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Defizitäre Ferienhäuser belasten Budget

Gemeindeeigene Häuser für Ski- oder Klassenlager haben in einzelnen Gemeinden wie etwa Thalwil eine lange Tradition. Solche Ferienhäuser sind von hohem nostalgischem Wert, schlagen sich jedoch negativ auf das Budget der Gemeinde nieder. Neue Wege sind gefragt.

Blick auf den Zürichsee inklusive: Das Richterswiler Ferienhaus Mistlibühl im Nachbardorf Hütten. Eine Veräusserung ist trotz Defizit kein Thema.
Blick auf den Zürichsee inklusive: Das Richterswiler Ferienhaus Mistlibühl im Nachbardorf Hütten. Eine Veräusserung ist trotz Defizit kein Thema.
Sabine Rock

Obwohl es die fast schon frühlingshaften Temperaturen kaum vermuten lassen: Noch ist im Bezirk Horgen Skilagerzeit. Fast alle Gemeinden organisieren jährliche Skilager, sogar die kleine Berggemeinde Hütten führt alle drei Jahre ein Skilager durch. Doch die wenigsten Schüler der Region nächtigen in einem gemeindeeigenen Lagerhaus – wie Generationen vor ihnen. Die Mehrheit aller Skilager findet mittlerweile in angemieteten Häusern statt.

Gerade mal vier Gemeinden des Bezirks Horgen sind im Besitz eines Ferienhauses: Richterswil, Horgen, Thalwil und die Oberstufenschulgemeinde Wä­den­swil. Von denen befinden sich zwei in Skigebieten: das Horgnerhaus in Laax und das Wädenswilerhaus in Obersaxen. Im Vergleich dazu nennen mehr als die Hälfte der Gemeinden an der Goldküste ein oder gar zwei Ferienhäuser ihr Eigen. Doch auch im Bezirk Meilen müssen die Gemeinden zunehmend neue Wege einschlagen, um angesichts des Spardrucks die Kosten eines gemeindeeigenen Ferienhauses stemmen zu können.

Ein Blick in die Jahresrechnung verrät, dass sich die Gemeinden den Besitz solcher Liegenschaften einiges kosten lassen. Teurer Unterhalt und hohe Investitionskosten verursachen jährlich Defizite. Angesichts des Spardrucks sind Veräusserungen ein Thema. Was in Küsnacht zurzeit diskutiert wird, ist in der Gemeinde Wädenswil bereits Realität geworden: Sie musste das Ferienhaus in Splügen verkaufen, weil der Unterhalt zu teuer geworden sei, sagt Schulpräsident Johannes Zollinger (EVP).

Verpachten oder verkaufen

Statt gleich zu verkaufen, streben Gemeinden eine möglichst lückenlose Vermietung der Liegenschaft durch Pächter oder eine Stiftung an. Auch wenn die Häuser das ganze Jahr über vermietet sind, decken die Einnahmen kaum je den Aufwand. Die Zukunft des Thalwiler Gästehauses in Schwellbrunn ist nicht gesichert. Dies machen Aussagen von Katharina Schacher deutlich, die mit der Verwaltung des Thalwiler Gästehauses betraut ist: «Wir kämpfen ums Überleben», sagt Schacher. Die emotionale Verbundenheit zu den Ferienhäusern ist hoch. Deshalb möchten die vier Gemeinden im Bezirk mit Ferienhäusern daran festhalten.

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