Wädenswil / Horgen

Die Axpo erhält den Segen für die unterirdische Stromleitung

Nun ist es definitiv: Die Hochspannungsleitung zwischen Wädenswil und Horgen kommt unter den Boden.

Die Freileitung zwischen Wädenswil und Horgen soll unter den Boden verlegt werden.

Die Freileitung zwischen Wädenswil und Horgen soll unter den Boden verlegt werden. Bild: Sabine Rock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch fliesst der Strom zwischen Wädenswil und Horgen durch Kabel in luftiger Höhe. Das wird sich nun ändern. Das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) hat dem Energiekonzern Axpo die Bewilligung erteilt, die bestehende Freileitung unter den Boden zu verlegen. Einsprachen gegen das Projekt hat es keine gegeben.

Konkret wird die 8,3 Kilometer lange Verkabelung vom Unterwerk Horgen bis zur Autobahnausfahrt modernisiert werden. Anschliessend wird die Leitung entlang der Zugerstrasse und in der Oberen Bergstrasse zum Unterwerk Wädenswil verlaufen.

Den Umbau der Leitungen nimmt die Axpo vor, weil sie ihr Stromnetz von 50 auf 110 Kilovolt erhöhen will. Wie die Axpo mitteilt, steigert sich damit die Übertragungskapazität und die Netzverluste sinken um 75 Prozent. Der Umbau soll voraussichtlich bereits nächsten Monat starten. Die bestehende Freileitung wird erst nach der Inbetriebnahme der neuen Kabelleitung rückgebaut.

Wie die Axpo auf Anfrage mitteilt, dauern die Arbeiten inklusiv Rückbau der Freileitungen bis 2021/2022. Während der Bauarbeiten entlang der Zuger- sowie der oberen Bergstrasse wird es zu Verkehrseinschränkungen kommen. «In Zusammenarbeit mit der Stadt Wädenswil wurden jedoch Massnahmen definiert, um die Einschränkungen so kurz wie möglich zu halten», sagt Monika Müller, Mediensprecherin der Axpo.

Geänderte Vorschriften

Dass die neuen Leitungen unter den Boden kommen war nicht von Anfang an klar. Ursprünglich wollte die Axpo die Stromkabel über der Erde behalten. Anfang 2017 formte sich jedoch Widerstand. Gegen den Ausbau der Freileitungen rekurrierten 13 Landwirte und Grundeigentümer der betroffenen Grundstücke im Wädenswiler Berg, die sich zur Interessengemeinschaft «IG Starkstromleitung in den Boden» formierten. Auch der Schweizerische Landschaftsschutz, der WWF und Pro Natura Zürich reichten Einsprachen ein.

Im Oktober 2017 lenkte die Axpo ein und prüfte ein unterirdisches Projekt. Im Juni des letzten Jahres legte der Energiekonzern dann die neuen Pläne beim Bund zur Genehmigung vor. Neu beurteilt hat die Axpo das Projekt einerseits wegen geänderter Vorschriften. Für den Umbau von Freileitungen hätte die Axpo deutlich mehr Masten ersetzen müssen. Zudem besagte die damals neue Strategie Stromnetze des Bundes, dass die Leitungen des Verteilnetzes als Erdkabel ausgeführt werden sollen. Dies, wenn eine Erdverlegung weniger als dreimal so viel kostet wie der Umbau und sowohl technisch wie auch betrieblich möglich ist.

Nicht die einzige Leitung

Die Leitung zwischen Wädenswil und Horgen ist nicht die einzige, die unter den Boden verlegt werden soll. Auch zwischen Wädenswil und Freienbach hat die Axpo Pläne. Die Kabel sollen vom Sternensee entlang der Samstagernstrasse bis zur Autobahnein- und ausfahrt Wollerau unterirdisch verlegt werden. Das entsprechende Gesuch liegt derzeit beim ESTI auf. Zum zweiten Projekt will sich die Axpo noch nicht konkreter äussern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Seit über 20 Jahren in Planung ist der Ausbau der Freileitungen zwischen Thalwil und Kilchberg. Dort will die Axpo und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich die Leitungen weiterhin überirdisch halten. In Rüschlikon verlaufen die Kabel durch das Naherholungsgebiet Längimoos. Die Gemeinde ging gegen das Vorhaben letztes Jahr bereits zum zweiten Mal vor Gericht. Das Verfahren ist hängig.

Erstellt: 24.05.2019, 15:41 Uhr

Artikel zum Thema

Axpo plant weitere Stromleitungen in Wädenswil

Wädenswil Ein Teil der Stromleitungen soll in Wädenswil bald unterirdisch verlaufen. Dies nicht nur in Richtung Horgen, sondern auch nach Freienbach. Mehr...

Axpo stellt die Erdverkabelung im Wädenswiler Berg vor

Wädenswil Die Bevölkerung im Wädenswiler Berg und die Stadt haben dafür gekämpft, dass die Axpo eine Starkstromleitung in den Boden verlegt. Mit Erfolg: Am Dienstagabend ist die Erdverkabelung zwischen Horgen und Wädenswil vorgestellt worden. Mehr...

Hochspannungsleitung kommt vielleicht doch unter den Boden

Wädenswil Bewohner, Stadt und Umweltverbände wehren sich gegen die Hochspannungsleitung der Axpo im Wädenswiler Berg. Nun dürfte ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Der Energiekonzern will eine Erdverlegung der Kabel prüfen. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!