Oberrieden

Die einen setzen auf Erfahrung, die anderen auf frischen Wind

Die sieben Gemeinderatskandidaten stellten sich am Montagabend in der Aula Langweg der Bevölkerung vor. Die Anwärter äusserten sich zu ihrer Motivation und stellten sich kritischen Fragen zur Wohnungssituation sowie zur Zentrumsgestaltung.

Die sieben Kandidierenden für den Oberriedner Gemeinderat stellten sich in der Aula Langweg den Fragen von Moderator Philipp Kutter (ganz rechts).

Die sieben Kandidierenden für den Oberriedner Gemeinderat stellten sich in der Aula Langweg den Fragen von Moderator Philipp Kutter (ganz rechts). Bild: Manuela Matt

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Am 15. April werden in Oberrieden die neuen Gemeinderäte gewählt. Für sechs freie Sitze gibt es sieben Bewerbende. Wie bereits bei den letzten Erneuerungswahlen vor vier Jahren will also eine Person mehr in den Gemeinderat, als es Platz hat. Die sechs Kandidaten und die einzige Kandidatin nutzten am Montagabend die Gelegenheit, sich auf Einladung des Dorfvereins Oberrieden der Bevölkerung vorzustellen. Unter der Moderation von Philipp Kutter, CVP-Kantonsrat und Wädenswiler Stadtpräsident, bot sich den rund 150 Anwesenden in der Aula Langweg auf diese Weise die Gelegenheit, die Kandidaten besser kennenzulernen.

Bereits bestens bekannt im Dorf ist natürlich der amtierende Gemeindepräsident Martin Arnold (SVP). «Sie wissen, was sie an mir haben. Ich bin ein Teamplayer und möchte mit meiner langjährigen Erfahrung erneut im Gemeinderat mitwirken», sagt Arnold, der bereits seine vierte Amtsperiode als Gemeindepräsident anstrebt.

Auch Urs Klemm (parteilos, bisher) sieht die Vorteile seiner Person in der Erfahrung. Bereits seit 16 Jahren ist er im Gemeinderat. «Drei Rücktritte aus dem Gemeinderat sind viele. In dieser Situation ist es wichtig, dass eine gewisse Kontinuität vorhanden ist», sagt der Architekt, der dem Ressort Liegenschaften vorsteht.

Finanzen im Fokus

Die von Klemm angesprochenen drei zurücktretenden Gemeinderäte sind Claudia Schwager (FDP), Hans Peter Kunz (parteilos) sowie Denise Fausch (SP). Sie ersetzen wollen vier Kandidaten, gleich drei davon von der FDP. Sandra Burlet Pavonne (FDP, neu) gibt an, sie habe als Mitglied in der Sozialbehörde vier Jahre lang vieles «im kleinen Rahmen» gesehen, welches sie nun im Gemeinderat «im grossen Rahmen» einbringen möchte. Ihr Parteikollege und Mitbewerber Reto Wildeisen (FDP, neu) möchte ohne je ein politisches Amt ausgeübt zu haben «frischen Wind in den Gemeinderat bringen».

Insbesondere die stockende Umsetzung eines behindertengerechten Zugangs zum seeseitigen Perron des Bahnhofs Oberrieden Dorf möchte Wildeisen vorantreiben. Der dritte FDP-Kandidat Jean-Luc Meier (FDP, neu) will sich vor allem für ein starkes Gewerbe in Oberrieden einsetzen. Zu seinen weiteren Zielen fügte der Unternehmensberater an: «Ein bisschen mehr Blumen im Zentrum wären schön.» Mit diesem Votum hatte er den Applaus des Publikums auf sicher.

Was heisst bezahlbar?

Die Blumenrabatten waren danach dann auch eines derjenigen Themen, über welche die Gemeinderäte länger diskutierten, gekoppelt mit weiteren Sparmassnahmen und der Finanzlage Oberriedens generell. Der zuständige Gemeinderat Roger Müller (SVP) äusserte sich zum Defizit der Jahresrechnung 2017. Diese begründete er mit den vom Bezirksrat aufgezwungenen ausserordentlichen Abschreibungen in der Höhe von 4,3 Millionen Franken. Müller erklärte, dass die Gemeinde trotz wenig Eigenkapital durch zahlreiche Liegenschaften und Grundstücke immer noch viel Finanzvermögen vorweisen könne. Seine erneute Kandidatur begründete Müller damit, dass ihm sein Amt – trotz Defizit – immer noch Spass mache. Als Kommissionspräsident des Bauprojekts Büelhalden möchte er zudem das angefangene Projekt beenden.

Nach acht Jahren in der Schulpflege möchte auch Manuel Strickler (SP, neu) den Sprung in den Gemeinderat schaffen. «Aus meiner Zeit in der Schulpflege ist mir das Sparen bekannt», sagt er. Er sei aber durchaus gewillt durch kreative und konstruktive Lösungen sozial und finanziell verträgliche Projekte zu fördern. Angesprochen auf die Wohnprojekte Bühlhalden und Winkelhalden, gab es unter den Anwärtern auf den Gemeinderat nur eine Meldung. Das Ziel für bezahlbaren Wohnraum befürworteten sämtliche Gemeinderatskandidaten. Was denn unter «bezahlbar» verstanden werden könne, hakte Kutter nach. «Die Mietpreise für eine Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in der Siedlung Bühlhalden werden sich zwischen 2200 und 2500 Franken belaufen», antwortete Müller.

Nur zwei Kampfwahlen

Das siebte Mitglied des Gemeinderats wird von Amtes wegen das Schulpräsidium. Hierfür zur Wahl stellt sich erneut und als einzige Kandidatin Verena Reichmuth-Graf (parteilos, bisher). Für die Schulpflege kandidieren inklusive Reichmuth-Graf sieben Personen für sieben Sitze. Auch für die Behörden der Rechnungskommission und der evangelisch-reformierten Kirchenpflege sind so viele Bewerbungen eingegangen, wie es Plätze gibt. Nebst dem Gemeinderat wird es einzig in der Sozialkommission zu einer weiteren Kampfwahl kommen. Fünf Personen buhlen dort um die vier freien Sitze.

Erstellt: 27.03.2018, 17:16 Uhr

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