Wädenswil

Bei den Jüngsten das Interesse an der Naturwissenschaft wecken

Kinder für die Naturwissenschaften zu begeistern – das ist ein Ziel der Science Week der ZHAW. Rund 130 Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz forschen und lernen diese Woche in den ZHAW-Labors.

Die Freude an Naturwissenschaften vermitteln, ist das Ziel der Science Week der ZHAW Wädenswil.

Die Freude an Naturwissenschaften vermitteln, ist das Ziel der Science Week der ZHAW Wädenswil. Bild: André Springer

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Biotechnologiefirmen hätten die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil gebeten, künftig 400 bis 500 Fachleute im Jahr auszubilden, sagte Daniel Baumann, stellvertretender Direktor am ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management.

Vor ihm im Vorlesungsraum sitzen Eltern, deren Kinder diese Woche an der Science Week teilnehmen, welche bereits in der fünften Ausführung stattfindet. «Mit ein wenig Rechnen wird klar: diese Zahlen erreichen wir nicht einmal in zehn Jahren», sagt Baumann.Deshalb müsse die Rekrutierung von zukünftigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern umso früher beginnen, fährt er fort. Die Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bedürften der Förderung, denn eben – es gebe Arbeitsplätze zu besetzen. Die Hauptmassnahme, welche die ZHAW dafür trifft, ist die Science Week.

Seinen Wissenshunger an der Science Week stillen kann Rithvik Maripally, der sich bereits für Einsteins Relativitätstheorie interessiert.

Nach wie vor mehr Jungen

Mädchen werden als Teilnehmende besonders gerne gesehen, sind diese doch chronisch untervertreten in der Naturwissenschaft. Doch auch an der diesjährigen Science Week sind die Jungen in Überzahl. Von den 130 Angemeldeten im Alter zwischen 12 und 15 Jahren – 23 davon aus dem Bezirk Horgen, andere aus St. Gallen, Schwyz oder gar dem Wallis – sind lediglich ein Drittel Mädchen. Aus sieben Kursen konnten die Teilnehmenden deren drei auswählen, welche sie jeweils einen Tag lang besuchen. In der Wochenhälfte haben die Eltern dann Gelegenheit, ihren Sprösslingen im Labor oder der Werkstatt über die Schulter zu schauen.

Der Rundgang beginnt, nachdem auch Thomas Zeltner, Vizepräsident der Schweizerischen Unesco-Kommission, sowie die Wädenswiler Stadträtin Alexia Bischof (CVP) eine kurze Ansprache gehalten und Sven Hirsch Digital Health referiert haben.

An der Science Week will die ZHAW in Wädenswil Jugendliche für die Mint-Fächer, in denen nach wie vor Fachleute fehlen, begeistern.

Im Kurs «Roboter sucht Glühwürmchen» sitzen zwei Mädchen vor einem Laptop und inspizieren einen Code. Sie sei eigentlich ziemlich einfach, diese Arbeit, finden Leonie Frank aus Dornach sowie ihre Cousine Lina Kilchör aus Bichwil, beide 11 Jahre alt. «Mein Vater leitet den Kurs Frozen Yogurt», sagt Lina und erklärt so ihre Teilnahme. Schon ihre grosse Schwester habe in den vergangenen Jahren an der Science Week teilgenommen. Ob sie dereinst etwas Technisches studieren wollen, wissen die Mädchen aber noch nicht.

Wasserproben untersuchen

Den Kurs «Unendliche Vielfalt des Mikrokosmos», bei dem die Teilnehmenden Wasserproben aus dem Reidbach unter dem Mikroskop untersuchten, besucht Joel Umbach, ein 13-jähriger Sekundarschüler aus Siebnen. Auch er will sich noch nicht einem Studium an der ZHAW verschreiben, sondern geht dem Ratschlag eines Kollegen nach, der letztes Jahr ebenfalls an der Science Week teilgenommen hat.

Im Kurs «Roboter sucht Glühwürmchen» knobeln die Cousinen Lina Kilchör (links) und Leonie Frank.

Fasziniert von Naturwissenschaften, insbesondere der Physik, scheint der 13-jährige Rithvik Maripally aus Thalwil zu sein. «Im letzten Jahr der Primarschule begann er sich für Einsteins Relativitätstheorie zu interessieren», sagt seine Mutter, Radhika Maripally. Die Science Week solle nun seine Neugier stillen, bevor er das Gymnasium beginne. Der Anlass scheint auf Interesse zu stossen. Ob die frühen Begeisterungsversuche Früchte tragen – in einer Zeit, in der Jugendliche die Berufswahl wohl eher hinauszögern – wird sich zeigen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.08.2018, 21:05 Uhr

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