Wädenswil

Dem Seeuferweg steht noch ein langer Weg bevor

Die SP-Fraktion wollte vom Stadtrat wissen, wann dieser den Seeuferweg zu bauen gedenkt. Der Stadtrat hat nun geantwortet.

Den Bahngleisen entlang soll zwischen dem Seeplatz und der Halbinsel Giessen der Seeuferweg entstehen.

Den Bahngleisen entlang soll zwischen dem Seeplatz und der Halbinsel Giessen der Seeuferweg entstehen. Bild: Archiv André Springer

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Mit dem geplanten Seeuferweg zwischen dem Wädenswiler Seeplatz und der Halbinsel Giessen soll es vorwärts gehen. So will es zumindest die SP. Erst Anfang Woche hatte Jonas Erni, Wädenswiler Stadtrat und Kantonsrat, diesbezüglich eine parlamentarische Initiative beim Kantonsrat eingereicht.

Auch auf Gemeindeebene waren die Sozialdemokraten dieses Jahr bereits aktiv geworden. Im Februar hatte die SP-Fraktion des Gemeinderates eine schriftliche Anfrage zum Stand des Seeuferwegs dem Stadtrat vorgelegt. Dieser hat am Freitag seine Antwort publiziert.

Zur Erinnerung: Für rund 20 Millionen Franken wollen der Kanton Zürich und die Stadt Wädenswil einen 2,5 Meter breiten Steg auf Pfählen entlang der 800 Meter langen Uferpassage bauen. Auf dieses Projekt einigten sich Kanton und Stadt im vergangenen Herbst. Um das Projekt zu finanzieren, muss sich die Stadt Wädenswil gemäss Strassengesetz zu einem Fünftel, also mit 4 Millionen Franken, beteiligen. Um eine Ausgabe in dieser Höhe sprechen zu können, braucht es die Zustimmung der Wädenswiler Stimmberechtigten.

«Gewinn für die Region»

Das Abstimmungsprozedere ist der SP ein Dorn im Auge, da es die Realisierung des Stegs verzögert. In der Anfrage vom Februar argumentierte die Partei, dass der Seeuferweg den gleichen Status wie eine Kantonsstrasse habe. Das bedeute, dass der Seeuferweg vom Kanton erstellt werden müsse. Der Kostenbeitrag der Gemeinde sei deshalb ein gebundener Beitrag und bedürfe keiner Gemeindeabstimmung. Die SP nimmt aber auch Bezug auf eine Stellungnahme des Regierungsrates. Dieser hält es für gerechtfertigt, dass der Gemeindebeitrag an die Urne kommt. Als Argument führt er einen hohen Erhohlungswert auf, der ein Seeuferweg mit sich bringe.

«Bis 2023 kann mit der Bewilligung und bis 2025 mit dem Bau gerechnet werden.»Wädenswiler Stadtrat

Die SP-Fraktion wollte in ihrer Anfrage vom Stadtrat unter anderem wissen, ob dieser Verhandlungen mit dem Kanton geführt hat, ob es ein konkretes Projekt gibt und welches die nächsten Schritte sind. Provokativ stellte die Partei die Frage, ob der Stadtrat auf bessere Zeiten warte oder den Weg bald realisieren wolle.

In seiner Antwort betont der Stadtrat, dass der Zusammenschluss des Seeuferwegs in Wädenswil ein grosser Gewinn für die gesamte Region sei. Die Exekutive schreibt, dass sie bereits im Jahr 2016 dem Regierungsrat ihr «ungebrochenes Interesse» am Seeuferweg bekundet habe. Der Seeuferweg sei aber auch von anderen Projekten abhängig. Einerseits von der geplanten Sanierung des Bahnhofs, andererseits vom Bootshaus zwischen Seeplatz und Giessen, das erneuert werden muss.

Ein langer Weg

Der Stadtrat nennt in seiner Stellungnahme auch einen Zeitplan. «Als nächsten Schritt werden wir den finanziellen Aufwand für das Bootshaus sowie zusammen mit dem Kanton die Kosten für den Seeuferweg überprüfen.» Die weitere Planung dürfte die Stadt Wädenswil zwischen 300'000 und 500'000 Franken kosten. Den entsprechenden Projektierungskredit wird der Stadtrat beim Gemeinderat beantragen.

Sobald der definitive Betrag feststeht, den die Stadt für den Uferweg bezahlen muss, wird dieser ebenfalls beim Gemeinderat und anschliessend mit einer Urnenabstimmung bei der Bevölkerung beantragt. Das kantonale Tiefbauamt werde mit einem detaillierteren Projekt erst beginnen, wenn die Kostenzusage von 20 Prozent schriftlich vorliege, schreibt der Stadtrat. «Die Projektierung ist 2020 bis 2022 geplant. 2023 kann mit der Bewilligung und 2024 bis 2025 mit dem Bau gerechnet werden.»

Gemeinderat Hans Roth (SP) gibt sich mit der Antwort des Stadtrats grundsätzlich zufrieden. «Jetzt herrscht Klärung über den Stand der Dinge», sagt er. Die Begeisterung über den Zeitplan des Stadtrats hält sich bei Roth jedoch in Grenzen. «Natürlich würde ich mir wünschen, dass der Weg früher realisiert würde. Ich sehe aber ein, dass im Moment auch Projekte wie Schulhausbauten anstehen, die keinen Aufschub erlauben», sagt er.

Erstellt: 21.06.2019, 17:25 Uhr

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