Wädenswil

Der Sternenmacher von Wädenswil

Pascual Morote fertigt Sterne aus Stroh und anderen Naturmaterialien. Der Rentner hält sich und sein Gehirn damit jung und fit.

Kein Stern ist wie der andere: Für seine Kunstwerke verwendet Pascual Morote die verschiedensten Naturmaterlialien.

Kein Stern ist wie der andere: Für seine Kunstwerke verwendet Pascual Morote die verschiedensten Naturmaterlialien. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Kleine und grosse Sterne liegen fein säuberlich verpackt in Kartonschachteln in seinem Wohnzimmer. Alle Kunstwerke hat er selber mit viel Liebe gefertigt. «251 Sterne habe ich schon gemacht», sagt Pascual Morote. Der pensionierte Wädenswiler ist vor ein paar Jahren der Sternenmacherei verfallen.

Alle seine Sterne sind aus Stroh gefertigt. Hin und wieder ist ein glitzerndes Sternchen oder Kügelchen mitverarbeitet, aber sonst arbeitet Morote nur mit Naturmaterialien: Blätter, Knospen, Mohnkapseln oder Hefe zum Beispiel. Das meiste davon sammelt er selber in der Natur. Gewisse Pflanzen und Blüten darf er zudem bei der ZHAW in Wädenswil holen.

85 Zentimeter Durchmesser

Als Vorlage dienen Pascual Morote ein paar Pfannenuntersetzer aus Kork. Darauf hat er die Grundmuster der Sterne gezeichnet. Strohhalm um Strohhalm – die zuerst im Wasser aufgeweicht wurden – legt er auf die gezeichnete Schablone, befestigt sie mit Stecknadeln und klebt die Strohhalme mit Leim oder Sekundenkleber zusammen. «Es muss ja halten», sagt der gebürtige Spanier, der 1971 der Liebe wegen in die Schweiz kam.

Strohsterne macht Pascual Morote seit seiner Pensionierung vor sieben Jahren. Als er bei einem befreundeten Paar zu Besuch war, sah er einen Strohstern. «Der hat mir so gut gefallen, dass ich ihn ausleihen und studieren durfte.» Der Rentner schaute sich alles genau an und fing dann selber an, solche Sterne zu machen. «Der erste war natürlich noch nicht so schön, aber ich wurde schnell besser», erzählt er und grinst. Wichtig ist Morote, dass ihm selber jedes seiner Kunstwerke gefällt. «Wenn nicht, arbeite und tüftle ich so lange daran, bis ich zufrieden bin.»

Stolz präsentiert er seinen grössten Stern: 85 Zentimeter Durchmesser hat er. Alle seine Kunstwerke hat Pascual Morote im Computer dokumentiert. Er fotografiert jeden Stern, schreibt diesen mit Nummer und Preis an und, falls er verkauft oder verschenkt wurde, wer ihn bekommen hat.

Immer gerne getüftelt

Dass ihr Mann seit seiner Pensionierung diese Sterne macht, überrascht seine Frau Rös nicht. Er habe schon immer gerne handwerklich gearbeitet und getüftelt. Und er brauche immer etwas zu tun. Wenn Pascual Morote nicht gerade Sterne macht, verbringt er gerne Zeit mit seiner Frau oder seinen drei Enkelsöhnen.

Das grosse Geld macht Morote mit seinen Sternen nicht. Aber darum gehts ihm auch nicht. «Das Sternemachen hält mich und mein Gehirn jung und fit.» Vor ein paar Wochen durfte er seine Sterne vor zwei Grossverteilern in Wädenswil präsentieren und verkaufen. Und seine Tochter, die ab und zu einen Stand am Wädenswiler Markt hat, verkauft jeweils auch einige Exemplare. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.12.2018, 15:30 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!