Langnau

Der Steuerfuss in Langnau wird auf 106 Prozent angehoben

Eigentlich wollte der Gemeinderat den Steuerfuss um sechs Prozentpunkte anheben. An der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend stimmten die Langnauer einer Erhöhung um vier Prozentpunkte zu.

Die Stimmberechtigten von Langnau (im Bild der Dorfplatz) trafen sich am Donnerstagabend zur Gemeindeversammlung.

Die Stimmberechtigten von Langnau (im Bild der Dorfplatz) trafen sich am Donnerstagabend zur Gemeindeversammlung. Bild: Steve Springer

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Die Langnauer und ihr Gemeinderat – momentan ist das keine grosse Liebesgeschichte. Man spürte an der Gemeindeversammlung in der Schwerzi am Donnerstagabend in den Voten der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass ein gewisses Misstrauen herrscht. Um ganze sechs Prozentpunkte auf neu 108 Prozent wollte die Exekutive den Steuerfuss anheben, damit im nächsten Jahr ein ausgeglichenes Budget angestrebt werden kann. Sparen könne man kaum noch, sagte Finanzvorstand Beat Husi (CVP), ohne das es einschneidende Konsequenzen hätte, die auch für die Bevölkerung spürbar würden. Ein Ausgleich sei nur über den Steuerfuss möglich.

Dennoch unterstützte der Gemeinderat im Spätsommer ein Projekt zur Erneuerung des Bahnhofs in Millionenhöhe, was vom Stimmvolk abgelehnt wurde. Und erst kürzlich wurde bekannt, dass er zwölf neue Sitzungsstühle für fast 23000 Franken bestellt hat. Für viele Bürgerinnen und Bürger sieht Sparen anscheinend anders aus. Florian Buck, der Präsident der lokalen SVP, richtete seine Worte direkt an den Gemeinderat und sagte: «Sorry, aber ich habe das Vertrauen in Euch verloren, dass Ihr wirklich sparen wollt.»

Langnau hat neu den höchsten Steuerfuss im Bezirk.

Tempo 30 wurde abgelehnt

Florian Buck stand mit seiner Meinung nicht alleine da. Zwar war den 309 anwesenden Stimmberechtigten klar, dass eine Steuererhöhung unumgänglich ist. Die vom Gemeinderat angestrebten sechs Prozentpunkte wollte man dann aber nicht durchwinken. Schliesslich wurde eine Kompromisslösung gefunden und einer Erhöhung um vier Prozentpunkte auf neu 106 Prozent zugestimmt. Dafür nahm man einen budgetierten Aufwandüberschuss von fast 500 000 Franken in Kauf.

Knapp abgelehnt wurde ein Anfrage von einer Langnauer Familie, die wollte, dass auf der Mühlematt-, Waldmatt-, Mühletobel-, Glärnisch- und Hehlstrasse im Oberdorf Tempo 30 eingeführt wird. Das Gutachten dafür hätte laut Gemeinderat rund 8000 Franken gekostet. Das Begehren wurde mit 139 zu 123 Stimmen abgelehnt. Dafür wurde ein Antrag mit grossem Mehr gutgeheissen, mit dem gefordert wurde, dass die Strassenlampen im Dorf morgens nicht mehr um fünf Uhr eingeschalten werden, sondern erst um sechs Uhr. Mit dieser Massnahme werden jährlich rund 4000 Franken gespart.

Erstellt: 13.12.2018, 23:17 Uhr

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