Horgen

«Das See-Spital hat gegenüber den Krankenkassen stets korrekt abgerechnet»

Manuel Zimmermann, Mediensprecher des See-Spitals, stellt sich schützend vor den kritisierten Schmerzarzt D. Er gibt in einem schriftlich geführten Interview aber auch Fehler zu.

Manuel Zimmermann: «Die erhobenen Vorwürfe werden abgeklärt».

Manuel Zimmermann: «Die erhobenen Vorwürfe werden abgeklärt». Bild: zvg

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Die «Weltwoche» erhebt Vorwürfe gegen Ihren Schmerzarzt D. Stimmt es, dass er falsche Leistungen an die Kranken­kassen verrechnet hat?
Manuel Zimmermann: Nein. Es ist ohnehin so, dass nicht Arzt D., sondern das See-Spital gegenüber den Krankenkassen abrechnet und dies stets korrekt getan hat.

Der Geschäftsleitung wird im erwähnten Artikel ebenfalls unterstellt, dass sie D. schützt, weil das See-Spital mitverdient.
Arzt D. ist am See-Spital angestellt. Das See-Spital als Arbeit­geber stellt sich grundsätzlich schützend vor seine Mitarbeitenden, bis ein Beweis erbracht ist, dass ein fehlerhaftes Verhalten vorliegt. Wir haben interne Abklärungen eingeleitet, bis heute aber keine Hinweise auf falsche Abrechnungen gefunden.

Dennoch hat das Blatt anscheinend Zeugen aufgetrieben, die systematisch falsche Leistungsverrechnungen geltend ­machen.
Die Zeugen sind uns bekannt, sie haben ein persönliches Motiv. Systematisch falsche Leistungsverrechnungen wären uns auf­gefallen.

Das von Ihnen angesprochene Motiv geht auch auf einen Zwist zwischen D. und einem weiteren Belegarzt zurück. Welche Unstimmigkeiten sind aufgetreten?
Der Zwist bestand zwischen A. P., einem früheren Belegarzt des See-Spitals, und den am See-Spital angestellten Arzt der Schmerzklinik D.

Können Sie genauer werden?
A. P. und D. waren Mitte des letzten Jahrzehnts Aktionäre der Firma Sindovis AG und arbeiteten zusammen. Es kam zum Streit, worauf A. P. gezwungen wurde, die Firma zu verlassen. A. P. arbeitete als Belegarzt für das damalige Krankenhaus Sanitas. D. wurde vom Spital Zimmerberg für die neu ins Leben gerufene Schmerzklinik in Horgen angestellt. Mit der Fusion per 1. Januar 2011 kam es, dass die beiden nach wie vor zerstrittenen Ärzte wieder im gleichen Unternehmen arbeiteten – fürs neu ­fusionierte See-Spital. Damit flammten die Querelen zwischen A. P. und D. erneut auf.

Wie haben Sie darauf reagiert?
Die Spitalleitung suchte das Gespräch mit den beiden und forderte sie auf, professionell zusammenzuarbeiten. Leider sind diese Vermittlungsversuche gescheitert. Inzwischen musste A. P. vom See-Spital infolge wiederholter und ­erheblicher Verstösse gegen das Krankenversicherungsgesetz und gegen interne Reglemente als Belegarzt deakkreditiert werden. Das heisst, dass A. P. am See-Spital keine Patienten mehr operieren oder behandeln darf. Diese Deakkreditierung ist eine Angelegenheit zwischen dem See-Spital und A. P. und steht in keinem Zusammenhang mit der privaten Auseinandersetzung zwischen A. P. und D.

Aber auch Schmerzarzt D. hat anscheinend Fehler gemacht. Sie bestätigen, dass er die Krankenakten teilweise zu wenig detailliert ausgefüllt hat. Was wird sich nun ­ändern?
Das See-Spital hat diesen Mangel erkannt und hat sofort nach ­Bekanntwerden entsprechende Massnahmen eingeleitet und ­umgesetzt.

Bitte werden Sie auch hier ­konkreter.
Ab sofort wird dafür gesorgt, dass jede Behandlung lückenlos dokumentiert wird und vor Beginn ­jeder Injektions- oder anderer interventionellen Behandlung eine schriftliche Einwilligung des Patienten eingeholt wird. Diese Dokumentationen werden von einem ärztlichen Geschäftsleitungsmitglied kontrolliert.

Das heisst, Schmerzarzt D. ist für Sie immer noch tragbar?
Die Frage stellt sich für uns in diesem Moment nicht. Die gegen D. erhobenen Vorwürfe werden aber abgeklärt. (zsz.ch)

Erstellt: 08.04.2015, 09:16 Uhr

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