Horgen

Carla Loretz gewinnt Wahl um das Schulpräsidium haushoch

Drei Wochen Wahlkampf haben der parteilosen Schulpflegerin Carla Loretz genügt, um im zweiten Wahlgang das Schulpräsidium zu erobern. Sie erhielt mehr als doppelt so viele Stimmen wie die Zweitplatzierte Christa Stünzi (GLP).

Der Horgner Gemeindepräsident Theo Leuthold gratuliert der neuen Schulpräsidentin Carla Loretz zur Wahl.

Der Horgner Gemeindepräsident Theo Leuthold gratuliert der neuen Schulpräsidentin Carla Loretz zur Wahl. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Blumenstrauss und der gekühlte Weisswein stehen für den Wahlempfang auf der Terrasse des Gemeindehauses bereit. Als Carla Loretz (parteilos) eintrifft, gilt ihre Aufmerksamkeit aber zuerst dem Wahlprotokoll, das ebenfalls dort liegt. Sie studiert es lange, als könne sie das Resultat kaum glauben. «Dass die Stimmen so deutlich für mich ausfielen, ist überwältigend», sagt sie.

Carla Loretz erhielt 1508 Stimmen, Christa Stünzi (GLP) 721 Stimmen und Nathalie Böttinger (FDP) 622 Stimmen. Carla Loretz wurde also mit mehr als doppelt so vielen Stimmen wie die Zweitplatzierte Christa Stünzi gewählt. Oder anders ausgedrückt: Mehr als jede zweite der 2936 gültigen Stimmen wurde für sie abgegeben. Die Stimmbeteiligung lag bei 29 Prozent.

Positive Rückmeldungen

Dieses Resultat ist umso bemerkenswerter, als Carla Loretz erst beim zweiten Wahlgang in den Kampf um das Schulpräsidium einstieg. Zudem gab sie ihre Kandidatur im allerletzten Moment bekannt, gerade noch rechtzeitig, bevor die Wahlunterlagen bei den Stimmberechtigten eintrafen.

Im ersten Wahlgang hatten weder Christa Stünzi, Nathalie Böttinger und Karin Mari-Lutz das absolute Mehr erreicht. Alle waren neu für die Schulpflegewahl und das -präsidium angetreten, die SVP-Kandidatin Karin Mari-Lutz verpasste sogar die Wahl in die Schulpflege und konnte deshalb beim zweiten Wahlgang ums Präsidium nicht mehr antreten.

Sie sei zuversichtlich gewesen, dass sie die Wahl ins Präsidium schaffe, sagt Carla Loretz. Denn sie habe viele positive Rückmeldungen erhalten, «aber man bleibt trotzdem im Ungewissen.» Dass das Resultat nun so deutlich ausfiel, «ist schon eher überraschend», sagt sie.

Sie sei überwältigt, habe aber Ehrfurcht und Respekt vor der neuen Aufgabe. «Freude ist aber das prägende Gefühl», beschreibt sie ihren Gemütszustand beim Wahlapéro mit dem Gemeindepräsidenten Theo Leuthold (SVP), der abtretenden Schulpräsidentin Elisabeth Oberholzer (FDP), Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli und Roger Hermann, Abteilungsleiter des Schulsekretariates.

Enttäuschte Verliererinnen

Als sie die Gratulationen entgegen genommen und für die Fotos posiert hat, nützt die Wahlsiegerin eine freie Minute, um ihr Smartphone zu konsultieren. Auch auf digitalem Weg erreichen sie offenbar viele Glückwünsche. Sie meint: «Diese grosse Unterstützung ist schön.»

Enttäuscht vom Resulat sind die Wahlverliererinnen. «Schade», sagt Nathalie Böttinger, «aber das Leben geht weiter.» Sie freue sich nun darüber, dass sie sich in der Schulpflege engagieren könne, mache das Beste daraus und schaue vorwärts. Wieso sie den Sitz für die FDP nicht habe verteidigen können, sei schwierig zu sagen. Sie werde sich diese Frage in Ruhe überlegen. Sie bedaure, dass die Wahlbeteiligung so tief war. Stimmen gekostet habe sie der Umstand, dass sie von der SVP nicht offiziell unterstützt wurde.

Christa Stünzi hatte sich eigentlich gute Wahlchancen ausrechnen können, denn sie erhielt im ersten Wahlgang am meisten Stimmen für die Wahl als Schulpräsidentin. Die Deutlichkeit des Resultats im zweiten Wahlgang sei überraschend. Christa Stünzi gibt sich aber sportlich: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Carla Loretz», sagt sie. Sie sei überzeugt, dass sie in der Schulpflege etwas bewegen könnten, sagt sie. So seien sie beide der Meinung dass man die Kommunikation verbessern könne. Ein wichtiges Anliegen ist Christa Stünzi, die aus dem Hirzel kommt, die Integration der Hirzler Einheit. So wolle sie sich dafür einsetzen, dass Eigenheiten von Schulen wenn möglich erhalten blieben, und zwar nicht nur im Hirzel.

Richtungswechsel steht an

Mit Carla Loretz kommt es zu einem Richtungswechsel im Schulpräsidium. Bisher war es in FDP-Hand, nun ist eine Parteilose an der Spitze, die sich Mitte-links positioniert. Als Schulpräsidentin ist Carla Loretz auch Mitglied des Gemeinderates, der nun ebenfalls eine zweite linke Stimme erhält. Zudem ist sie als 39-Jährige das jüngste Mitglied der Exekutive.

Das gute Abschneiden bei der Wahl in die Schulpflege sowie zahlreiche Ermunterung bewogen Carla Loretz zur Kandidatur. Motiviert hat sie zudem die Aussicht, als Präsidentin mehr Einfluss auf die Ausrichtung der Schulpflege auszuüben, wie sie sagte. So würde sie die Schulpflege partizipativer führen, als es bis anhin der Fall gewesen sei, und die Schulleitungen stärker einbeziehen.

Erstellt: 10.06.2018, 19:21 Uhr

Artikel zum Thema

Die Bekanntheit hilft

Kommentar Daniela Haag zur Schulpräsidiums-Wahl in Horgen. Mehr...

Alle Resultate aus der Region im Überblick

Abstimmungen und Wahlen 54 Prozent Zustimmung zu Dorfkern-Kredit in Richterswil +++ Zolliker winken Beugi-Initiative durch +++ Nein zu Altersheim-Privatisierung in Hombrechtikon +++ Zeroual (CVP) wird Stapi von Adliswil Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.