Wädenswil

Bildungskosten bleiben ein Zankapfel

Die Rechnung der Stadt schliesst rund 6 Millionen besser ab als budgetiert. Trotzdem zeigen sich nicht alle Parteien rundum zufrieden. Vor allem die hohen Bildungskosten werden bemängelt.

Die Kosten, die in der Stadt Wädenswil in die Bildung investiert werden, sorgen politisch nach wie vor für Auseinandersetzungen.

Die Kosten, die in der Stadt Wädenswil in die Bildung investiert werden, sorgen politisch nach wie vor für Auseinandersetzungen. Bild: Archiv Michael Trost

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Am Montag behandelt der Wädenswiler Gemeinderat die Jahresrechnung 2017. Die Parteien sind sich einig darin, die Rechnung und den Geschäftsbericht gutzuheissen. Dies liegt vor allem daran, dass die Rechnung statt des budgetierten Verlustes von rund 3 Millionen einen Gewinn von 2.9 Millionen Franken aufweist.

Der gute Abschluss ist vor allem auf ungeplante Mehreeinnahmen bei der Quellensteuer, sowie durch den Wegfall von Heimkosten und höhere Gebühreneinnahmen zurückzuführen. Doch während SP, EVP, CVP und das BFPW sich erfreut über den positiven Rechnungsabschluss zeigen, äussern die anderen Parteien Bedenken.

Besorgnis über steigende Bildungskosten

Sowohl FDP, SVP sowie auch die Grünliberalen zeigen sich besorgt über den Kostentrend in den Bereichen Bildung und Soziales. Laut des Fraktionsberichts der SVP lassen sich die Wädenswiler die Bildung jährlich rund 44 Millionen Franken kosten. Die Partei ist besorgt, dass die Kosten mit dem Lehrplan 21, der im August in Kraft tritt, noch weiter steigen werden. Denn dieser verlangt Investitionen bei Unterrichtsmaterialien wie Computern sowie bei den sonderpädagogischen Massnahmen.

In den Augen der FDP muss zudem hinterfragt werden, weshalb die Bildungskosten pro Schüler über die letzten Jahre deutlich angestiegen sind. Die Partei fordert, dass die finanziellen Mittel bei der Bildungsvermittlung und der Schulraumplanung eingesetzt werden, und weniger bei der Erlebnispädagogik.

Gerade die hohen Bildungskosten pro Schüler veranlassen auch die GLP zum Wunsch, die Effizienz im Bildungsbereich zu erhöhen, ohne dass es dabei zu einem Leistungsabbau kommt.

Den Grünen gibt hinsichtlich der Rechnung 2017 hingegen zu denken, dass langfristige Investitionen wie etwa die Sanierung des Schulhauses Untermosen «zugunsten eines guten Rechnungsabschlusses verschoben werden.»

Uneinigkeit über Tempo-30 Zone

Der Aufschub von langfristigen Investitionen hat die Grünen dazu veranlasst, eine Interpellation betreffend eines Ausbaus des Bahnhofs Wädenswils einzureichen. Gefordert wird unter anderem ein zusätzliches Perron sowie die Neukonzeptionierung der Personenunterführungen. Während die Interpellation von Seiten der EVP begrüsst wird, verlangt die Interpellation, die auch den Seeuferweg miteinbezieht, laut dem BFPW «doch etwas gar viel». Die Partei ist skeptisch, dass die Stadt Wädenswil bei der SBB etwas bewirken kann.

Umstritten ist auch das Postulat der SP, das zum wiederholten Mal die Gestaltung der Zugerstrasse mit Tempo 30 anstösst. Laut der SP würde so der Lärm reduziert und das Zentrum sicherer gemacht. Die EVP spricht sich für eine Überweisung des Postulates aus. Auch die CVP ist dem Postulat gegenüber grundsätzlich positiv gestimmt, merkt jedoch an, dass das lokale und direkt betroffene Gewerbe in die Planung miteinbezogen werden muss. Das BFPW und die FDP stellen sich gegen den Vorstoss.

Laut der FDP hätte die Einführung von Tempo 30 Verkehrsstockungen sowie ein Ausweichen des Verkehrs in die Siedlungsgebiete zur Folge. Die FDP merkt zudem an, dass «der Kanton sich mehrfach klar gegen die Herabstufung der Zugerstrasse auf eine 30er-Fussgängerwohlfühlzone ausgesprochen hat».

Gemeinderatssitzung: Montag, 18. Juni, 19 Uhr, Gulmenstrasse 4, Sitzungssaal Untermosen, Wädenswil. Die Fraktionsberichte sind auf den Webseiten der Parteien zu finden.

Erstellt: 15.06.2018, 15:29 Uhr

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