Wädenswil

Deutliches Ja zum Au-Park und zur Kantonsschule Zimmerberg

Eine Mehrheit von 62 Prozent der Wädenswiler Stimmberechtigten hat dem privaten Gestaltungsplan Au-Park zugestimmt. Das bedeutet Planungssicherheit für die Kantonsschule Zimmerberg.

Mit dem Ja zum Gestaltungsplan Au-Park haben die Wädenswiler unter anderem den Startschuss für die Planung der Kantonsschule Zimmerberg (die roten Gebäude) auf dem ehemaligen Alcatel-Areal gegeben.

Mit dem Ja zum Gestaltungsplan Au-Park haben die Wädenswiler unter anderem den Startschuss für die Planung der Kantonsschule Zimmerberg (die roten Gebäude) auf dem ehemaligen Alcatel-Areal gegeben. Bild: Visualisierung / pd

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Letztlich war es eine klare Sache. So sehr die Gegner im Hinblick auf den 17. November auch Stimmung gemacht haben: Die Wädenswiler haben am Sonntag dem privaten Gestaltungsplan Au-Park zu gestimmt. Und zwar deutlich, mit 4210 Ja- gegen 2533 Nein-Stimmen. Dies bei einer Stimmbeteiligung von 43,5 Prozent.

Damit haben die Wädenswiler grünes Licht gegeben für eine Entwicklung des ehemaligen Alcatel-Areals in der Au. Dort steht heute der Gebäudekomplex Au-Center, ein ehemaliger Industriebau, der heute nur noch teilweise genutzt wird. Grundeigentümerin des 43'000 Quadratmeter grossen Areals ist die Intershop AG, die zu einem Teil Martin Ebner gehört. Sie plant auf dem Areal 200 bis 300 Wohnungen, mindestens ein Verkaufsgeschäft, einen öffentlicher Park, sowie die Kantonsschule Zimmerberg. Das Richtprojekt, welches dem Gestaltungsplan zu Grund liegt, sieht sieben Gebäude – drei für die Kantonsschule – und im Zentrum einen Park vor.

Umzonung ist nun Tatsache

Nach dem Ja kann die Eigentümerin nun die konkrete Planung des Areals angehen. Denn das Ja zum Gestaltungsplan war Voraussetzung dafür, dass die Umzonung der heutigen Industriezone in eine Mischzone Wohnen und Gewerbe in Kraft tritt. Der Gemeinderat hatte diese bereits im Juli beschlossen. Auch hatte er damals dem Gestaltungsplan zugestimmt. Gegen letzteren Beschluss haben zwölf Gemeinderatsmitglieder das Referendum ergriffen. Darum ist das Geschäft an die Urne gekommen. Die Stimmberechtigten haben nun also den gleichen Beschluss gefasst wie ihr Parlament.

Erfreut über das Abstimmungsresultat ist Wädenswils Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP). «Ich bin sehr zufrieden, dass die Wädenswiler so deutlich Ja gesagt haben zum Gestaltungsplan Au-Park. Nun kann dort neues Leben einziehen.» Er sei «leicht überrascht», dass die Zustimmung in dieser Deutlichkeit ausgefallen sei.

«Zügig vorantreiben»

Warum dem so ist, dazu wagt Kutter kein abschliessendes Urteil. Zwei Argumente seien sicher gewichtig gewesen: die Kantonsschule und dass auf dem Areal 50 bis 60 bezahlbare Wohnungen entstehen, die vermutlich dereinst an eine Baugenossenschaft abgegeben werden. «Das ist ein Anliegen, das die Wädenswiler schon jahrelang und immer wieder zum Ausdruck gebracht haben», sagt Kutter, «der Au-Park erlaubt es uns nun, in dieser Frage endlich aktiv zu werden.»

Andererseits wertet Kutter es als «überdeutliches Signal», dass immerhin 38 Prozent der Wädenswiler ein Nein in die Urne gelegt haben. «Jetzt muss die Stadt in Sachen Infrastruktur mitziehen», sagt der Stadtpräsident, «die Entwicklung des Areals und die Infrastruktur müssen parallel entwickelt werden.» Er denkt dabei in erster Linie an Schulraum, der bereits heute knapp ist und mit den 200 bis 300 geplanten Wohnungen noch knapper wird. In der Pipeline ist bereits die Erweiterung des Schulhauses Ort. «Das müssen wir nun zügig vorantreiben», sagt Kutter.

«Das ist Demokratie»

Naturgemäss anders klingt es auf der Seite der Gegner. «Leider ist es uns in der kurzen Zeit seit Einreichen des Referendums nicht gelungen, die Stimmbürger davon zu überzeugen, dass der private Gestaltungsplan zu viele Nachteile und zukünftige Kosten für Wädenswil enthält», schreibt das Referendums-Komitee in seiner Stellungnahme. Das Komitee geht davon aus, dass die Kantonsschule den Ausschlag dafür gegeben hat, dass die Nein-Argumente zu wenig verfangen haben.

Edi Krüger vom Referendums-Komitee ist am Sonntag-Nachmittag dabei, die Abstimmungsplakate einzusammeln. Er nimmt die Niederlage sportlich. «Das ist Demokratie.» Das Komitee habe sich zu Beginn wenig Chancen ausgemalt angesichts der breiten politischen Unterstützung für den Au-Park. «Unsere Motivation, dennoch aktiv zu werden war, dass wir uns nicht im Nachhinein vorwerfen wollten, nichts gemacht zu haben.»

Wie die Rolle des Komitees, das aus der IG Wädi Au hervorgegangen ist, künftig aussieht, kann Krüger noch nicht sagen. Sicher ist, dass er, der seit bald acht Jahren in der Au wohnt, sich weiter dafür einsetzen will, dass die Örtler eine bessere Infrastruktur erhalten – beispielsweise mehr Schulraum.

Erstellt: 17.11.2019, 19:07 Uhr

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