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Bunte Blumen mussten grauem Asphalt weichen

Die Stadt Wädenswil setzt eine weitere ­Sparmassnahme um. Derzeit werden aus Kostengründen die Rabatten mit Blumen an Kantonsstrassen zurückgebaut. Die Grünen versuchen, dieses Vorgehen zu stoppen.

Wo vor kurzem noch bunte Blumen blühten, befindet sich jetzt schwarzer Asphalt. Aus Kostengründen mussten die Blumenrabatten am Zentralkreisel weichen.
Wo vor kurzem noch bunte Blumen blühten, befindet sich jetzt schwarzer Asphalt. Aus Kostengründen mussten die Blumenrabatten am Zentralkreisel weichen.
Dorothea Uckelmann

Bald hat der «Silbersommer» ausgeblüht. Das von der Stadt Wä­denswil in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) Wädenswil lancierte Pflanzenkonzept für Strassenrabatten fällt den Sparmassnahmen der Stadt Wädenswil zum Opfer.

Um den für das Jahr 2016 um 90 000 Franken gekürzten Budgetposten Strassenwesen einhalten zu können, wurde unter ­anderem eine Stelle in diesem Bereich nicht mehr besetzt. «Damit können wir die Strassenrabatten nicht mehr länger alle pflegenwie bis anhin», sagt Heini Hauser (SVP), Stadtrat für Planen und Bauen. Die Konsequenz: «Wir ­haben die Beete entlang der Kantonsstrassen an den Kanton zurückgegeben», sagt Heini Hauser.

Kreisel bleiben, wie sie sind

Hauser bedauert das Umsetzen dieser Sparmassnahme, denn es widerspreche der Gesinnung des Amts für Planen und Bauen, das sich eigentlich für Grünflächen einsetzt. «Allerdings sind wir gebunden durch den Auftrag», sagt er weiter.

Der Kanton hat bereits einen Teil der Rabatten asphaltiert und auf einem anderen Teil Rasen ausgesät. Verschwunden ist damit auf Kantonsstrassen zum Beispiel die Bepflanzung in den Rabatten rund um den Zentralkreisel und auch an der Seestrasse auf Höhe des Theaters Ticino. Lediglich ein Grünstreifen wird entlang der Seestrasse bei der Siedlung Hangenmoos erhalten bleiben. Auch bei der Zufahrt in die Schönenbergstrasse werden die Strassenbeete zurückgebaut.

Auch die ­Begrünung in den Rabatten an kommunalen Strassen werden teil­weise verschwinden. Zumindest in denen, die sich ausserhalb des Stadtzentrums befinden, so etwa am Kreisel Oberort in der Au. «Sie werden mit Rundkies oder grossen Steinen aufgefüllt oder mit extensivem ­Rasen begrünt», sagt Heini Hauser. Die Kreisel des Kantons und diejenigen der Stadt Wädenswil würden bleiben, wie sie sind. Tatsache sei, dass nach dem Rückbau der Rabatten wesentlich weniger Unterhaltsarbeiten anfallen. Denn die Blumen seien nicht von alleine gewachsen, merkt Heini Hauser an. Es musste gemäht, Unkraut gejätet und abgestorbenes Pflanzenmaterial beseitigt werden.

Die Grünen lancieren Petition

Die Sparmassnahme stösst bei der Wädenswiler Bevölkerung nicht auf Gegenliebe. «Dass die Stadt Wä­denswil ausgerechnet jetzt auch noch Wildblumensamen für mehr Biodiversität verteilt, mutet sicher seltsam an», ist sich Hauser bewusst. Doch sei ein Säckchen mit Wildblumensamen wesentlich günstiger als eine Stelle zur Pflege der Strassenrabatten.

Die Grünen Wädenswil erachten «die aktuelle Zerstörung eines wichtigen Anteils an Biodiversität als absurd und nicht nachvollziehbar». Die Partei hat deshalb eine schriftliche Anfrage beim Stadtrat eingereicht und eine ­Petition lanciert. Darin fordern die Grünen, «sofort alles zu un­ternehmen, um diese unsinnige Zerstörung von Biodiversität in der Stadt Wädenswil einzustellen.» Die Petition kann am kommenden Samstag während der Velobörse auf dem Eidmattareal unterschrieben werden.

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