Wädenswil

Bürgerliche kämpfen gegen Mineralwasser

An städtischen Sitzungen soll es künftig nur noch Hahnenwasser geben. Dies wird in einem Postulat gefordert.

Statt Mineralwasser soll an Sitzungen der Wädenswiler Stadtverwaltung künftig nur noch Hahnenwasser auf den Tisch kommen – das fordern bürgerliche Politiker.

Statt Mineralwasser soll an Sitzungen der Wädenswiler Stadtverwaltung künftig nur noch Hahnenwasser auf den Tisch kommen – das fordern bürgerliche Politiker. Bild: DPA

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Dursten soll in der Stadtverwaltung Wädenswil niemand. Deshalb werden während den städtischen Sitzungen Mineralwasserflaschen bereitgestellt. Was für die Sitzenden erfrischend wirkt, ist für die Fraktion des Bürgerlichen Forums Positives Wädenswil (BFPW) und EDU weniger prickelnd. Sie wollen das Mineralwasser durch Hahnenwasser ersetzen. Damit soll der Klimakrise entgegengewirkt werden.

Dies verlangen die Parlamentarier von der städtischen Verwaltung nicht etwa bei einem Glas erfrischenden Wassers in einer Sitzungspause, sondern greifen gleich auf ein politisches Instrument zurück. Mit einem Postulat fordern die Gemeinderäte Bruno Zürcher (EDU), Hans Peter Andreoli (BFPW) und Pascal Rubin (BFPW) den Stadtrat dazu auf, einen Wechsel von Mineral- auf Hahnenwasser zu prüfen. «Die Politik sollte konkrete Vorschläge nennen und Massnahmen definieren, welche Auswirkungen auf die Umwelt sowie Kosten verhindern können», schreiben sie.

Ein Sturm im Wasserglas?

Um ihr Anliegen zu begründen stellen sie einen Vergleich an: Der Import von Mineralwasser hat sich seit Mitte der neunziger Jahre mehr als verdreifacht, im Jahr 2009 war er bei 300 Millionen Litern, was etwa einen Drittel des schweizerischen Mineralwasserverbrauchs ausmacht. Allein die Produktion der PET-Flaschen für den Schweizer Markt verbrauchen eine halbe Million Tonnen Erdöl pro Jahr, führen die Gemeinderäte auf. Für Leitungswasser brauche es tausendmal weniger Erdöl.

Der Vergleich mit dem importierten Mineralwasser bringt in diesem Fall jedoch wenig. Denn bei der Stadt Wädenswil kommt ein solches nicht auf den Tisch. Das Mineralwasser wird aus dem Bündnerland angeschafft und mit 100 Prozent Ökostrom produziert. «Doch auch dieses Mineralwasser kann gegen das mit Abstand ökologischste und kostengünstigste Erfrischungsgetränk - dem Hahnenwasser - nicht konkurrenzieren», schreiben die Postulanten.

Ob das Postulat an den Stadtrat überwiesen wird, liegt nun in den Händen des Gemeinderats. Dieser muss an einer seiner nächsten Sitzungen entscheiden, ob er künftig lieber Mineral- oder Hahnenwasser trinken will und ob er in der Massnahme die Rettung des Klimas oder eben doch nur ein Sturm im Wasserglas sieht.

Erstellt: 17.07.2019, 15:58 Uhr

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