Wädenswil

«Das Modeln gibt mir die Bestätigung,die ich lange suchte»

Philipp ­Kern ist einer der Finalisten des Elite Model Look Switzerland. Der Dreifachbürger absolviert das Freie Gymnasium Zürich und weiss bereits, wie er sein Schwerpunktfach Biologie und Chemie künftig mit der Mode verbinden will.

Kämpft am 25. August um den Sieg im Finale des renommiertesten Model-Wettbewerbs der Schweiz: Der 18-jährige Wädenswiler Philipp Kern.

Kämpft am 25. August um den Sieg im Finale des renommiertesten Model-Wettbewerbs der Schweiz: Der 18-jährige Wädenswiler Philipp Kern. Bild: Sabine Rock

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Angst hat Philipp Henri Kern nur davor, dass ihm seine Neugier irgendwann zum Verhängnis wird. Davor, und vor Prüfungen. Manchmal. Das Finale des Elite Model Look Switzerland am 25. August hat für ihn aber nichts mit einer Prüfung zu tun. Im Gegen­teil: «Die Kandidaten sind toll; wir verstehen uns alle super», sagt der 18-Jährige. Dass das Modeln ihm Spass macht, ist unschwer zu erkennen. Gekonnt fixieren seine haselnussbraunen Augen die Kamera der ZSZ-Fotografin. Ein, zwei Posen, etwas ­Geduld. Dann ist das Foto im Kasten.Zum Modeln kam Philipp Kern schon früh. Sein Stiefvater ist Fotograf und hat ihn bereits als Kind regelmässig abgelichtet. Vor zwei Jahren hat er sich bei der Modelagentur Option in Zürich beworben, die den Elite Model Look in der Schweiz organisiert. Er wurde angenommen und ­spä­ter angefragt, ob er beim diesjährigen Finale mitmachen will. Inzwischen haben ihn diverse Model­agenturen der Schweiz für Aufträge kontaktiert, meist über seinen Instagram-Account. «Das ist die beste Plattform, um sich zu präsentieren», findet der Wädens­wiler.

Merkliche Metamorphose

Dass der 1,91 Meter grosse Schlaks mit den markanten Wangen­knochen früher pummelig war, glaubt man ihm kaum. Sein Aussehen habe er erst seit ­etwa drei Jahren, als er plötzlich gewaltig in die Höhe schoss und sich sein kantiges Gesicht formte. «Dieser Wandel hat mein ­Leben verändert», sagt er, streicht sich durchs Haar, zieht kräftig an seiner Zigarette und schaut nachdenklich in den Himmel. Dann fügt er hinzu: «Definitiv.» Er ­habe sich früher nie wohlgefühlt in seinem Körper. Nun sei er, was sein Äusseres betreffe, endlich zufrieden. Als klassische Schönheit ­betrachte er sich hingegen nicht: «Mein Look ist speziell. Individualität ist mir sehr wichtig.»

Vor der Kamera steht Philipp Kern zwar sehr gerne, über län­gere Zeit könne er sich den Beruf im Blitzlichtgewitter der Kameras aber nicht vorstellen: «Das Modeln gibt mir Aufmerksamkeit und Bestätigung. Dem Selbstvertrauen tut das extrem gut», gibt der 18-Jährige offen zu. Zudem verdiene er dabei gutes Geld. Nach der Matura will Philipp ein oder zwei Zwischenjahre einlegen und sich das Reisen wenn möglich mit dem Modeln finanzieren.

Zurzeit absolviert der Wädenswiler, der neben dem Schweizer einen französischen und einen peruanischen Pass besitzt und bereits über 30 Länder bereist hat, das Freie Gymnasium Zürich mit Schwerpunktfach Biologie und Chemie. Später möchte er ­etwas studieren, wor­in er seine Ta­lente ausleben kann. «Ich bin kreativ», findet er. Mode- oder Industriedesign könne er sich vorstellen. Die Kontakte, die er in der Modewelt bereits jetzt ­dafür knüpfen könne, seien deshalb wertvoll.

Um herauszufinden, ob ihm das Entwerfen von Kleidung zusa­gen würde, macht er momentan ein fünfwöchiges Praktikum bei einem Modedesigner in Tel Aviv. Dieser sei für sogenannte All Black Fashion bekannt – genau Philipp Kerns Stil. Für das Interview erscheint er ganz in Schwarz: Eng anliegende schwarze Hosen, schwarzes Shirt, schwarzer Mantel, dazu passend schwarze Stiefel. ­Sollte seine Wahl auf Industriedesign fallen, würde er auch beruflich in die Fussstapfen seiner deutschen Mutter treten: «Sie führt eine renommierte Industrie­designfirma in der Schweiz. Als ihr Sohn könne er diese später übernehmen. «Meine Mutter hat mich immer in allem unterstützt, was ich machen wollte.»

Modische Maturaarbeit

Dem jungen Mann ist es «wichtig, dass die Leute mich in der Modebranche nicht bloss als Objekt, sondern auch als Menschen wahrnehmen». Deshalb habe er auch keine Angst davor, dass er sich in der Oberflächlichkeit der Modewelt verlieren könnte. Er habe gute Menschenkenntnisse, eine hohe Empathie, spüre mehr als andere. Deshalb sei er auch spirituell veranlagt. «Zum Mond habe ich eine spezielle Beziehung. Seine Reinheit fasziniert mich.» Aus diesem Grund nenne er sich auf Instagram auch moon­shine­view – Mondscheinaussicht.

Für seine Maturaarbeit hat er bereits eine Idee, wie er Mode mit Biologie und Chemie verbinden will. Die Verhaltensbiologie – ­alles, was Menschen angst macht, Freude bereitet, sich in den tiefsten zellularen Eigenschaften der Menschen versteckt – interessiere ihn. Die Muster dieser tiefzellu­laren Mechanismen wolle er ­extrem vergrössern und sie dann in einem Kleidungsstück neu interpretieren.
Auf www.sistyle.ch kann vom
20. August um 12 Uhr bis am
24. August um 18 Uhr für die Kandidaten gevotet werden. Der Gewinner des Online-Votings schafft es im Finale direkt unter die ersten drei. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.08.2016, 10:26 Uhr

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