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Blutige Schlägerei hinterlässt offene Fragen

Bei einem Streit in einer Wädenswiler Pizzeria erlitt ein Kroate Stichverletzungen. Der mutmassliche Täter stand ­gestern vor Gericht. Dem Serben drohen drei Jahre Gefängnis und eine Verwahrung. Ein Urteil steht noch aus.

Wegen einer Messerattacke stand gestern ein 22-jähriger Serbe vor Gericht.
Wegen einer Messerattacke stand gestern ein 22-jähriger Serbe vor Gericht.
Anja Müller

War bei der Auseinandersetzung am frühen Morgen des 1. August 2014 ein Messer im Spiel oder nicht? Dies war bei der gestrigen Verhandlung in Horgen die Hauptfrage. Weder der 22-jährige Beschuldigte B noch der Geschädigte G, noch der Zeuge Z konnten dafür eine zufriedenstellende Antwort liefern.

Was an diesem Freitagmorgen in und vor der Pizzeria Okay Italia an der Seestrasse geschehen ist, beschrieben die drei Vorgeladenen unterschiedlich. Fest steht, dass der Beschuldigte B und der Geschädigte G, der gestern als Privatankläger auftrat, zum Tatzeitpunkt um 6 Uhr alkoholisiert und bekokst waren. G machte seinem Bekannten Z Vorwürfe und beschimpfte ihn, weil dieser mit seiner Ex-Freundin gesehen wurde. An der Diskussion beteiligte sich auch der Beschuldigte B, ein langjähriger Kollege von G. Im Lauf des Streits stiess G den Beschuldigten, worauf Z dazwischenging. B versetzte G einen Schlag an den Kopf und machte danach eine schwingende Arm­bewegung um Z herum, worauf G seinen Aussagen zufolge einen Stich verspürte. Er hob einen bereits zersplitterten Tisch, warf ihn Richtung B und verliess das Lokal. Kurz darauf gingen bei der Polizei vier Notrufe, alle von G, ein, er sei «abgestochen» worden und werde vom Täter verfolgt. Der Geschädigte hatte seitlich des linken Oberbauchs eine etwa 1,5 Zentimeter tiefe und 1 Zenti­meter breite Stichverletzung auf Höhe der 6. und 7. Rippe erhalten, die aber nicht in die Bauchhöhle eindrang. In unmittelbarer Nähe der Verletzung sind Milz, Magen, Dünndarmschlingen und die Lunge.

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