Schädlinge

Borkenkäfer droht sich stark zu vermehren

Die Förster der Region müssen die nächsten Monate ihr Augenmerk vermehrt auf Borkenkäfer legen. Die Schädlinge drohen sich bei gutem Wetter stark zu vermehren.

Er ist klein, kann aber grosse Schäden anrichten: Der Borkenkäfer.

Er ist klein, kann aber grosse Schäden anrichten: Der Borkenkäfer. Bild: Archiv zsz

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Der Borkenkäfer meldet sich zurück. Der heisse und trockene Sommer des letzten Jahres und der damit verbundene Wassermangel hat die Fichten in der Region geschwächt. Dadurch sind die Bäume anfälliger für den Buchdrucker und den Kupferstecher: die beiden bekanntesten Borkenkäferarten.Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vermeldet, dass die Buchdrucker-Populationen in weiten Teilen des Mittellands deutlich angestiegen sei. Eugen Carisch, Förster in Thalwil, Oberrieden und Langnau bestätigt dies mit Beobachtungen in seinem Forstrevier. «Wir haben im Verlauf des Winters einige Nester entdeckt», sagt Carisch. «Deswegen machen wir nun vermehrt Kontrollgänge». Dabei achten Carisch und seine Mitarbeiter auf Anzeichen wie frisches Bohrmehl am Stammfuss von Fichten, aussergewöhnlich viele Nadeln am Waldboden oder Verfärbungen der Bäume.

Fällen als einzige Lösung

Der Förster hat Mitte März zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder Käferfallen aufgestellt. Diese locken die Borkenkäfer mit Hilfe von Hormonlockstoffen, sogenannten Pheromonen, an. Auf der Suche nach der Duftstoffquelle landen die Schädlinge in einem Auffangbehälter. Die Fallen sollen allerdings weniger die Population dezimieren, sondern vielmehr der Kontrolle dienen. «Je mehr Borkenkäfer wir in den Fallen finden, desto grösser ist auch die Population im Wald», erklärt Carisch. So kann der Förster abschätzen, wie stark er auf befallene Fichten achten muss.

Wenn ein Baum von den Schädlingen betroffen ist, gibt es laut Carisch nur eine Massnahme: Fällen und so schnell wie möglich aus dem Wald schaffen. So wird verhindert, dass die Borkenkäfer sich weiter ausbreiten können. Im Sihlwald gilt dies allerdings nicht. Dort bleiben borkenkäferbefallene Bäume sich selbst überlassen. Nur wenn sie an die Sihltalstrasse grenzen, dürfen sie gefällt werden.

Allein im Sommer 2015 mussten im Kanton Zürich rund 20 000 Kubikmeter Fichten wegen des Borkenkäfers gefällt werden, sagt Urs Kamm vom Amt für Landschaft und Natur des Kantons Zürich. Zum Vergleich erklärt er, dass im Kanton Zürich pro Jahr normalerweise rund 400 000 Kubikmeter Holz zur Nutzung geschlagen werden.

Käfer profitieren von Hitze

Eine genaue Prognose, wie sich die Borkenkäferpopulation entwickeln wird, lässt sich für das laufende Jahr noch nicht machen. Entscheidend sei die Witterung der nächsten Monate, sagt Kamm: «Warmes und trockenes Wetter ist für die Entwicklung der Käfer günstig». Bei feuchter und kühler Wetterlage hingegen werde die Erholung der Fichten begünstigt und zudem das Wachstum der Käferpopulation gebremst.

Bei einem Sturmereignis oder anhaltend hohen Temperaturen während der Vegetationszeit ist laut der Forschungsanstalt WSL in grösseren Gebieten des Landes mit einer Massenvermehrung der Schädlinge zu rechnen.

«Doch im Vergleich zum Rekordjahr 2003 befindet sich die Vermehrung in der Schweiz auf einem relativ tiefen Niveau», sagt Beat Forster, Waldschutz-Experte der WSL. Ursprünglicher Auslöser für das damalige Massenauftreten der Käfer war der Sturm «Lothar». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.05.2016, 10:07 Uhr

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