Zum Hauptinhalt springen

Der Konfetti-Streit als Dauerbrenner

Der rote Faden am Schnitzelbankfest in Wädenswil bildete der Konfetti-Streit. Zudem verabschiedete sich eine legendäre Fasnachtsgruppe.

Bruno Cogliati führte als Brauni durch den Abend und gab einen Song zum Thema Konfetti zum Besten.
Bruno Cogliati führte als Brauni durch den Abend und gab einen Song zum Thema Konfetti zum Besten.
Manuela Matt
Die Jung-Tambouren führten unter der musikalischen Leitung von Melvin Landis das eigens für die Fasnacht komponierte Stück «Konfetti» auf.
Die Jung-Tambouren führten unter der musikalischen Leitung von Melvin Landis das eigens für die Fasnacht komponierte Stück «Konfetti» auf.
Manuela Matt
Die lustige Knasttruppe bewies in sorgfältig einstudierten Schnitzelbänken ihren einzigartigen Humor und liess sich vom Publikum nochmals so richtig feiern.
Die lustige Knasttruppe bewies in sorgfältig einstudierten Schnitzelbänken ihren einzigartigen Humor und liess sich vom Publikum nochmals so richtig feiern.
Manuela Matt
1 / 9

Eröffnet wurde das Wädenswiler Schnitzelbankfest vom Freitagabend in der Kulturhalle Glärnisch von Moderator Brauni alias Bruno Cogliati, welcher den vollbesetzten Saal mit seinem Konfettisong zum Lachen und Mitklatschen brachte und mit viel Humor durch das Programm führte. Man merkte sogleich: Der ungelöste Konflikt der Neuen Fasnachtsgesellschaft (NFG) mit der Stadt Wädenswil, wer denn nun für die Konfetti-Reinigung bezahlen soll, erhitzt die Gemüter rundum.

Nummerierung von Spitznamen

Rhythmisch ging es zunächst mit dem Beitrag der Jung-Tambouren weiter, welche unter der musikalischen Leitung von Melvin Landis das eigens für die Fasnacht komponierte Stück «Konfetti» uraufführten. Der nächste Akt waren die «Luggebüesser», welche verschiedene Protagonisten Telefonanrufe zu Themen tätigen liessen, die ihnen auf dem Magen liegen.

Für besonders viele Lacher sorgten dabei die pointierten Gespräche zwischen dem Bauamt Vogt und Arbeiter Giuseppe, welcher die Welt und die Diskussion rund um die Konfetti-Reinigung einfach nicht mehr versteht. Auch die Fasnachtsgesellschaft selber wurde nicht davon verschont, durch den Kakao gezogen zu werden: So wurde sie gefragt, warum sie allen Vorstands-Mitgliedern eigentlich so seltsame Spitznamen wie Christoph «Lee» Lehmann auf der Webseite geben - bei den vielen Wechseln im Vorstand wäre es doch viel einfacher, diese einfach zu nummerieren. Die NFG-Vorstandsmitglieder nahmen die Seitenhiebe sportlich und lachten selber laut mit.

Von Trump bis Kutter

Auch die legendäre Rentnerin Anne-Käthi «Partytigerin» Huuser feierte einen viel belachten Auftritt. Sie und Pfleger Gilbert nahmen allerlei Prominente von Donald Trump über Jogi Löw bis hin zu Angelina Jolie auf die Schippe. Auch der Wädenswiler Stadtpräsident Philipp Kutter bekam sein Fett ab: Dessen Ausflug mit seinen beiden Kindern ins «Sträme» wurde an diesem Abend mehrmals thematisiert - schliesslich gibt so eine vergessene Badehose wiederholt Anlass zum Lachen. Vor der Pause sorgte die Guggenmusik Wadin Schränzer mit Krachern wie «Tage wie diese» und «Atemlos» für ausgelassene Stimmung.

Danach bewiesen die aktiven Tambouren ihr Flair für Rhythmus und dank dem heissen Sound fühlte man sich kurzzeitig fast wie am Karneval in Rio de Janeiro. Anschliessend zählten «Di Halbedle» Konfettis, bevor sie die Fusionsverhandlungen mit Schönenberg beklagten. Die Polizei wurde natürlich auch nicht verschont: Die halbedlen Damen der Fasnachtsgruppe beklagten sich über die grosse Süssgebäck-Verschwendung nach dem Berliner-Wägen im Polizeiposten Neubühl.

Mit Mandoline und Perücke

Die «Wüelmüüs» hatten die Winterzeit damit verbracht, Versli zu schreiben, und kamen rechtzeitig zur Fasnacht aus ihrem Bau heraus, um ihre träfen Sprüche zum Besten zu geben. Mit Mandoline und strohgelber Trump-Frisur beklagten sie sich über die Sparmassnahmen bei der Bildung und der Konfettireinigung, über die langweiligen Reden von Ex-Bundespräsident Schneider-Ammann und die Fusion mit Schönenberg: «Söttet mir mit Schöneberg go fusioniärö, wird dä Wättischwiler Stüürfuäss explodiere».

Nach den poetischen Mäusen stand die stimmungsbringende Gugge Trubadix auf der Bühne, und die Fans im Saal veranstalteten eine spontane Polonaise. Die Stimmung erhielt kurz darauf einen kleinen Dämpfer: Fasnachts-Urgestein Walter «Cheesy» Tessarolo schaute in seiner Ansprache auf über 30 Jahre des bunten Treibens der Panzerknacker respektive «Knackis», wie sie liebevoll genannt werden, zurück. Und verkündete, dass dies der letzte Auftritt der schwarz-weiss gestreiften Herren sei. Tessarolo sprach mit seinen Schlussworten vielen aus dem Herz: «Läck isch das en Schissdräck, mer chans fast nöd verstah, wie sell dänn d’Fasnacht ohni Knackis witergah?» Die lustige Knasttruppe erhielt bereits vor ihrem Auftritt Standing Ovations, bewies in sorgfältig einstudierten Schnitzelbänken ihren einzigartigen Humor und liess sich vom Publikum nochmals so richtig feiern. Der allerletzte Panzerknacker-Auftritt war es jedoch noch nicht: Die «Knackis» sind an der bereits ausverkauften Reprise des Schnitzelbank-Fests am kommenden Freitag nochmals zu sehen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch