Bevölkerung

Die Briten zieht es an den Zürichsee

Wo wohnen die Ausländer? Im Kanton Zürich verteilt sich die ausländische Bevölkerung relativ gleichmässig. Einzelne Nationalitäten geben aber verschiedenen Regionen den Vorzug.

Bei Ausländern sind die Bezirke Meilen und Horgen beliebt. In stadtnahen Gemeinden wie Adliswil oder Rüschlikon etwa wohnen im kantonalen Vergleich überdurchschnittlich viele Personen mit ausländischem Ausweis.

Besonders beliebt sind die beiden Bezirke bei Personen aus Westeuropa, etwa aus Deutschland oder Grossbritannien. Dies zeigt ein Bericht des statistischen Amtes des Kantons Zürich. Personen aus Südosteuropa hingegen zieht es in andere Regionen.

Die Karte zeigt: Westeuropäer zieht es vor allem in die stadtnahen Gemeinden der Zürichseeregion.

Das Segregationsmuster der Nordeuropäer gleicht jenem der Westeuropäer.

Bei Zuzügern aus den Ländern Osteuropas findet sich eine auffällige Segregation in Adliswil und Rüschlikon.

Dies hat mit der soziodemographischen Zusammensetzung der Einwanderergruppen zu tun. Britische Staatsangehörige zum Beispiel geben vor allem der Region rund um den Zürichsee den Vorzug. Die Briten zieht es tendenziell an die gleichen Orte, weil sie eine relativ homogene Gruppe sind, vor allem in Bezug auf die Ausbildung, heisst es im Bericht.

Internationale Schulen locken Briten

So haben vier von fünf eingewanderten Briten einen Universitätsabschluss und können sich das Wohnen in den teuren Zürichseegemeinden leisten. Die britische Präferenz für die Seegemeinden hängt wohl auch mit den internationalen Schulen zusammen, die dort angesiedelt sind. Die Vorliebe der Briten für die Bezirke Meilen und Horgen zeigt sich bereits seit Anfang der 90er Jahre. Sie hat sich im letzten Vierteljahrhundert noch verstärkt.

Personen aus Südosteuropa, also vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien, hingegen tendenziell ziehen kostengünstigere Quartiere vor. Weniger als jeder fünfte hat einen Universitätsabschluss. 2016 zeigte sich aber, dass der Bezirk Horgen für Ex-Jugoslawen attraktiver wird.

Menschen aus Südeuropa zeigen eine vergleichsweise geringe Segregation am Zürichsee.

Bei den Zugewanderten aus Südosteuropa fällt die relativ starke Segregation in Oetwil auf.

So funktioniert die Länderzuteilung bei den Segregations-Grafiken.

Erstellt: 25.01.2019, 14:47 Uhr

Der Segregationsindex

Der Segregationsindex (SI) misst, wie stark sich eine Bevölkerungsgruppe in bestimmten politisch-administrativen Raumeinheiten konzentriert. Ausgangslage ist dabei eine vollständige Gleichverteilung der Gruppe über die Raumeinheiten. Der SI stellt diese theoretische der tatsächlichen räumlichen Verteilung gegenüber.

Dabei bedeutet ein Wert von 0, dass sich die Bevölkerungsgruppe vollständig gleichmässig über den Raum verteilt, ein Wert von 100 hingegen, dass sie sich maximal räumlich konzentriert. Den Wert des Segregationsindex' kann man als Prozentanteil der Bevölkerungsgruppe interpretieren, der umziehen muss, damit die Gruppe in jeder Raumeinheit denselben Anteil der Bevölkerung ausmacht. (red)

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