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Das Wahlkarussell kommt in Gang

Mit dem Ja zur Eingemeindung von Hütten und Schönenberg in Wädenswil beginnt nun ein zackiger Fusionsprozess. Die Wädenswiler Parteien strecken indes schon ihre Fühler in den Noch-Nachbargemeinden aus, um Kandidaten für die Neuwahlen 2018 zu finden.

Im Galopp zur Grossgemeinde: Die Eingemeindung von Hütten und Schönenberg in Wädenswil soll rasch voranschreiten.
Im Galopp zur Grossgemeinde: Die Eingemeindung von Hütten und Schönenberg in Wädenswil soll rasch voranschreiten.
Patrick Gutenberg

Verena Dressler (parteilos) hatte am Morgen nach dem Ja zum Zusammenschluss von Wädenswil, Hütten und Schönenberg alle Hände voll zu tun. Zahlreiche Zuschriften flatterten ins Haus der Hüttner Gemeindepräsidentin — als Dank für die grosse Arbeit des Hüttner Gemeinderats zur Wegbereitung der Eingemeindung.

Diese soll jetzt im Galopp voranschreiten. Streng war es, streng bleibt es. Einen sportlichen Zeitplan muss die Steurungsgruppe, die aus Verretern aller Gemeinden besteht, vorantreiben. Das Ziel: Am 1. Januar 2018 sollen Hütten und Schönenberg Teil von Wädenswil sein. «Der Weg zur Eingemeindung ist jetzt mit dem Abstimmungsresultat breit abgestützt. Wir können und müssen mit Elan vorangehen», sagt Dressler.

«Ich wohne seit knapp sieben Jahren in Schönenberg. Bei dieser Abstimmung habe ich die Gemeinde von einer anderen Seite erlebt. Ich war erstaunt, mit welcher Emotionalität und Härte diskutiert wurde, denn so kenne ich die Schweizer gar nicht. Besonders bei den Alteingesessenen ist das Gefühl ‹Wir hier oben und die da unten› immer wieder spürbar.»
«Ich wohne seit knapp sieben Jahren in Schönenberg. Bei dieser Abstimmung habe ich die Gemeinde von einer anderen Seite erlebt. Ich war erstaunt, mit welcher Emotionalität und Härte diskutiert wurde, denn so kenne ich die Schweizer gar nicht. Besonders bei den Alteingesessenen ist das Gefühl ‹Wir hier oben und die da unten› immer wieder spürbar.»
ngr
«Was soll ich sagen, ich bin mit dem Resultat zufrieden, hätte aber auch ein Nein akzeptiert. Für mich als Wädenswilerin verändert sich ja auch nicht wirklich viel. Deswegen habe ich die ganze Diskussion um die Fusion eher nüchtern verfolgt. Emotional war es ja eigentlich nur für die anderen zwei Gemeinden, die entscheiden mussten, ob sie zu uns gehören wollen oder nicht.»
«Was soll ich sagen, ich bin mit dem Resultat zufrieden, hätte aber auch ein Nein akzeptiert. Für mich als Wädenswilerin verändert sich ja auch nicht wirklich viel. Deswegen habe ich die ganze Diskussion um die Fusion eher nüchtern verfolgt. Emotional war es ja eigentlich nur für die anderen zwei Gemeinden, die entscheiden mussten, ob sie zu uns gehören wollen oder nicht.»
ngr
«Ich bin zufrieden mit dem Resultat. Es macht Sinn, dass wir jetzt eine Gemeinde sind. An der Lebensqualität ändert sich ja nichts. Die Schule, die Vereine, das Dorfhuus und so weiter bleiben ja im Ort und die machen den Dorfgeist aus. Dass wir als Schönenberger jetzt von Wädenswil übergangen werden, denke ich nicht. Wir können ja immer noch abstimmen, wenn uns etwas nicht passt.»
«Ich bin zufrieden mit dem Resultat. Es macht Sinn, dass wir jetzt eine Gemeinde sind. An der Lebensqualität ändert sich ja nichts. Die Schule, die Vereine, das Dorfhuus und so weiter bleiben ja im Ort und die machen den Dorfgeist aus. Dass wir als Schönenberger jetzt von Wädenswil übergangen werden, denke ich nicht. Wir können ja immer noch abstimmen, wenn uns etwas nicht passt.»
ngr
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Am Mittwoch tagt die Steuerungsgruppe zum ersten Mal. Die drängendsten Themen sind laut Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) die Informatik und die Klärung allfälliger Personalfragen. Kutter und Dressler zeigen sich zuversichtlich, dass die Eingemeindung nicht über den Rechtsweg verzögert werde. Doch: «Bei jedem Volksentscheid muss damit gerechnet werden», wirft Kutter ein.

Die Gegner zeigten sich nach Bekanntgabe des Resultats versöhnlich: Wichtig sei, schrieb Karl Götschi in einer Stellungnahme, jetzt im neuen Stadt- und Gemeinderat eine möglichst starke Vertretung von Schönenbergern zu erreichen.

Ein Seilziehen könnte sich um die Parteilose Dressler entspinnen. Auch ein wenig Wehmut sei dabei, wenn sie ihr Amt als Gemeindepräsidentin niederlege, sagte Dressler. Sie schliesse nicht aus, sich in Wädenswil politisch zu engagieren. Weitere Parteilose der Berggemeinden überlegen sich derzeit, wie sie sich künftig politisch einbringen könnten, sagt Gemeinderat Walter Tessarolo (parteilos). «Wir haben bereits Türen aufgestossen, müssen aber behutsam vorgehen», hält er sich vorerst bedeckt.

Auftrieb für FDP und SVP

Von allen Wädenswiler Parteien dürfte wohl die SVP vom Zusammenschluss am meisten Auftrieb erhalten. Denn das Abstimmungsverhalten in den ländlich geprägten Berggemeinden ist oft in deren Sinne. Ebendies taxiert der CVP-Parteipräsident Beat Wiederkehr als etwaiger Nachteil für Mitteparteien. Er lade die Berggemeinden aber ein, sich innerhalb der vielfältigen Wädenswiler Parteienlandschaft zu engagieren. Bereits heute habe die SVP Wädenswil Mitglieder aus Hütten und Schönenberg, sagt die Wädenswiler Parteipräsidentin Christina Zurfluh. Es gebe keine Strategie, wie die SVP neue Mitglieder gewinne: «Wir telefonieren keine Listen ab.»

Lukas Matt ist umschwärmt

Die Partei sei aber offen für neue Mitglieder — gerade auch im Hinblick auf die Neuwahlen vom nächsten Jahr. Sie erwarte, dass Personen, die Interesse haben, auf die SVP zukämen. «Es ist in ihrem Interesse, dass die Berggemeinden im Gemeinderat vertreten sind.» Die Partei beginne jetzt, sich Gedanken über die Wahllisten zu machen und auch auf Personen in Schönenberg und Hütten zugehen. «Wir überstürzen nichts, um die nicht gleich zu überfahren.»

Rascher vorangeschritten ist indes die Wädenswiler FDP. Parteipräsident Peter Dolder sagt, dass sie bereits in Kontakt mit FDP-Mitgliedern der Berggemeinden stünden. Er bestätigt, dass darunter auch Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) ist. Dergleichen bezeugt Schönenberger FDP-Gemeinderat Ulrich Bauer: «Ich wurde von der FDP Wädenswil angefragt. Aber ich muss noch mit diversen Leuten absprechen, wie es weitergehen soll. Ich schliesse jedoch nicht aus, dass ich kandidieren werde.»

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