Thalwil

Blutbuche soll dem Centralplatz weichen

Die Tage der markanten Blutbuche im Zentrum von Thalwil sind gezählt. Der Baum wird aus dem Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte entlassen, obwohl ein externes Gutachten diesen als schutzwürdig erachtet. Die Entscheidung stösst auf Kritik.

Diese Blutbuche soll wegen den Thalwiler Zentrumsplänen gefällt werden.

Diese Blutbuche soll wegen den Thalwiler Zentrumsplänen gefällt werden. Bild: Sabine Rock

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Die Blutbuche bei der Passarelle prägt das Thalwiler Zentrum und erfreut vorbeigehende Passanten tagtäglich mit ihrer Farbenpracht. Nun soll sie dem Centralplatz, der bis 2022 realisiert werden soll, zum Opfer fallen. Die Gemeindeversammlung bewilligte den Gestaltungsplan des künftigen Dorfplatzes im Juni 2016.

Die Buche rage in das geplante Baufeld hinein, argumentiert die Grundeigentümerin. Sie ersuchte deshalb den Gemeinderat um die Entlassung der Buche aus dem Inventar der Natur- und Landschaftsobjekte. Zudem soll mit der Neugestaltung mehr Platz in der Passarelle, wo sich die Passanten während den Stosszeiten drängen, geschaffen werden. Die Passarelle stellt die schnellste Fusswegverbindung zwischen der Gotthardstrasse und dem Bahnhof dar.

Dem Anliegen stimmte der Gemeinderat am 22. August zu. Der Rat hält aber fest, dass eine adäquate Neubepflanzung in der näheren Umgebung auf Kosten der Grundeigentümer erfolgen muss.

Als schutzwürdig beurteilt

Die Entlasssung erfolgt, obwohl das Büro für Gartendenkmalpflege in Zürich die Schutzwürdigkeit der Blutbuche im Auftrag der Thalwiler Baubehörden untersucht hat und das entsprechende Gutachten die Unterschutzstellung empfiehlt. Der Baum sei noch gesund und durch seine einzigartige Position ein markanter Teil des Ortsbildes im Zentrum der Gemeinde.

Dass er die Buche trotzdem aus dem Inventar entlässt, begründet der Gemeinderat mit der Grösse des Baumes. Rekurs gegen den Entscheid kann bis Ende September beim Baurekursgericht des Kantons Zürich eingereicht werden.

Bedauern bei Anwohner

Der Thalwiler Alexius Amstutz reagiert bestürzt auf den Entscheid des Gemeinderates. Die Blutbuche sei eine für ihn prägende Erscheinung der Gemeinde, wie er erzählt. Sein Schulweg führte bereits an der Stelle vorbei. Er bewundere es schon seit mehr als 60 Jahren, wie der Baum wachse und den Menschen Freude bereite. «Ist es notwendig, dass ein Gemeinderat die Interessen eines Bauherrn vertritt?», fragt er sich.

Amstutz kritisiert die Kommunikation der Gemeinde. An der Gemeindeversammlung, an der die Thalwiler der Gestaltung des geplanten Centralplatzes grünes Licht gaben, sei man nicht konkret auf die Blutbuche eingegangen.

Erstellt: 08.09.2017, 15:54 Uhr

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