Urteil

Betrügerisches Ehepaar muss hinter Gitter

Mit diversen Betrügereien hat sich ein Ehepaar aus dem Bezirk Horgen ein Luxusleben finanziert. Das Gericht verurteilte das Paar zu einer Freiheitsstrafe von je zwei Jahren und acht Monaten.

Das Bezirksgericht Horgen befindet das Ehepaar aus dem Bezirk Horgen des gewerbsmässigen Betrugs und des versuchten Betrugs für schuldig.

Das Bezirksgericht Horgen befindet das Ehepaar aus dem Bezirk Horgen des gewerbsmässigen Betrugs und des versuchten Betrugs für schuldig. Bild: Keystone

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Die kriminelle Energie des Ehepaars sei erheblich, sagte am Dienstag der Gerichtspräsident bei der Verkündung des Urteils. Statt ihre Schulden zu bezahlen habe das Ehepaar sich ein Luxusleben finanziert und dafür arglistig getäuscht und betrogen. Von Reue sei zumindest bei der Frau nichts spürbar.

Die Frau, eine 55-jährige Personalfachfrau und ihr gleich alter Ehemann, ein Kaufmann, nahmen das Urteil aufrecht stehend und reglos entgegen. Das Bezirksgericht befindet das Ehepaar aus dem Bezirk Horgen des gewerbsmässigen Betrugs und des versuchten Betrugs für schuldig. Verantworten müssen sie sich zudem für mehrfachen Pfändungsbetrug und mehrfache Urkundenfälschung. Dafür erhalten sie 32 Monate Freiheitsstrafe, von denen sie zwölf Monate im Gefängnis verbringen müssen. Werden sie nicht mehr straffällig, müssen sie den Rest nicht absitzen.

Schweigen für Geld

Der Mann hatte während zweier Jahre Krankentaggelder kassiert, weil er angeblich psychisch krank war. Dass er in diesem Zeitraum sieben Monate 100 Prozent bei einer Immobilienfirma angestellt war, verschwieg er und kassierte somit Versicherungsgelder und Lohn. «Sie haben auf derart grossem Fuss gelebt, dass selbst diese zwei Einkommen für die Aufrechterhaltung Ihres Lebensstandards nicht gereicht haben», hielt der Gerichtspräsident fest. Das Paar habe immer wieder «abgestimmte raffinierte Schritte unternommen, um Ärzte und Versicherung zu täuschen» womit der Betrug als gewerbsmässig zu ahnden sei.

Klar arglistig gehandelt hat das Paar laut dem Urteil auch, als es versuchte, bei der IV-Stelle der SVA Zürich eine Rente zu erschleichen. Wie schon bei der Versicherung verheimlichte die Frau auch bei der SVA, dass ihr Mann arbeitete. Schweigen schien dem Paar auch eine gute Strategie zu sein, als das Betreibungsamt kam, um Schulden einzutreiben. Sie glaubten, dadurch ihr Einkommen und Vermögen in Höhe von über einer halben Million Franken schützen zu können.

Freispruch wegen Gesetzeslücke

Damit nicht genug fälschte das Ehepaar Dokumente, um eine selbständige Arbeitstätigkeit zu fingieren und sich so Zugriff auf ihre Pensionskassengelder zu erschleichen. «Sie haben ziemlich unsinnig ihre Pensionskasse verjubelt und werden im Alter vielleicht zum Sozialfall», sagte der Gerichtspräsident. Vom Vergehen gegen das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BFG) sprach das Gericht den Mann und die Frau jedoch frei. Da der Mann nach dem Jobverlust seine Pensionskassengelder auf einem Freizügigkeitskonto deponierte, fällt das Vergehen unter Freizügigkeitsgesetz, in dem es keine Strafbestimmungen gibt.

Unter anderem aus diesem Grund fällt das Urteil für das betrügerische Ehepaar milder aus. Der Staatsanwalt hatte eine Freiheitsstrafe von je drei Jahren und vier Monaten gefordert.

Erstellt: 26.06.2019, 15:13 Uhr

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