Rüschlikon

Bernhard Elsener bleibt Rüeschliker Gemeindepräsident

Mit einem klaren Vorsprung entschied Bernhard Elsener die Kampfwahl ums Präsidium für sich. Seine Konkurrentin Nadja Fossati will sich nach der Niederlage überlegen, ob sie Gemeinderätin bleibt.

Gemeindepräsident Bernhard Elsener (Zweiter von rechts) stösst in der Pizzeria Da Toni mit Exponenten aller Parteien auf seinen Wahlsieg an. Er setzte sich klar gegen seine Konkurrentin ums Gemeindepräsidium durch und bleibt weitere vier Jahre im Amt.

Gemeindepräsident Bernhard Elsener (Zweiter von rechts) stösst in der Pizzeria Da Toni mit Exponenten aller Parteien auf seinen Wahlsieg an. Er setzte sich klar gegen seine Konkurrentin ums Gemeindepräsidium durch und bleibt weitere vier Jahre im Amt. Bild: Patrick Gutenberg

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Eine ganze Stunde mussten sich die Rüeschliker gedulden, die in der Pizzeria Da Toni im Dorfkern die Resultate der Wahlen erwarteten. Die Raucher unter den Gemeinderäten hatten sich schon mehrmals vor der Tür zusammengefunden, die Wartenden im Innern mehr als ein Glas Weisswein gekippt. Dabei, so wunderten sich selbst Wahlhelfer, war man doch schon um 15 Uhr fertig mit dem Zählen gewesen.

16.30 Uhr war es, als schliesslich die ersten SMS mit Resultaten eintrafen, einige Minuten später kamen die Wahlhelfer vom Gemeindehaus herübermarschiert. Allen voran Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP), der mit 916 Stimmen – 568 Stimmen Vorsprung – als deutlicher Sieger aus der Kampfwahl mit Gemeinderätin Nadja Fossati (parteilos) hervorgegangen ist. Die Stimmbeteiligung betrug 45 Prozent.

Elsener zeigte sich sehr erfreut über seine Wiederwahl. Gefragt, weshalb er die Wahl gewann und nicht Fossati, sagte er: «Ich habe einen hervorragenden Ruf und nach zwölf Jahren als Gemeindepräsident einen sichtbaren Leistungsausweis.» Wenn die Konkurrenz mit vagen Versprechungen in aggressivem Ton auftrete, «dann gefällt das den Rüeschlikern nicht». Gefragt, ob er etwas ändern werde in der neuen – wie er sagt seiner letzten – Amtszeit, sagt Elsener: «Das deutliche Wahlresultat legitimiert mich, bei Meinungsverschiedenheiten etwas prononcierter zu intervenieren als bis anhin.»

Bürgerlicher Gemeinderat

Im Gegensatz zu früher hatten sich bei den diesjährigen Wahlen nicht nur die CVP, sondern alle Parteien zur Wahlfeier in der Pizzeria versammelt. Gewinner und Verlierer stiessen im immer voller werdenden Lokal miteinander an. Zu Letzteren gehörte Gemeinderätin Nadja Fossati, die der Angriff aufs Präsidium Stimmen gekostet zu haben schien: Hatte sie bei den Wahlen 2014 noch mit wenig Stimmen Unterschied an dritter Stelle gelegen, bildete sie bei den diesjährigen Wahlen mit 977 Stimmen das Schlusslicht.

«So eigenartig es klingt, ich bin froh, dass das Wahlresultat nicht knapper war», sagte Fossati, die gefasst wirkte. Sie habe den Auftrag nicht erhalten und könne sich dementsprechend positionieren. Ihre Niederlage begründete sie einerseits mit der Rekrutierung per Social Media: «Jene, die ich erreicht habe, gingen vermutlich nicht an die Urne.»

Anderseits sei es extrem schwierig, gegen einen amtierenden Gemeindepräsidenten anzutreten, wenn kein Grund für eine Veränderung spreche. Ob sie die Wahl zur Gemeinderätin annimmt, weiss Nadja Fossati noch nicht. Nach zehn Jahren als Gemeinderätin gilt für sie der Amtszwang nicht mehr. «Ich werde mir ein paar Wochen Zeit nehmen und in mich hineinhören, ob ich noch den Pfuus für das Amt habe», sagt Fossati. Wenn sie etwas mache, dann wolle sie das mit Herzblut tun.

Abgesehen von den Präsidiumswahlen verliefen die Wahlen in Rüschlikon unspektakulär: Die sechs bisherigen Gemeinderäte, die sich wieder zur Wahl gestellt hatten, wurden wiedergewählt, einschliesslich der separat gewählten Schulpräsidentin. Hinter Elsener an zweiter Stelle lag Fabian Müller (FDP), der 1117 Stimmen auf sich vereinte. «Ich interpretiere das Resultat als Vertrauensbeweis in meine Arbeit in einem schwierigen Umfeld», sagte der Finanzvorstand. Der siebenköpfige Rüeschliker Gemeinderat wird mit einem CVP-Gemeindepräsidenten und drei FDP-Vertretern demnach weiterhin bürgerlich dominiert sein.

Erstellt: 04.03.2018, 20:07 Uhr

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