Horgen

Dem Bildungszentrum steht ein Umzug ins Haus

Mit dem Voranschreiten des Innenausbaus rückt die nächste Etappe der BZZ-Erweiterung näher.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch vor einem Jahr klaffte neben dem Bildungszentrum Zürichsee (BZZ) an der Seestrasse beim Bahnhof Horgen ein riesiges Loch. Inzwischen ist der Rohbau des 51 Millionen Franken teuren Gebäudes fertig, und die Arbeiten am Innenausbau laufen auf Hochtouren.

«Wir befinden uns in einer spannenden Projektphase», sagt Patrick Heeb, Rektor des BZZ, anlässlich eines Pressetermins am Dienstag. Jacqueline Ramel, Leiterin Dienste am BZZ, ergänzt: «Derzeit bereiten wir den ersten unserer zwei Umzüge vor.» Denn sobald das neue Bildungszentrum nächsten Sommer fertig ist, muss der direkt angrenzende denkmalgeschützte Altbau für die Sanierung geräumt werden. «Der ganze Schulbetrieb muss umziehen, inklusive der Schulverwaltung.» Diese werde zwischenzeitlich in der Aula im Erdgeschoss des Neubaus untergebracht, sagt Ramel.

«Der ganze Schulbetrieb muss umziehen.»Jacqueline Ramel, Leiterin Dienste am BZZ

Der Neubau bietet Platz für 14 Schulzimmer und acht Gruppenräume, die während der Zwischennutzungsphase die 25 Klassenzimmer des Altbaus ersetzen. Zudem entsteht eine Dreifachturnhalle. Im Erdgeschoss mit Glasfassade entstehen eine Aula, eine Mediothek mit Verbindung zum Altbau sowie Arbeitsplätze für Schüler. Die geplante Cafeteria soll auch den Horgnerinnen und Horgnern offenstehen. «Es ist ein Dankeschön an unsere Nachbarn, die den jahrelangen Baulärm ertragen müssen», sagt Jacqueline Ramel.

Von der Dreifachturnhalle werden ebenfalls nicht nur die Lernenden am BZZ profitieren, sondern auch die Horgner Bevölkerung. «Am Abend steht sie den Vereinen zur Verfügung», sagt BZZ-Rektor Patrick Heeb. Die Lernenden kommen indes zum ersten Mal in den Genuss von Sportunterricht am BZZ. «Bisher konnten wir das nicht anbieten und mussten die fehlenden Sportstunden mit Sporttagen kompensieren.»

Sorgen machen derweil die Parkplätze. «Während der Sanierung müssen wir mit nur acht Parkplätzen auskommen», sagt Ramel. Denn jene beim jetzigen Eingang des BZZ würden wegen der Bauarbeiten nicht zugänglich sein.

Neubau vor Sanierung

Ist der Neubau fertig, wird für gut 18 Millionen Franken das alte Bildungszentrum aus dem Jahr 1970 wieder auf Vordermann gebracht. «Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, darf nur wenig in die Bausubstanz eingegriffen werden», erklärt Ramel. Das habe Auswirkungen auf die Energiebilanz des Gebäudes. Damit der gesamte Bau dennoch den Minergie-Anforderungen gerecht wird, sei auf dem Dach des Altbaus eine Fotovoltaikanlage geplant.

Im Frühjahr 2022 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dann steht der zweite Zügeltermin am BZZ an. «Mit Abschluss der Bauarbeiten kommen das Sekretariat und die Büros der Schulleitung ins Obergeschoss des Neubaus, und die Schulzimmer werden definitiv verteilt. Dank dem zusätzlichen Platz brauchen wir auch den zugemieteten Standort beim Bahnhof Horgen-Oberdorf nicht mehr und können unsere Kräfte in Horgen beim Bahnhof am See konzentrieren», sagt Ramel.

Auch am BZZ-Standort in Stäfa sind Bauarbeiten geplant, «allerdings in viel kleinerem Massstab als in Horgen», sagt Patrick Heeb. «Wir werden an das Glasfasernetz angeschlossen und erneuern die PC-Ausstattung der Informatikzimmer. Zudem stehen einige Umbauten zur Erdbebensicherheit an.»

