rosettenfenster

Weniger Grundsatzfragen regte der zweite Antrag der Kirchenpflege an: Der Einbau einer neuen zweiteiligen Orgel mit Freilegung des Rosettenfensters, der einen Zusatzkredit von 735 000 Franken erfordert, wurde mit 112 gegen 3 Stimmen gutgeheissen. Der Veränderung, die Zusatzbaukosten von 735 000 Franken bedingt, wurde zugestimmt, ins­besondere da eine Spende von 550 000 Franken zweckbedingt für die neue Orgel verbindlich zugesagt ist und die Kantonalkirche zudem rund 40 000 Franken beisteuern wird. Auch die Raum- und Lichtverhältnisse würden durch die Neuerung verbessert. Walter Wettstein regte in seinem Votum an, die jetzige Orgel an eine weniger begüterte Pfarrei zu verschenken, wofür er aber noch eine In­itia­ti­ve einreichen muss.

Geplant ist, dass die Bauarbeiten im Sommer 2016 beginnen und im Frühling 2017 abgeschlossen sind. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.03.2016, 08:40 Uhr

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