Horgen

«Die Freude an der Kirchenmusik verbindet uns»

Am Sonntag musiziert ein Mutter-Tochter-Gespann in der reformierten Kirche Hirzel. Barbara Grimm brachte ihrer Tochter Monika schon als kleines Kind die Musik nahe.

Barbara Grimm (rechts) wird am Sonntag zusammen mit ihrer Tochter Monika in der reformierten Kirche auftreten.

Barbara Grimm (rechts) wird am Sonntag zusammen mit ihrer Tochter Monika in der reformierten Kirche auftreten.

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Barbara Grimm freut sich: Am Sonntag hat sie wieder die Gelegenheit zusammen mit ihrer Tochter Monika zu musizieren. Es wird aber anders sein als früher zu Hause beim Blockflötenspiel in der fünfköpfigen Familie.

In der Hirzler Kirche werden die beiden zusammen mit zwei anderen jungen Musikerinnen «Werke von Mozart und seiner Zeit» zum Besten geben. Barbara Grimm spielt die Orgel, ihre Tochter die Bratsche. Zum Quartett gehören weiter Mechthild Karkow an der Violine und Katharina Litschig am Violoncello.

Bewunderung für die Tochter

Im Gespräch in der reformierten Kirche Hirzel werden Barbara Grimms Respekt vor den anspruchsvollen Klassikwerken, die im Konzert am kommenden Sonntagabend gespielt werden, wie auch ihr grosser Stolz auf die jüngste Tochter spürbar. Die Mutter erzählt mehr von Monika als von sich selber. Die 62-Jährige bewundert «die grosse Musikalität, das Engagement, das Wissen, die Ausdauer, die Inspiration und den ganzheitlichen Zugang meiner Tochter zur Musik». Ihre eigenen musikalischen Ressourcen seien viel kleiner, meint sie bescheiden.

«Weihnachten fand bei uns immer in der Kirche statt.»Barbara Grimm

Barbara Grimm wuchs im Bernbiet als Pfarrerstochter auf. Sie ist seit jeher in der reformierten Kirche verwurzelt und übernahm als Organistin schon früh Einsätze in Gottesdiensten und Altersheimen. Die heutige Hirzlerin erinnert sich: «Weihnachten fand bei uns immer in der Kirche statt». Heute ist sie Kirchenmusikerin in der reformierten Kirchgemeinde Horgen. Anders als ihre Tochter kam Barbara Grimm in den letzten Jahren auch der Volksmusik näher. Obwohl sie «nur klassisch aufgewachsen» ist, findet sie heute Werke des Komponisten Peter Roth ansprechend und vor allem sehr volksnah.

Wertschätzung für die Mutter

Auch Tochter Monika Grimm kam schon früh in Kontakt mit Kirchenmusik. Bereits als Dreikäsehoch blätterte sie in Papa-Moll-Büchern, während die Mutter etwa bei Abdankungen die Orgel spielte. Sie erinnert sich, dass «in der Familie immer irgendwo musiziert» wurde. Die beiden Schwestern spielten Querflöte und Violoncello, der Vater sang in verschiedenen Chören. Am liebsten hatte Monika, wenn die Mutter nach dem Zubettgehen auf dem Klavier übte. Das sei zum geschätzten Ritual geworden.

Seit 2013 studiert Monika Grimm an der Universität der Künste in Berlin. Als freiberufliche Musikerin ist die junge Frau zudem Mitglied in den Orchestern des renommierten Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Die 28-Jährige erlebt sich als privilegiert. Sie sagt: «Es ist ein Luxus, dass ich mich weniger um Organisatorisches kümmern muss, da dies die Veranstaltenden für mich tun, und ich mich deshalb ganz der Musik widmen kann.» Das sei bei ihrer Mutter anders. Diese müsse im Beruf viel für das Drumherum der Anlässe erledigen. Darum bliebe ihr weniger Zeit für die eigentliche Musik, bedauert sie.

Gemeinsam Musik erleben

Monika Grimm lebt in Berlin, bereist für Konzerte Grossstädte und spielt in Ensembles, von denen sie immer geträumt habe: «Das hat mich geprägt.» Sie wäre aber, so meint sie, nicht die Musikerin, die sie heute ist, wenn sie nicht von Kindheit an mit Kirchenmusik konfrontiert worden wäre.

Immer wieder ergäben sich zudem besondere Begegnungen, wenn die Mutter zu ihr an Konzerte ins Ausland reise. «Wir sind dann beide in fremden Städten fremd und erleben dadurch die Musik und die Verbindung zueinander besonders intensiv», sagt die Tochter. Für die Zukunft wünschen sich die beiden Musikerinnen verschiedener Generationen einhellig, «immer tiefer in die Musik einzutauchen, die Leute zu berühren und still werden zu lassen».

Kammermusikkonzert, Sonntag, 10. März, 19.15 Uhr, reformierte Kirche Hirzel.«Werke von Mozart und seiner Zeit»mit Monika Grimm, Barbara Grimm, Mechthild Karkow und Katharina Litschig. Eintritt frei, Kollekte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.03.2019, 14:51 Uhr

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