Wädenswil

YB-Meisterrasen wird in Wädenswil ausgerollt

Die Spieler des FC Wädenswil werden in einem Monat einen Meisterrasen unter ihren Füssen haben. Am Mittwoch wurde mit der Verlegung des YB- Kunstrasens in der Beichlen begonnen.

Auf dem Sportplatz Beichlen wird derzeit der neue Kunstrasen verlegt. Dieser stammt aus dem Stade de Suisse. Der FC Wädenswil und die Stadt Wädenswil haben den Kunstrasen dem Meisterclub YB abgekauft.
Video: Martin Steinegger

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Am Mittwoch war es auf dem Sportplatz Beichlen etwas weniger grün als gewohnt. Wer den Blick über die Hochebene schweifen liess, stellt fest, dass der grüne Fussballrasen entfernt worden war und der Blick stattdessen auf den darunterliegenden dunklen Gummibelag fällt.

Die Fussballer vom FC Wädenswil müssen aber künftig nicht auf Gummi spielen: Sie erhalten stattdessen ein besonderes Stück Grünfläche unter ihre Fussballschuhe. Weil der alte Kunstrasen auf dem Sportplatz Beicheln schon länger ausgedient hatte, übernimmt Wädenswil den Meisterrasen vom Stade de Suisse.

Neuer Rasen ohne Risse

«Das ist ein grosser Schritt für uns; der Kunstrasen aus Bern ist um einiges besser», sagt Martin Lampert, Präsident des FC Wädenswil. Er erklärt, dass der alte Kunstrasen in Wädenswil überall Risse hatte und mehrmals repariert werden musste. 37 Mannschaften nutzen ihn für ihr Training. Hanspeter Högger, PR- Verantwortlicher vom FC Wädenswil ergänzt: «Es kann zu bösen Stürzen führen, wenn man mit dem Fuss beim Spiel in einem Loch hängen bleibt».

Auf drei Etagen gestapelt liegen am Mittwochnachmittag grau-grüne Rollen bereit. Daneben befinden sich grosse Säcke, gefüllt mit kleinen sandig, grünen Kügelchen.

Vier Wochen Arbeit

«Der neue Kunstrasen ist ein verfüllter Rasen», sagt Martin Lampert, Präsident des FC Wädenswil. Das bedeutet, dass das Plastikgras mit dem Granulat aus Sand und Kalk aufgefüllt wird. Der neue Rasen aus Bern ist also nicht nur flickenfrei, sondern weist auch eine bessere Dämpfung auf. Zusätzlich verletzen sich die Sportler durch das Granulat weniger, weil die Verbrennungsgefahr bei Stürzen dadurch etwas geringer ist.

«Die Gründe sich für einen Kunstrasen zu entscheiden, liegt unter anderem darin, dass in der Beicheln relativ lange Schnee liegt. Wir könnten auf einem Naturrasen frühestens Mitte April mit dem Training beginnen», sagt der Präsident.

«Die alten Markierungen für die Young Boys werden alle noch raus geschnitten und die neuen Feldlinien für den FC Wädenswil werden frisch gezogen»Martin Lampert, Präsident des FC Wädenswil

Die Verlegung der neuen Grünfläche aus Bern wird rund vier Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Die drei Arbeiter, die an diesem Nachmittag auf der heissen, schwarzen Fläche die rund 6400 Quadratmeter Bahnen auslegen, müssen genau arbeiten. Per Drohne wurde die Fläche fotografiert, um die Lage der vielen Linien auf dem Fussballplatz vorgängig zu bestimmen. Wer jedoch zurzeit den Arbeiten zuschaut, wird etwas irritiert sein, dass die weissen Linien auf dem Feld gar nicht zueinander passen. «Diese alten Markierungen für die Young Boys werden alle noch raus geschnitten und die neuen Feldlinien für den FC Wädenswil werden frisch gezogen», erklärt Lampert beruhigend.

Doch wie kam der Klub zum Meisterrasen der Berner Young Boys? Schon länger war der FC Wädenswil auf der Suche nach einem Ersatz für ihren ausgedienten Untergrund. Der technische Leiter des Vereins ist zugleich auch als Verwaltungsrat der YB tätig und konnte so den Kontakt herstellen.

Sattgrüne Fläche für Bern

Die Stadt Wädenswil hatte ein Budget von 500000 Franken zu Verfügung gestellt. «Wir befinden uns mit den Kosten nun aber unter der Hälfte dieses Budget der Stadtkasse», sagt Lampert. Mit der Übernahme des bereits genutzten Rasens aus Bern haben sie eine günstige und nachhaltige Lösung gefunden.

Weil der fünfjährige Rasen im Stade de Suisse den Vorschriften der Uefa nicht mehr genügt und musste er durch einen komplett neuen Rasen ersetzt werden. Für die Champions League und deren Übertragung im Fernseher muss der Rasen beispielsweise grüner sein, um einem Naturrasen näher zu kommen.

Erstellt: 03.07.2019, 17:32 Uhr

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