Erstellt: 25.06.2019, 20:38 Uhr

BZZ

Ein Geben und Nehmen bei den Berufslehrgängen

Der Rektor des Bildungszentrums Zürichsee (BZZ), Patrick Heeb, blickt der von der Bildungsdirektion angekündigten Berufsrochade an seiner Schule optimistisch entgegen. Bereits ab 2021 könnten 800 auszubildende Fachleute Kinderbetreuung das BZZ besuchen. Momentan werden sie an der Berufsfachschule Winterthur ausgebildet, dort herrscht aber Platzmangel.

Im Gegenzug müssten über 150 Lernende aus der Elektrobranche, knapp 100 Recyclisten und knapp 180 Detailhandelsfachleute die Schule am Zürichsee verlassen. Sie würden fortan an anderen Berufsfachschulen im Kanton lernen, etwa in Bülach, Dietikon oder in der Stadt Zürich. Dort würden sich diese Berufe aber gut in bereits angebotene Berufsfelder eingliedern, sodass Synergien genutzt werden könnten, sagt Heeb.

Diesen Lösungsvorschlag gab der Bildungsrat des Kantons Zürich im Mai für die Vernehmlassung frei. Berufsverbände, Schulen und Parteien können dazu Stellung beziehen. Den Entscheid fällt der Bildungsrat unter Präsidentin Silvia Steiner (CVP) im März des nächsten Jahres. Patrick Heeb sieht die Notwendigkeit als gegeben, dass der beliebte Beruf der Kinderbetreuung an mehr Standorten angeboten wird, während die rückläufigen Zahlen an Lernenden im Detailhandel künftig weniger Bildungsstätten in Anspruch nehmen.

Zwei Kompetenzbereiche

Die Bildungsdirektion arbeitet seit längerem am sogenannten «Projekt Kompetenzzentren». Sie will die Berufszuteilung an die knapp 30 Berufsfachschulen im Kanton optimieren. «Anstatt an vielen Standorten Klassen mit wenigen Lernenden zu bilden, führt man diese an wenigen Orten zusammen», erklärt Patrick Heeb. Nicht zuletzt dient dies der Wirtschaftlichkeit der Schulen. Dass das BZZ vom Projekt betroffen sein würde, war Heeb schnell klar. Denn: Rund 30 Berufsfelder werden an mehreren Standorten im Kanton unterrichtet. Vier davon befinden sich auch im Portefeuille des BZZ.

Die vorgeschlagenen Rochaden würden beim BZZ in 348 zusätzlichen Lernenden resultieren, die im Erweiterungsbau in Horgen Platz finden. Momentan gehe man nicht davon aus, dass die Fachleute Betreuung auch in den BZZ-Räumlichkeiten in Stäfa unterrichtet würden, sagt Heeb. Ein Pluspunkt des Wandels ist laut Heeb, dass am BZZ klare Kompetenzbereiche entstehen würden: einerseits Lernende im kaufmännischen Bereich und demjenigen der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT). Andererseits Auszubildende im neuen Bereich der Betreuung.

Doch nicht alle am BZZ sind restlos glücklich mit dem Lösungsvorschlag der Bildungsdirektion. Einige Lehrpersonen seien mit der Unsicherheit konfrontiert, wo sich ihre Zukunft abspielen werde, wenn ihre Schüler an eine andere Berufsschule transferiert würden, sagt Heeb. Auch kleinere Lehrbetriebe würden es teils bedauern, dass ihre Lehrlinge vielleicht bald nicht mehr am Zürichsee zur Schule gehen. Für die Lehrbetriebe sei es aber nichts Neues, dass sich die Berufsbildung dynamisch gestaltet, sagt Heeb.

Zwei Wünsche

Selber hat Heeb zwei Wünsche: «Der KV-Bereich am BZZ soll stark bleiben», sagt er. Mit dem Phänomen der Abwanderung der Lehrlinge in städtische Berufsschulen hätten auch andere Bildungszentren in der Agglomeration zu kämpfen. Grosse Lehrbetriebe hätten ihren Hauptsitz eben oftmals in Zürich. Zudem erhofft sich Heeb auch, eine integrierte Berufsmaturität für die Fachleute Betreuung anbieten zu können.

Colin Bätschmann

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.