Horgen

Baustart für Horgner Öko-Siedlung verzögert sich

Am Siedlungsrand entlang der Bergstrasse plant die Trift AG ein neues, autoarmes Quartier. Die Gemeinde Horgen fordert dennoch, dass nachträglich eine Tiefgarage gebaut werden kann, falls das Konzept nicht aufgeht.

Auf diesem Areal soll ein neues Quartier entstehen.

Auf diesem Areal soll ein neues Quartier entstehen. Bild: André Springer

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Lange war es still um das zukunftsweisende Bauvorhaben beidseitig der Bergstrasse im Umgelände der Firma Feller AG. Doch nun scheint wieder etwas Schwung in das Vorhaben der Bauherrin, der Trift Bewirtschaftung von Grundstücken AG, zu kommen.

Die Firma ist von der Landeigentümerin und heutigen Verwaltungsrätin Anna Barbara Züst, einer Nichte der Unternehmerin Elisabeth Feller ( 1910–1973), eigens für das Projekt gegründet worden. Das Vorhaben beinhaltet ein komplett neues Quartier auf vier insgesamt 40 000 Quadratmeter grossen Arealen unterhalb der A3. Rund 120 Mietwohnungen, Gewerbeflächen und Gemeinschaftsräume sind geplant. Ein neuer Höhenweg verbindet die Areale Fischenrüti, Kuppe, Mitte und Stotzweid.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Bauherrin für drei der vier Baugrundstücke das Baugesuch eingereicht. Laut der umfangreichen Website liegen die Baubewilligungen für die Areale Kuppe, Fischenrüti und Mitte nun vor. Allerdings sind diese noch nicht rechtskräftig. Laut Hochbauvorsteher Beat Nüesch (FDP) fehle noch das Mobilitätskonzept. Ebenfalls abhängig von diesem sei die Bewilligung der von der Bauherrschaft angeforderten Projektänderung. Statt 36 Reiheneinfamilienhäusern sollen auf dem Areal Kuppe nur 30 realisiert werden.

Vertragliche Regelung fehlt

Eine ressourcenschonende, autoarme Siedlung nach den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft zu erstellen, ist das Ziel der Bauherrin. Allerdings liegen die Areale in einem Gebiet mit geringer Erschliessung, weshalb der Gemeinderat den Nachweis einer sogenannten Vorhaltefläche – also einer Fläche, auf der nachträglich Parkplätze erstellt werden können – fordert, wie Gemeindeingenieur Hans Burch sagt: «Falls das Konzept der Bauherrin nicht aufgeht und mehr Mieter als erwartet ein Auto besitzen und im Quartier abstellen, droht ein Chaos.»

Um dieses zu verhindern, muss die Bauherrin nachträglich Parkplätze bereitstellen können. Laut Burch ist der Bau einer Tiefgarage mittels Vorprojekt nachgewiesen. Noch fehle aber die vertragliche Regelung.

«Falls das Konzept der Bauherrin nicht aufgeht und mehr Mieter als erwartet ein Auto besitzen und im Quartier abstellen, droht ein Chaos.» Hans Burch, Gemeindeingenieur Horgen

In einer ersten Etappe plant die Bauherrin das Areal Kuppe mit fünf Wohnhäusern zu überbauen. Die bestehende Häusergruppe um die alte Fabrikantenvilla Feller soll als Mitte des neuen Quartiers fungieren und das historische Ensemble auf dem Areal Mitte mit Scheune, Hof und Garten für die gemeinschaftliche Nutzung ausgebaut werden.

Die Bauherrin plant, den angrenzenden historischen Park für die Bewohner teilweise zu öffnen. In drei Jahren sollen dann in einer weiteren Etappe auf der Parzelle Fischenrüti fünf Wohnhäuser mit je zehn Wohnungen gebaut werden.

Noch in diesem Jahr plane die Trift AG die schrittweise Realisierung des Quartiers, sobald die Baubewilligungen rechtskräftig seien, ist auf der Website zu lesen. Eine persönliche Auskunft wollte Trift-Verwaltungsratspräsidentin und Planerin Monika Hartmann nicht geben, solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist.

Erstellt: 09.08.2019, 16:00 Uhr

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