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Betreibung nicht erhalten – der frischgeborene Enkel soll schuld sein

Ein Mann aus dem Bezirk Horgen hat die Frist verpasst, um sich gegen eine Betreibung zu wehren. Das Bundesgericht lässt ihn abblitzen – weil Betreibungen bei ihm zur Tagesordnung gehören.

Besuche auf dem Betreibungsamt gehören für den Mann aus dem Bezirk Horgen zur Routine.
Besuche auf dem Betreibungsamt gehören für den Mann aus dem Bezirk Horgen zur Routine.
Symbolbild, Keystone

Die Regeln sind einfach: Wer eine Betreibung erhält, kann sich mit einem Rechtsvorschlag dagegen wehren. Besonders gut tut man daran, wenn es sich dabei um eine Forderung von einer Viertelmillion handelt. Dies passierte im vergangenen Jahr einem Mann aus dem Bezirk Horgen.

Dumm nur, dass sich der Mann zu spät gegen die Betreibung wehrte und jetzt auch vor Bundesgericht erfolglos blieb.Im Juni 2017 traf die Betreibung in der Höhe von 258 000 Franken im gemeinsamen Haushalt des Mannes und seiner Mutter ein. Weil der Schuldner selbst nicht zu Hause war, nahm seine Mutter den Zahlungsbefehl entgegen. Der Mann, nach eigenen Angaben als Präsident einer Aktiengesellschaft operativ tätig, argumentierte vor Gericht unter anderem damit, die Betreibungsbeamten hätten es unterlassen, ihn auch am Arbeitsplatz zu besuchen, um ihm die Betreibung zuzustellen. Schliesslich schreibe das Gesetz vor, die Zahlungs­befehle dem Schuldner «in seiner Wohnung oder an dem Orte, wo er seinen Beruf auszuüben pflegt» zu übergeben. Das lässt das Gericht nicht gelten. Das «oder» bedeute nicht, dass beide Orte zur Zustellung aufgesucht werden müssten. Die Zustellung erfolgte also gesetzeskonform durch die Übergabe an eine erwachsene Person im Haushalt.

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