Hirzel

Bretagne und Joya sind die Schönsten

An der traditionellen Viehschau auf dem Hirzel heimsten viele Tiere lobenden Applaus ein. Die schönste Kuh beim Fleckvieh war Bretagne, beim Braunvieh konnte Joya erneut den Missentitel holen.

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Landwirt und Viehzüchter Werner Uhlmann vom Hof Zimmerberg lächelt an der Viehschau auf dem Hirzel schon zur Mittagszeit verschmitzt: Von seinen 17 mitgebrachten Kühen sind fünf in ihrer Abteilung schon am Morgen als erstrangiert ausgezeichnet worden. Die Chancen stehen demnach gut, dass in diesem Jahr eine «Miss Hirzel» aus seinem Betrieb kommt. Ein Titel würde ihn besonders freuen, beteuert er, da dies seine letzte Viehschau sei. Nach 42 Jahren in der Landwirtschaft wird er altershalber aufhören und alle seine 50 Tiere in wenigen Tagen versteigern.

Es seien gute Jahre gewesen, sagt er scheinbar ohne Emotionen. Wenn das Alter nicht wäre, würde er gerne und noch lange weitermachen. Da die Jungen nicht weitermachen könnten, sei das Aufhören auf diese Art aber der einzig mögliche Weg.

Gelassenheit ist nötig

Stolz erzählt Uhlmann von seiner langen Karriere als Preisrichter, kantonaler wie gesamtschweizerischer. Er lobt auch in diesem Jahr die Qualität der ausgestellten Tiere. Uhlmanns Ehefrau Beatrice geht es an der letzten Viehschau der Familie weniger gut. Mit Tränen in den Augen gibt sie zu: «Die Tiere werden mir schon fehlen».

Dann schweift der Blick wieder zu den rund 320 Tieren auf der grossen Wiese beim Rothus. Rund 600 Personen sind bei prächtigstem Wetter gekommen, um die rund 170 Kühe der Rasse Brown Swiss, 50 der Original Braunvieh und 100 der Holstein und Red Holstein zu bestaunen. Insgesamt 21 Landwirte zeigen ihre Tiere und damit auch ihre Arbeit im Vorjahr. Zwar ist das Auffahren der Kühe mit viel Aufwand verbunden. Nur schon das Einstellen der Tiere in die entsprechende Abteilung gleiche jedes Jahr einer organisatorischen Generalstabsübung.

Hans Zollinger, Präsident des Viehschauvereins Hirzel, meint aber lächelnd: «Ein Schuss bodenständige Gelassenheit gehört zu unserer Arbeit, die mit den vielen Tieren immer wieder Überraschungen bringt». Zollinger freut sich jedes Jahr auf den geselligen Tag im Kreise von Freunden, Kollegen und der interessierten Bevölkerung. Wie üblich können die Gäste im grossen Festzelt ihren Hunger und Durst stillen. Im angegliederten «Buuremärt» ist allerlei zu erstehen: Obst, Gemüse, Käse, Konfitüren.

Schönheit und Milchleistung

Bei der Jurierung der Tiere zollt die Festgemeinde den Experten grosse Aufmerksamkeit. Die Preisrichter Roman Auer, Karl Häcki, Stefan Knecht und Erich Walder begutachten die Tiere je nach Alter und Kategorie, wobei sie ihre Beobachtungen genau erläutern. Streng ins Visier genommen wird das Erscheinungsbild der Kühe. Im Genossenschaftswettkampf, einer Spezialität im Hirzel, wird neben der Schönheit zudem die Milchleistung der Kühe bewertet. In den Ring stapfen dafür je zwei Kühe aus Wädenswil, Schönenberg, Neuheim und aus dem Oberamt. Auch zwei Kühe aus dem Hirzel sind vertreten – die auch als Sieger im Genossenschaftswettkampf hervorgehen.

Höhepunkt an der Viehschau ist aber die Wahl der beiden Missen am Nachmittag. Beim Braunvieh ergattert Joya aus dem Stall von Familie Gafner wie im letzten Jahr den Missentitel. Auch das unter dem Fleckvieh wird die Miss gekürt. Dabei strahlt vor allem Werner Uhlmann: Bretagne aus seinem Stall erhält die Auszeichnung. Der Landwirt freut sich an seiner letzten Viehschau sichtlich über seine «Miss Hirzel».

Erstellt: 05.10.2018, 17:47 Uhr

Eine statt zwei Viehschauen

Nur einer von acht Horgnern war an der Viehschau dabei

Seit Anfang 2018 sind die Gemeinden Horgen und Hirzel fusioniert. Folgerichtig gibt es nur noch eine Viehschau, und zwar auf dem grossen Rothuus-Areal im Hirzel. Auf der Allmend in Horgen treten die Kühe nicht mehr zu einer Ausscheidung an. Dadurch kam es zu Veränderungen: Nur noch einer von acht Horgner Landwirten mit Milchkühen war mit seinen Tieren an der populären Schau anzutreffen.

Godi Gachnang, Präsident des landwirtschaft­lichen Vereins Horgen, Horgenberg, meint dazu: «Der Aufwand für die einzelnen Betriebe ist immer grösser geworden.» Zudem seien die Tiere aus den Laufställen nicht mehr daran gewöhnt, an der Halfter geführt zu werden, was aber nötig ist, um an einer Viehschau teilzunehmen. «Deshalb ist das Aus der Horgner Viehschau für viele Tierhalter auch gleich das Ende einer Teilnahme an einer Viehschau überhaupt», sagt Godi Gachnang. Frust oder Ärger seien aber nicht der Grund für die Absenz.

Als einziger Landwirt aus den Stammlanden in Horgen fuhr Walter Bär, Horgen, am ersten Freitag im Oktober weiterhin auf den Hirzel. Die Jungen seien interessiert und an der Viehschau gerne behilflich. «Darum sind wir weiterhin mit von der Partie», sagt Landwirtin Käthi Bär. Insgesamt waren an der Viehschau auf dem Rothuus-Areal in diesem Jahr ungefähr 320 Tiere präsent. (vs)

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