Langnau

Chilbi wird von Jahr zu Jahr grösser

Jedes Jahr wächst die Langnauer Chilbi ein bisschen mehr. Sehr viele Besucher verzeichneten die Verantwortlichen, setzten aber auch mehr Sicherheitskräfte ein.

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Die Chilbi im vergangenen Jahr wurde von einer kurzen, aber ­heftigen Massenschlägerei am Samstagabend überschattet. Rund 30 Personen gingen aufeinander los. Damit dies in diesem Jahr nicht passieren konnte, haben die Verantwortlichen die Sicherheit personell aufgestockt. Mehr Sicherheitsleute waren auf dem Chilbigelände im Einsatz, wovon der Besucher aber nichts mitbekam.

Wie Rolf Schatz (GLP), Gemeinderat und Vorsteher der Freizeit- und Kulturkommission, sagte, blieb es dieses Jahr ruhig. «Wir hatten eine hervorragende und friedliche Chilbi», freute sich Schatz. Organisatoren, Vereine und Schausteller seien alle sehr zufrieden.

Er war es auch, der sich vor sechs Jahren dafür einsetzte, die Chilbi grösser zu machen und vom Herbst in den Frühsommer zu verlegen. Schatz und der Platzchef Silvio Keller sind sich einig, dass sich diese Änderung bewährt hat. «Wir sind stolz, dass wir wieder eine richtige Chilbi haben», so Rolf Schatz.

Zufriedene Schausteller

Vor allem viele Adliswiler waren auf dem Chilbigelände anzutreffen. Shereen Warren war mit ihrer Familie da. Die Adliswilerin wünscht sich in ihrer Wohngemeinde auch eine solche Chilbi. Ebenso findet sie es gut, dass die Chilbi um diese Jahreszeit und nicht mehr im Herbst stattfindet. Ihre 11-jährige Tochter Amarah hatte soeben beim Entenfischen einen Ring gewonnen, den sie stolz ihrer Mutter präsentierte.

Bei den Autoscootern standen vor allem Jugendliche. Einige fuhren in den Scootern, crashten ihre Kollegen, andere standen nur am Rand und versuchten, eine gute Figur zu machen.

Claudio Loetscher war mit seiner Entenfischbude zum dritten Mal an der Langnauer Chilbi. «Für so ein kleines Dorf ist es eine gute Chilbi», sagte er. Sie sei rentabel für ihn und er komme immer wieder gerne. Vor allem sei der Anlass von der Gemeinde und dem Platzmeister sehr gut organisiert. Zum ersten Mal waren die Autoscooter von Gottardi auf dem Schulhausplatz Vorderzelg aufgestellt. Der Schausteller, der sonst dort ist, konnte in diesem Jahr nicht kommen. Gottardi ist eingesprungen. Sie seien zufrieden, wie es laufe, meinte der Autoscooter-Mitarbeiter Daniel Meister.

Auch die einheimischen Vereine sind jedes Jahr ein wichtiger Bestandteil der Chilbi. Dieses Jahr machten 15 mit, einer mehr als im vergangenen Jahr. Jeder Verein verkaufte verschiedene Gerichte und Getränke. Und acht von ihnen boten noch Unterhaltung. Im Festzelt des Vogel- und Naturschutzvereins Singdrossel spielten verschiedene Livebands wie Züri Texas oder die Kapelle Andy Camenzind.

Beim Squash-Club Sihltal gab es ein Jassturnier und bei der Feuerwehr konnten Fussballfans das Champions-League-Final-Spiel anschauen und Steinpilzrisotto vom Holzfeuer geniessen. Diego Staub, Clubpräsident des Squash-Clubs Sihltal, erachtet es für den Verein als wichtig, Präsenz zu markieren. Die Einnahmen, die sie durch den Verkauf von Sushi machten, seien hingegen sekundär.

Wechsel hat sich gelohnt

Der Tamilische Kulturverein Sihltal ist seit einigen Jahren mit einem Stand vertreten. Die Einnahmen werden immer vollumfänglich für gute Zwecke eingesetzt. Vor allem für das Bildungswesen in Sri Lanka setzt sich der Verein ein. Keerthana Ponnusamy und ihre Kollegen verkauften typische tamilische Spezialitäten. Der Verkaufsschlager sei Koththuroddi, gehacktes Fladenbrot mit Rindfleisch und Gemüse.

Damit möglichst viele Vereine mitmachen, stellt die Gemeinde allen jeweils ein Festzelt und eine Standardbestuhlung als Ausgangslage zur Verfügung. Wer es etwas actionreicher mochte, wagte sich auf den Freefall-Tower oder die Discovery – ein Sofa, das sich in der Luft um die eigene Achse dreht. Auch die traditionelle Himalajabahn fehlte nicht und die kleinen Besucher konnten auf einer Kinderachterbahn ihre Runden drehen.

Wie Platzchef Silvio Keller sagt, hat die Chilbi noch Kapazität, zu wachsen. Vor allem mehr Marktstände würde es noch vertragen. Keller bekommt zwar immer viele Bewerbungen, aber er legt Wert darauf, dass nicht das gleiche Angebot mehrmals vorkommt. Es sei gar nicht so einfach, eine gute Durchmischung zu finden. Keller freut sich, dass sich seine Chilbi immer mehr etabliert und auch immer mehr Besucher aus anderen Gemeinden anzieht. Nach sechs Jahren «neuer» Chilbi ziehen Rolf Schatz und Silvio Keller eine sehr gute Bilanz. «Der Wechsel hat sich gelohnt, die Chilbi wird so bleiben, wie sie jetzt ist», bestätigt Rolf Schatz. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.05.2018, 09:57 Uhr

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