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CVP ist 100 Jahre alt und noch voller Energie

Die CVP Wädenswil ist 100 Jahre alt. An der Jubiläums­feier gab es Gratulationen von der Politprominenz von nah und fern.

Die CVP Wädenswil feierte am Freitag ihr 100-jähriges Bestehen mit geladenen Gästen im Landisaal auf der  Halbinsel Au.
Die CVP Wädenswil feierte am Freitag ihr 100-jähriges Bestehen mit geladenen Gästen im Landisaal auf der Halbinsel Au.
Charles Schnyder
Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, hielt die Festansprache an der Jubiläumsfeier der CVP Wädenswil.
Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, hielt die Festansprache an der Jubiläumsfeier der CVP Wädenswil.
Charles Schnyder
Politprominenz betrachtet den Geburtstagskuchen: CVP-Nationalrätin  Barbara Schmid-Federer und Regierungsrat Ernst Stocker (SVP, Wädenswil).
Politprominenz betrachtet den Geburtstagskuchen: CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer und Regierungsrat Ernst Stocker (SVP, Wädenswil).
Charles Schnyder
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Vor 100 Jahren war Wädens­wil ein Industriestandort. Die Fabriken beschäftigten viele katholische Einwanderer aus der Innerschweiz. Sie fühlten sich aber benachteiligt. Und als der Kantonsrat das Wahlsystem änderte und Proporzwahlen einführte, wurden sie politisch aktiv.

Am 14. März 1917 gründete eine Vertrauensmännerversammlung im Gasthof zum Hirschen, der heute nicht mehr existiert, die Christlich-soziale Partei (CSP) Wädens­wil, die 1971 den Namen CVP erhielt. Bereits im ersten Jahr zählte die Partei 130 Mitglieder.

Das 100-jährige Bestehen feierte die CVP am Freitag auf der Halb­insel Au mit einem grossen Jubiläumsfest. Als Erster ­gratulierte CVP-Schweiz-Präsident Gerhard Pfister. Es sei nicht selbst­verständlich, dass die Partei weitere 100 Jahre schaffe, mahnte er. Er bezeichnete die CVP als eine Partei des Milieus: «Uns wählt man, weil uns schon der Vater und der Grossvater gewählt haben.»

Die Herkunft sei wichtig. Das genüge aber nicht mehr. «Wir müssen eine Partei der Ideen sein, Werte aufzeigen.» Deshalb habe er ein Projekt lanciert, um auf Erfolgskurs zu kommen. Pfister verbreitete Optimismus. Es gebe Anzeichen und Fakten, dass die CVP auf gutem Weg sei, die Partei habe bei verschiedenen Wahlen an Wähleranteil gewonnen.

Wädenswil in CVP-Hand

In Wädenswil hat die CVP eine vergleichsweise starke Wählerschaft. Sie verlor zwar bei den letzten Wahlen ihren zweiten Sitz im Stadtrat, stellt mit Phi­lipp Kutter aber den Stadtpräsidenten. Im ablaufenden Amtsjahr war zudem Monika Greter als Gemeinderatspräsidentin die höchste Wädenswilerin. Der Bezirk Hor­gen sei eine CVP-Hochburg, sagte Kutter. Und die CVP Wädens­wil sei innerhalb der Hochburg eine Hochburg, bemerkte Kutter.

Die Zürcher CVP-Regierungsrätin Silvia Steiner sagte, es habe sich viel verändert in diesen 100 Jahren. Wädenswil sei kein Industriestandort mehr, aber Bildungs­stadt, bemerkte die Bildungsdirektorin und erwähnte, dass Wädens­wil immer noch im Rennen als Gymi-Standort sei. Dazu verrate sie aber nichts.

Silvia Steiner scheint einen beson­deren Draht zu Wädens­wil zu haben. Nicht nur, dass sie wie die CVP Wädenswil am 14. März Geburtstag habe, wie Beat Wiederkehr erwähnte, der durch den Abend führte. Auch der Wädenswiler SVP-Regierungsrat Ernst Stocker erwähnte die CVP-Frau lobend. Es sei für ihn als Finanzvorstand ein Glücksfall, dass sie Verständnis für die Finanzen des Kantons aufbringe.

Die CVP gilt als Mitte-Partei. Sie sucht oft den Ausgleich, heute wie damals. Als sie gegründet wurde, tobte der Erste Weltkrieg. Nahrungsmittel waren ratio­niert, und die Inflation grassierte. Fehlende Sozialpartnerschaften von Arbeitgebern und Arbeitnehmern führten zu grossen Spannungen, die im Generalstreik von 1918 eskalierten.

In Wädenswil versammelten sich ebenfalls Unzufriedene. Wie in der Parteichronik nachzulesen ist, setzte sich die CSP ohne klassen­kämpferische Parolen für sozialen Ausgleich und die Inte­gration von Minderheiten ein.

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